Vergütung

Bei einem Praktikum steht der Ausbildungszweck im Vordergrund.

Die Vergütung stellt deshalb nur eine Aufwandsentschädigung oder eine Beihilfe zum Lebensunterhalt dar - im Gegensatz zu Arbeitsverhältnissen, bei denen die Vergütung die Gegenleistung zur erbrachten Arbeit ist.

Auch im Praktikum ist eine Vergütung angemessen. Eine solche gibt es schließlich auch in der Berufsausbildung und als Praktikant_in musst auch du für deinen Lebensunterhalt aufkommen.

Und seien wir ehrlich: In den meisten Fällen nimmt ein_e Praktikant_in den Kollegen_innen Arbeit ab – das darf gerne bezahlt werden!

Unter dem Menüpunkt Finanzen haben wir weiterführende Informationen rund um das Thema Geld in der Ausbildung zusammengestellt.

Viele dieser Tipps sind auch während deines Praktikums nützlich, um finanziell über die Runden zu kommen - surf am besten gleich mal vorbei!

  • Unverbindliche Preisempfehlung

    Leider gibt es bisher keine verbindlichen Regelungen für die Vergütung von Praktikanten_innen. Nur in wenigen Betrieben ist dieses Thema klar geregelt.

    Mach dir den Wert deiner Arbeit bewusst - du musst nicht als Bittsteller_in auftreten, du leistet etwas für den Betrieb oder das Unternehmen. Eine kleine Entlohnung kann im Gegenzug fast jeder Arbeitgeber aufbringen.

    Ein faires Unternehmen zahlt dir bei einem dreimonatigen Praktikum mindestens 300 Euro monatlich. Alles was über drei Monate hinausgeht, sollte mit mindestens 7,50 Euro pro Stunde bezahlt werden.

    Die vereinbarte Summe sollte in deinem Praktikumsvertrag 
    festgehalten werden.

  • Voller Einsatz – leere Hände?

    Wenn deine Vergütung in einem deutlichen Missverhältnis zur Arbeitsleistung steht, handelt es sich um einen Fall von Lohnwucher.

    In so einem Fall hast du Anspruch auf den Lohn, der für deine erbrachte Arbeitsleistung üblicherweise gezahlt wird.

    Dabei kommt es nicht darauf an, wie dein Beschäftigungsverhältnis genannt wird. Maßgeblich ist allein die tatsächliche Art und Weise der Beschäftigung.

    Bevor du jedoch Lohn aufgrund von Lohnwucher einklagst, solltest du dich unbedingt rechtlich beraten lassen und im Vorfeld einige Aspekte bedenken:

    • Wenn du nicht rechtsschutzversichert bist oder keinen professionellen Rechtsbeistand bezahlen kannst, kannst du dir einen Beratungshilfeschein besorgen.
    • Für eine Klage kann dir ggf. Prozesskostenhilfe gewährt werden.

    Einfacher ist es für Gewerkschaftsmitglieder:

    • Als Mitglied besitzt du automatisch Rechtsschutz, d. h. die Gewerkschaft klagt und trägt auch dann die Kosten des Rechtsstreits, wenn deine Klage erfolglos bleiben sollte.