Finanzen

Dein Studium ermöglicht dir auch mit Studentenjob normalerweise kein Leben „in Saus und Braus“.

In den folgenden Abschnitten erfährst du, wo du finanzielle Hilfen zumindest für Kost, Logis und Studiengebühren bekommen kannst.

Der Schwerpunkt unserer Linksammlung betrifft die besonders gefragten, aber komplizierten Themengebiete BAföG, Studienkredite und Stipendien, die wir auch in unserem Stichwortverzeichnis "Ausbildung von A bis Z" kurz erläutern:

Darüber hinaus gibt es einige Tricks, die bares Geld sparen (Checkliste als PDF-Download), sowie zahlreiche Informationen rund um deine Finanzen im Studium. Dazu mehr in den folgenden Abschnitten - und auch über die schlaue Box!

  • Was kostet das Leben?

    … oder auch: Was kostet die Welt?

    Mit einem Studentenjob steht dir vermutlich plötzlich deutlich mehr Geld zur Verfügung, als bisher mit dem elterlichen Taschengeld. Allerdings kommen nun auch Lebenshaltungskosten auf dich zu, an die du mitunter noch nie gedacht hast. 

    Lange ersehnt, ist es dennoch gar nicht so einfach, zum ersten Mal alleine für seine Finanzen verantwortlich zu sein. Falls dein neuer Lebensabschnitt neben dem Studium auch die erste eigene Wohnung beinhaltet, beginnt auch privat eine Phase der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

    Essentiell wichtig sind drei Bereiche – für diese solltest du unbedingt genügend Geld einkalkulieren und beiseite legen, damit "am Ende des Geldes kein Monat übrig bleibt":

  • Ausbildungsbegleitende Hilfen

    Möglicherweise ist dein dualer Abschluss gefährdet, weil du in einer wichtigen Prüfung schlecht abgeschnitten hast oder es in der Berufsschule nicht gut läuft?

    Warum auch immer - in solchen Fällen bekommst du personelle und finanzielle Unterstützung durch ausbildungsbegleitende Hilfen (kurz abH) der Bundesagentur für Arbeit, z. B. in Form von Nachhilfe oder sozialpädagogischer Betreuung, auch für belastende Umstände außerhalb von Hochschule und Betrieb.

    Sprich darüber am besten mit deinem Partnerbetrieb, deiner Interessenvertretung oder mit der Bundesagentur für Arbeit. In jedem Fall kannst du die Förderung während deines Studiums jederzeit beanspruchen.

  • BAföG

    Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (kurz BAföG) regelt die staatliche Unterstützung der schulischen und studentischen Ausbildung in Deutschland.

    Ziel des BAföG ist es, allen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu absolvieren, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.

    Als BAföG wird umgangssprachlich übrigens auch die Förderung bezeichnet, die sich aus dem Gesetz ergibt.

    Förderungsanspruch
    Ob ein BAföG-Antrag für dich sinnvoll ist, kannst du selbst vorab berechnen, denn in der Regel wird BAföG elternabhängig gezahlt. Wenn du also immatrikuliert bist und gerade keinen Unterhalt von deinen Eltern bekommst, hast du gute Chancen auf BAföG!

    Ab einem Vermögen über 5.200 Euro macht dagegen ein BAföG-Antrag nur Sinn, wenn diese Reserven in nächster Zeit aufgebraucht sein werden. Als Vermögen gelten übrigens auch Wertpapiere - dann entscheidet deren Wert am Tag der Antragstellung!

    Förderungsumfang
    Für Studierende werden bis zu 670 Euro pro Monat ausgezahlt - je nach errechnetem Bedarf und abhängig vom Einkommen der Eltern! (Stand Januar 2012)

    Rückzahlung
    Der eine Teil des BAföG ist ein Zuschuss – den bekommst du geschenkt. Der andere Teil ist ein Darlehen – das musst du zurückzahlen.

    Sobald dein Studienabschluss bzw. die Förderungshöchstdauer fünf Jahre zurückliegt, musst du mit der Tilgung starten. Die Höchstgrenze des zurückzuzahlenden BAföG liegt derzeit bei 10.000 Euro (für nach dem 28.02.2001 bewilligte Förderabschnitte).

    Reform des BAföGs
    Die im Juli 2014 vorgestellten Eckpunkte für das folgende 25. BAföG-Änderungsgesetz beinhalten umfangreiche Verbesserungen in Struktur und Substanz.

    Mit Beginn des Schuljahres 2016 bzw. ab Wintersemester 2016/17 wird zusätzlich zu der siebenprozentigen Anhebung der Bedarfssätze der Wohnzuschlag überproportional auf 250 Euro angehoben. Damit wird den gestiegenen Mietkosten für Wohnraum gezielt Rechnung getragen.

    Für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, steigt damit der monatliche Förderungshöchstsatz um rund 9,7 Prozent von derzeit 670 Euro auf künftig 735 Euro.

    Zusammen mit der Anhebung auch der Einkommensfreibeträge um sieben Prozent wird der Kreis der BAföG-Empfänger um mehr als 110.000 Studierende und Schüler erweitert.

    Die Geförderten können zudem künftig dauerhaft einen Minijob bis zur vollen Höhe von 450 Euro monatlichem Verdienst ausüben, ohne dass dieses Einkommen auf ihre BAföG-Leistungen angerechnet wird.

    Auch der Freibetrag für eigenes Vermögen der BAföG-Empfänger steigt: Er wird künftig 7.500 Euro statt 5.200 Euro betragen.

    Weiterführende Infos findest du über unsere umfangreiche Linksammlung zu BAföG und Studienkredit. Besonders empfehlenswert sind die Webseiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (kurz BMBF) - dort gibt es zusätzliche Hinweise und Tipps zur Antragstellung.

  • Berufsausbildungsbeihilfen

    Infos zu Berufsausbildungsbeihilfen (kurz BAB) gibt es knapp gefasst in unserem Stichwortverzeichnis Ausbildung von A-Z und ausführlicher in unserem Menü zur Finanzierung einer Weiterbildung unter BAB.

    Weiterführende Infos zum Thema findest du auch über unsere schlaue Box!

  • Hilfe zum Studienabschluss

    Wer die Förderungshöchstdauer beim BAföG überschritten hat, aber innerhalb der folgenden vier Semester zur Abschlussprüfung zugelassen wird, kann eine Hilfe zum Studienabschluss beantragen.

    Sie wird für bis zu zwei Semester gewährt, kann eine ähnliche Höhe wie das BAföG erreichen und wird als vollverzinsliches Darlehen der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) ausgezahlt.

    Parallel zu diesem „besonderen BAföG“ darfst du auch Wohngeld beziehen (siehe Abschnitt unten).

    Neben der Hilfe zum Studienabschluss wird dir als Mutter oder Vater zusätzlich der Kinderzuschlag gewährt – sogar als Zuschuss und nicht als Darlehen.

    Weitere finanzielle Unterstützung für (werdende) Eltern findest du unter Finanzen mit Kind!

  • Kindergeld

    Die Regelungen zum Kindergeld für Studierende sind dieselben wie für Auszubildende.

    Alles Infos dazu findest du im Menü zu Finanzen rund um eine Ausbildung im Abschnitt Kindergeld.

  • Nebenjob & Meldepflicht

    Infos rund um das Thema Jobben, zum Werkstudentenstatus und deinen entsprechenden Abgaben vom Bruttogehalt gibt es jeweils knapp gefasst im Stichwortverzeichnis Ausbildung von A-Z. Mehr Details findest du im Menü Jobben.

    Die Regelungen zur Lohnsteuer für Studierende und deinen entsprechenden Abgaben vom Bruttogehalt sind dieselben wie für Auszubildende.

    Infos dazu gibt es knapp gefasst in unserem Stichwortverzeichnis Ausbildung von A-Z.

    Ausführlicheres erfährst du im Menü zur Ausbildungsvergütung unter dem Abschnitt Lohnsteuer.

  • Stipendium

    Ein Stipendium... nur was für Streber_innen oder Menschen mit guten Kontakten? Zugegeben, nur zwei Prozent aller Studierenden kommen in den Genuss eines Stipendiums – aber vielleicht gehörst du zu ihnen?

    Weiterführende Informationen zu allen möglichen Varianten eines Stipendiums findest du in unserer umfangreichen Linksammlung zum Stipendium!

    Und falls es nicht klappt, könnte das Studienabschlussdarlehen ein Trostpflaster sein!

    Förderprogramm der Hans-Böckler-Stiftung
    Die Hans-Böckler-Stiftung (HBS) ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Beruflich Qualifizierten aus dem Gesundheits- und dem gewerblich-technischen Bereich erleichtert die HBS den Weg vom Beruf ins Studium – auch ohne Abitur.

    Dazu bietet die Stiftung vorbereitende Seminarangebote und Vorbereitungskurse an der Universität, die exakt auf eure Bedürfnisse zugeschnitten sind. Obendrauf gibt es ab drei Monate vor Studienbeginn ein Stipendium und Unterstützung beim Lernen bis ins dritte Semester.

    Das neue Förderprogramm ist auf neun Vollzeit-Studiengänge der Gesundheits- und Ingenieurwissenschaften ausgerichtet und euer maßgeschneiderter Weg ins Studium! Alle Studiengänge werden mit dem "Bachelor of Science" abgeschlossen.

    Mehr Details zu diesem Förderprogramm findet ihr auf der HBS-Website – gleich mal vorbeisurfen!

    Noch mehr Support für Mitglieder
    Die HBS bietet übrigens noch weitere Stipendien und Studienförderungen. Bei der Vergabe von Stipendien gibt es außerdem ein Verfahren für Gewerkschaftsmitglieder, die sich gewerkschaftlich oder gesellschaftspolitisch engagieren.

  • Waisenrente bzw. Hinterbliebenenrente

    Ist ein Elternteil oder ein_e Ehegatte_in verstorben und hatte diese_r einen gesetzlichen Rentenversicherungsanspruch, erhalten Kinder hiervon weiterhin zehn Prozent als monatliche Waisenrente
     ausbezahlt – zuzüglich individuell errechneter Zuschläge.

    Witwen_r erhalten in diesem Fall eine (höhere) Hinterbliebenenrente. Bei Bezug einer Waisenrente wird übrigens auch die Krankenversicherung vom Rententräger finanziert!

    Weiterführende Infos zur Anrechnung solcher Renten auf andere Sozialleistungen sowie auf geltende Einkommensgrenzen findest du auf den Webseiten der DGB Jugend.

  • Wohngeld

    Wohngeld darfst du erst beantragen, nachdem zuvor dein Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfen (siehe Abschnitt oben) „dem Grunde nach“ abgelehnt wurde.

    Das passiert beispielsweise, wenn du nur wegen Unterhaltsansprüchen gegen die Eltern oder wegen deines eigenen Vermögens kein BAföG bekommst.

    Ist das bei dir der Fall?

    Du hast möglicherweise einen Wohngeldanspruch, wenn du außerdem:

    • BAföG als Bankdarlehen beziehst
    • BAföG beziehst und mit einem_r ALG II-Empfänger_in in einem Haushalt lebst, solange es kein Elternteil ist
    • ein Stipendium erhältst (z. B. von einem Begabtenförderungswerk)

    Keinen Wohngeldanspruch haben dagegen:

    • BAföG-Empfänger_innen, die alleine leben
    • BAföG-Empfänger_innen, die bei ihren Eltern wohnen, wobei Mutter und auch Vater ALG II erhalten. Studierende können in diesem Fall stattdessen Mietzuschuss nach Hartz IV beantragen!

    Die Höhe des Wohngelds hängt von deinem Einkommen ab und in vielen Fällen auch vom Einkommen derjenigen, mit denen du in einem Haushalt wohnst. Zum Einkommen zählen neben steuerpflichtigen Einkünften ggf. auch eine Waisenrente (siehe Abschnitt oben) oder ein Stipendium.

    Wichtig für die Antragstellung
    Wohngeld beantragst du beim Sozialamt oder bei der zuständigen Wohngeldstelle in der Gemeinde, in der sich deine Wohnung befindet. Stelle den Antrag frühzeitig, denn wie beim BAföG wird das Wohngeld erst ab dem Monat der Antragstellung gewährt!

    Die zahlreichen Nachweise kannst du übrigens nachreichen, sobald sie angefordert werden. Dann allerdings zügig, damit du deinen Anspruch nicht wegen fehlender Mitwirkung verlierst! In jedem Fall benötigst du eine Bestätigung vom BAföG-Amt, dass du kein BAföG (mehr) erhältst.

    Mehr Infos? Schau in die Schlaue Box!