Ausbildungsvergütung

Je nach Beruf kann die Ausbildungsvergütung sehr unterschiedlich ausfallen, genauso sind leider nach wie vor westdeutsche Vergütungen in der Regel höher als ostdeutsche.

Grundsätzlich ist dieses Thema in deinem Ausbildungsvertrag geregelt, oft aber auch durch einen Tarifvertrag. Wenn es den nicht gibt, werden Richtlinien meistens durch die zuständige Stelle bestimmt.

Nach §17 im Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download) erhöht sich außerdem deine Vergütung mit jedem Ausbildungsjahr.

In diesem Menü Finanzen in der Ausbildung - besonders in den folgenden Abschnitten - nehmen wir die wichtigsten Aspekte rund um die Ausbildungsvergütung und -finanzierung genauer unter die Lupe.

Nach welcher Info suchst du? Hier findest du weitere Details:

  • zu den Zahlungskonditionen deiner Vergütung (siehe Abschnitt unten)
  • zu den Empfehlungen deiner Gewerkschaft (siehe Abschnitt unten)
  • zu allen Abzügen von deiner Vergütung, zur Sozialversicherung und Lohnsteuer
  • zu den aktuellen monatlichen Ausbildungsvergütungen unserer ausgewählten Berufsprofile
  • zur Vergütung nach Beruf, Branche und ggf. auch nach Ausbildungsjahr (WSI-Tarifarchiv):
    - Vergütung während der Ausbildung
    - Vergütung nach der Ausbildung, nach Berufen
    - Vergütung nach der Ausbildung, nach Branchen
  • Fälligkeit & Lohnfortzahlung

    Ob per Überweisung, in bar oder anteilig – die Auszahlung ist in jedem Fall vor Ende des laufenden Monats fällig, siehe dazu §18 im Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download).

    Deine Ausbildungsvergütung muss auch weiter gezahlt werden, wenn du im Urlaub oder krank bist Dasselbe gilt, wenn die Ausbildung ausfällt aus Gründen, für die du nichts kannst und obwohl du bereit stehst.

    Mehr Infos rund um die Arbeitszeit gibt es in unserem Menü zu deinen Rechten in der Ausbildung.

    Bei unregelmäßigen oder fehlenden Gehaltszahlungen solltest du möglichst schnell Kontakt zu deiner Gewerkschaft aufnehmen, mehr dazu unter "ver.di Jugend informiert" (siehe Abschnitt unten).

  • Lohnsteuer

    Abhängig von der Höhe deines vertraglich festgelegten Bruttogehalts und von deiner Lohnsteuerklasse (diese ist auf deiner Lohnsteuerkarte angegeben) wird neben deinen einkommensabhängigen Sozialbeiträgen ggf. auch Lohnsteuer fällig.

    Die Berechnung ist je nach Bundesland unterschiedlich, allerdings kommst du bei Lohnsteuerklasse I (d. h. ledig, keine Kinder) und ab rund 850 Euro monatlichem Bruttoverdienst wahrscheinlich nicht um einen Lohnsteuerabzug herum.

    In diesem Fall reduziert sich deine Bruttovergütung also um Sozialabgaben, Lohnsteuer und ggf. auch um die Kirchensteuer auf dein eigentliches Netto und dein Arbeitgeber führt alle Abgaben eigenverantwortlich ans Finanzamt ab.

    Antrag auf Ermäßigung

    Solltest du lohnsteuerpflichtig sein, kannst du vor der ersten Abrechnung auf deiner Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eintragen lassen, indem du bei deinem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellst.

    Das lohnt sich beispielsweise bei besonders hohen Aufwendungen im Rahmen deiner Berufsausbildung (z. B. für Fahrtkosten, Arbeitskleidung oder Fachliteratur).

    Dein zu versteuerndes Bruttogehalt wird dann um den eingetragenen Freibetrag gekürzt, so wird weniger oder sogar gar keine Lohnsteuer abgezogen.

    Falls du mit deinem Antrag zu spät dran bist, kannst du auch einen nachträglichen Lohnsteuerjahresausgleich machen.

  • Sozialversicherung

    Als Sozialabgaben werden alle Gelder zusammengefasst, die für Sozialversicherungen abgeführt werden müssen. Dazu gehören die Arbeitslosenversicherung, die Rentenversicherung, die Krankenversicherung und die Pflegeversicherung.

    Während deiner Ausbildung arbeitest du ganz normal auf Lohnsteuerkarte, du darfst also keinen 400-Euro-Job vereinbaren.

    Bis 325 Euro Bruttoverdienst pro Monat bezahlt dein Arbeitgeber die Sozialabgaben alleine und es fällt auch keine Lohnsteuer für dich an. Du erhältst dann also die Vergütung tatsächlich auf die Hand, die in deinem Ausbildungsvertrag angegeben ist.

    Wenn du monatlich mehr verdienst, teilt ihr euch die Sozialabgaben, d. h. jeder von euch bezahlt die Hälfte - das bedeutet für dich etwa 20 Prozent Abzug vom vertraglich festgelegten Bruttogehalt.

    Zusätzlich wird dann evtl. auch Lohnsteuer einbehalten und solltest du einer Konfession angehören, musst du außerdem Kirchensteuer bezahlen – letztere beträgt acht bis neun Prozent der für dich anfallenden Lohnsteuer.

  • Sparzulagen & vermögenswirksame Leistungen

    Falls ein für dich geltender Tarifvertrag das vorsieht, zahlt dir dein Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn vermögenswirksame Leistungen (kurz VL). Dazu schließt du einen speziellen Sparvertrag ab – zum Beispiel einen Bausparvertrag.

    In jedem Fall wäre es geschenktes Geld, informiere dich also unbedingt bei deiner Interessenvertretung!

    Erhältst du keine vermögenswirksamen Leistungen, wirst du trotzdem vom Staat gefördert, wenn du eine bestimmte Summe auf einen Sparvertrag einzahlst. Wenn du also noch in jungen Jahren mit dem Sparen beginnst, können sich auch kleine Beträge zu großen Summen entwickeln.

    Mehr Informationen zu vermögenswirksamen Leistungen findest du beispielsweise auf forium.de. Zusätzlich solltest du dich auch über die eigenverantwortliche Altersvorsorge informieren – kontaktiere auch dazu am besten deine Interessenvertretung!

  • ver.di Jugend informiert: Ausbildungsvergütung

    Ob es für deinen Ausbildungsberuf einen bindenden Tarifvertrag gibt, erfährst du bei deiner Gewerkschaft. Selbst ohne einen solchen Tarifvertrag stehen dir mindestens 80 Prozent der in deiner Branche üblichen tariflichen Vergütung zu.

    Für Mitglieder klagt deine Gewerkschaft im Erstfall die Ausbildungsvergütung ein. Kümmere dich ggf. frühzeitig darum, damit du die dabei geltenden Fristen nicht verpasst - oft lässt sich die Vergütung nur für einen bestimmten Zeitraum rückwirkend einfordern!

  • Weihnachts- & Urlaubsgeld

    Als Auszubildende_r oder dual Studierende_r hast du leider keinen allgemeinen gesetzlichen Anspruch auf Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Möglicherweise gilt für deinen Beruf aber ein gewerkschaftlich abgeschlossener Tarifvertrag - als Gewerkschaftsmitglied hast du dann einen Rechtsanspruch, der dir diese Gehaltszugaben zusichert.

    Solltest du zu diesen glücklichen Auszubildenden gehören, erhälst du zur vereinbarten Ausbildungsvergütung zusätzlich Weihnachtsgeld (Auszahlung normalerweise im November) oder Urlaubsgeld (Auszahlung normalerweise im Juni oder Juli) - manchmal sogar beides!

    Überprüfe folgende Punkte, um deinen Anspruch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld herauszufinden:

    • Frag deine Gewerkschaft nach einem Tarifvertrag, der für deine Branche abgeschlossen wurde und ob darin eine Regelung zu Weihnachts- und Urlaubsgeld enthalten ist.
    • Du findest in beiden Fällen keine entsprechende Vereinbarung, dein Arbeitgeber hat jedoch in den letzten Jahren freiwillig gezahlt ohne ausdrücklich auf die Freiwilligkeit hinzuweisen?
      In diesem Fall ergibt sich ein Anspruch auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld aus der so genannten "betrieblichen Übung"- landläufig auch als „Gewohnheitsrecht“ bezeichnet.
  • Zahlungsweise

    Am besten lässt du dir deine Ausbildungsvergütung auf dein Girokonto überweisen. Falls du bare Gehaltszahlungen bekommst, fordere dazu unbedingt und jedes Mal eine Quittung – unter Umständen benötigst du irgendwann exakte Nachweise, wann wie viel gezahlt wurde.

    Sicherheitshalber solltest du dann auch überprüfen, ob sich dein Arbeitgeber durch die Barzahlungen um Sozialversicherung und Lohnsteuer drücken will. Das wäre dann nämlich Schwarzarbeit und die kann auch für dich unangenehme Folgen haben!

    Eine anteilige Gehaltszahlung steht dir zu, falls deine Ausbildung innerhalb eines Monats beginnt oder endet. In diesem Fall steht dir pro Tag 1/30 deines Monatsgehaltes zu, siehe dazu §18 im Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download).