Urlaub

Jeder braucht mal eine Pause und auch Auszubildende haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Alle Details dazu findest du in den folgenden Abschnitten.

Für Schwangere oder Eltern gibt es zusätzliche Regelungen zum Mutterschaftsurlaub und Erziehungsurlaub!

  • Krank im Urlaub

    Wenn es mal blöd läuft und du mitten im Urlaub krank wirst, gib am besten sofort eine Krankmeldung an den Betrieb und besorge dir dazu ein ärztliches Attest – notfalls auch im Ausland!

    Unter Umständen werden dann von den bereits genommenen Urlaubstagen deine Krankheitstage wieder abgezogen. Frag dazu am besten auch deine Interessenvertretung.

  • Pflichturlaub

    Macht ein Unternehmen Betriebsferien, müssen auch alle Beschäftigten Urlaub nehmen.

    Dieser so genannte „Pflichturlaub“ kann wegen dringender betrieblicher Erfordernisse festgelegt werden, zum Beispiel aus saisonalen Gründen, aufgrund drohender Produktionsausfälle oder des Betriebsurlaubs von Zulieferbetrieben.

    Eine feste Grenze, welcher Anteil des Jahresurlaubs eines_r Mitarbeiters_in verplant werden darf, gibt es nicht!

    "Wie jetzt - der Betrieb bestimmt meinen Urlaub?!"

    Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Grundsätzlich dient der Urlaub zur Erholung oder auch zur Bildung und nicht zum Ausgleich von wirtschaftlichen Risiken des Arbeitgebers. Den Zeitraum deines Urlaubs kann dein_e Chef_in nicht einseitig bestimmen, z. B. wegen einer Auftragsflaute.

    Will die Arbeitgeberseite Betriebsferien für alle zur gleichen Zeit ansetzen, hat auf jeden Fall der Betriebsrat ein Mitspracherecht.

    Sind allgemeine Betriebsferien gut begründet und mit dem Betriebsrat abgestimmt, dann ist Pflichturlaub für alle Beschäftigten zulässig. Von heute auf morgen ist es allerdings kaum möglich, dir wegen fehlender Arbeit einfach Urlaub zu verordnen.

    Auch in solchen Fällen hilft dir deine Gewerkschaft – zum Beispiel durch den Rechtsschutz für alle Mitglieder!

  • Sonderurlaub

    Unter bestimmten Bedingungen bekommst du laut Arbeitsrecht Sonderurlaub, dazu zählen:

    • Tod eines_r nahen Angehörigen
    • Geburt deines Kindes
    • Staatsbürgerliche Pflichten (z. B. ein Gerichtstermin)

    Gilt für dich ein Tarifvertrag, können weitere Gründe anerkannt werden, zum Beispiel: 

    • dein Umzug
    • Krankheit deines Kindes, während der du es pflegen musst
  • Urlaubsanspruch

    Die genaue Anzahl der Urlaubstage richtet sich nach deinem Alter und ist in deinem Ausbildungsvertrag angegeben – entweder in Werktagen oder in Arbeitstagen.

    Eine Regelung nach Werktagen bedeutet für dich: Sechs Urlaubstage pro Woche, nämlich Montag bis Samstag.

    Wenn der Urlaubsanspruch in Arbeitstagen angegeben wird, gilt die Anzahl der Tage, die du regelmäßig im Betrieb bist – in der Regel sind das fünf Tage pro Woche.

    Bis zum 18. Lebensjahr

    Bevor du 18 wirst, gilt für dich das Jugendarbeitsschutzgesetz (kurz JArbSchG, PDF-Download). Das Gesetz unterscheidet nach deinem Alter, bist du also zu Beginn des Kalenderjahres:

    • jünger als 16 Jahre, gibt es mindestens 30 Werktage Urlaub 
    • jünger als 17 Jahre, gibt es mindestens 27 Werktage Urlaub 
    • jünger als 18 Jahre, gibt es mindestens 25 Werktage Urlaub 

    Der Urlaubsanspruch ist also als Mindestmaß und in Werktagen angegeben, was für dich heißt: sechs Urlaubstage pro Woche - auch wenn du eigentlich eine Fünf-Tage-Woche hast.

    Sind in deinem Ausbildungsvertrag die endgültigen Urlaubstage trotzdem in Arbeitstagen festgehalten, wird das Ganze also folgendermaßen umgerechnet:

    • 30 Werktage Urlaub bedeuten 25 freie Arbeitstage
    • 27 Werktage Urlaub bedeuten 23 freie Arbeitstage
    • 25 Werktage Urlaub bedeuten 21 freie Arbeitstage

    Ab dem 18. Lebensjahr

    Sobald du volljährig bist, gilt für dich das Bundesurlaubsgesetz (kurz BurlG, PDF-Download). Du zählst dann als normale_r Arbeitnehmer_in und bekommst 24 Werktage – also mindestens vier Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr.

  • Urlaubsantrag

    Für deinen Erholungsurlaub musst du einen Antrag stellen, den dein_e Ausbilder_in nur aus betrieblichen Gründen (z. B. feststehender Betriebsurlaub) oder aus wichtigen sozialen Gründen (z. B. Vorrang von Mitarbeiter_innen mit Kindern) ablehnen darf.

    Deine Teilnahme an einem anerkannten Bildungsurlaub musst du üblicherweise als "Mitteilung an den Arbeitgeber" und spätestens sechs Wochen vor Seminarbeginn beantragen. Deine Personalabteilung darf nur aus dringenden betrieblichen Gründen (z. B. Hochsaison oder Unterbesetzung durch krankheitsbedingte Ausfälle) ablehnen.

    In diesem Fall kannst du in der Regel den Bildungsurlaub übertragen und erhöhst dadurch deinen Gesamtanspruch im nächsten Jahr.

    Problemlösung / Bewilligung

    Auf jede Art von Urlaubsantrag musst du nach spätestens einem Monat eine Antwort erhalten oder darfst ansonsten deinen Urlaub wie geplant starten – theoretisch zumindest, praktisch hakst du aber lieber nochmal nach!

    Im Ernstfall kannst du auch deine Interessenvertretung kontaktieren oder deinen Anspruch per Schlichtung oder gerichtlich einfordern.

    Nachdem du einmal deinen Urlaub bewilligt bekommen hast, kannst du ihn nicht mehr kurzfristig zurückziehen. Gleiches gilt natürlich auch für deinen Arbeitgeber!

  • Zeitpunkt

    Deinen Urlaubsantrag (siehe Abschnitt unten) darfst du erst nach Ablauf der Wartezeit einreichen, d. h. ab dem siebten Ausbildungsmonat.

    Achte außerdem darauf, dass du deinen Urlaubsanspruch möglichst im laufenden Jahr nimmst! Du darfst ihn nur mit wichtigem Grund (z. B. Krankheit) auf das folgende Jahr übertragen, sonst verfällt dein Resturlaub zum 31. März des Folgejahres.

    Mindestens zwei Wochen des Jahresurlaubs musst du während deiner Berufsschulferien nehmen, nur in Ausnahmefällen und mit deiner Zustimmung darf er auch in die Berufsschulzeit fallen.

    Sprich dich am besten mit deinen Vorgesetzten ab, wann der beste Zeitpunkt ist!