Urlaubssemester

Für ein Urlaubssemester gibt es viele Gründe: Vielleicht möchtest du ein längeres Praktikum absolvieren oder du musst zugunsten einer Schwangerschaft und der Kinderbetreuung kürzer treten.

Möglicherweise benötigst du einen finanziellen Puffer für die lernintensive Zeit deiner Abschlussprüfungen und willst dafür eine Weile in Vollzeit arbeiten.

Unangenehmer, aber ebenso möglich ist eine langwierige Erkrankung, die dich zur Ruhe und zu einem oder auch mehreren Urlaubssemestern zwingt.

In den folgenden Abschnitten erläutern wir Vor- und Nachteile eines Urlaubssemesters und wie man es beantragt. Auch unsere schlaue Box freut sich auf deinen Besuch!

  • Vorteile

    In allen Fällen hat ein Urlaubssemester durchaus seine Vorteile:

    • An vielen Hochschulen werden während eines Urlaubssemesters keine Beiträge für Studentenwerk, Semesterticket etc. fällig.
      Häufig musst du dazu allerdings nachweisen, dass du dich in dieser Zeit nicht am Hochschulort aufhältst, sondern bei den Eltern, im Ausland oder in einem weit entfernten Praktikumsort.
    • Einen Studentenausweis bekommst du in der Regel trotz Urlaubssemester.
    • Bei der Berechnung deiner Fachsemester zählen Urlaubssemester nicht mit.
      Deine Fachsemesterzahl ist beispielsweise relevant für die studentische Krankenversicherung, für einen BAföG-Antrag oder für einige Prüfungen: Hier gilt jeweils eine bestimmte Maximalgrenze!
    • Solange du maximal 400 Euro pro Monat verdienst, darfst du während eines Urlaubssemesters weiterhin studentisch krankenversichert oder familienversichert bleiben.
      Bei einer selbstständigen Tätigkeit prüft die Krankenkasse im Einzelfall, bis zu welchem Umfang keine Änderungen der Sozialversicherungspflicht erforderlich sind.
  • Nachteile

    Leider gibt es in finanzieller Hinsicht auch einige Nachteile eines Urlaubssemesters:

    • Während des Urlaubssemesters hast du normalerweise keinen Anspruch auf BAföG, stattdessen aber vielleicht zumindest ein Semester lang auf Sozialhilfe und/oder Wohngeld.
    • Sobald du über 400 Euro pro Monat verdienst, verlierst du deinen Werkstudentenstatus – selbst, wenn du weniger als 20 Wochenstunden arbeitest!
    • Ab diesem Zeitpunkt besteht Beitragspflicht für alle Sozialversicherungszweige. Deine studentische Krankenversicherung greift also nicht mehr und es werden u.a. einkommensabhängige Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung fällig. Das gilt auch für privat Versicherte oberhalb der Einkommensgrenze!
  • Antragstellung

    Dein Urlaubssemester solltest du rechtzeitig vor Semesterbeginn im Studentensekretariat beantragen, nur sehr selten ist dies noch während des laufenden Semesters möglich.

    Manche Hochschulen begrenzen außerdem die Anzahl möglicher Urlaubssemester oder genehmigen sie nur bei Vorlage bestimmter Nachweise.

    Erkundige dich also besser früher als später nach den entsprechenden Fristen und Antragsbedingungen!