Studentenstatus & Versicherungen

Die rechtlichen Regelungen für dual Studierende sind teilweise undurchsichtig, weil es entweder noch gar keine Rechtsgrundlage gibt oder die Ausgestaltung je nach Bundesland voneinander abweicht.

Grundsätzlich werden praktische Ausbildung und Vergütung je nach Fachrichtung in einem Ausbildungsvertrag
Praktikantenvertrag oder in einem Volontariatsvertrag geregelt.

Um den Anforderungen von Hochschule und Unternehmen gleichermaßen gerecht zu werden, erfolgt in beiderseitiger Kooperation eine enge inhaltliche und organisatorische Abstimmung.

Weiterführende Infos zum Thema findest du in den folgenden Abschnitten und über unsere schlaue Box!

  • Arbeitnehmer- oder Studentenstatus?

    Während deiner Zeit an der Hochschule gilst du als ganz normale_r Student_in, du bist immatrikuliert und genießt Studentenstatus.

    Du erhältst einen Studentenausweis und vergünstigte Angebote, wie das Semesterticket für öffentliche Verkehrsmittel oder auch einen Platz im Studentenwohnheim.

    In einem praxis- oder ausbildungsintegrierten dualen Studiengang hast du unter Umständen auch Anspruch auf BAföG oder Kindergeld. Deine Ausbildungsvergütung wird beim BAföG allerdings als Einkommen angerechnet, beim Bezug von Kindergeld sind dagegen Anfang 2012 die Grenzen für die Einkommenshöhe weggefallen.

    Ob du als Auszubildende_r, Arbeitnehmer_in oder als Studierende_r giltst, hängt von der jeweiligen Erscheinungsform deines dualen Studiums ab.

    Damit verbunden ist eine unterschiedliche sozialversicherungsrechtlich Einordnung.

    Komplizierter wird es ggf. bei Zusatzeinkünften. Auch bei der Unfallversicherung gelten einige Besonderheiten für dual Studierende. 

    Zu diesen Unterschieden findest du Details in den folgenden Abschnitten.

  • praxisintegriertes Studium

    Studierende in praxisintegrierten dualen Studiengängen gelten in der Regel als Werkstudent, sofern die praktischen Lerninhalte vorrangig durch die Hochschule bestimmt werden und damit als Teil der Hochschulausbildung gelten.

    In einem praxisintegrierten dualen Studium bist du Auszubildende_r oder Praktikant_in. Dies allerdings nicht im Sinne des BBiG (PDF-Download).

    Üblicherweise hast du in diesem Fall keinen Arbeitnehmer-, sondern Studentenstatus, die betriebliche Phase gilt als Teil deiner Hochschulausbildung.

    Gesetzliche Ansprüche auf UrlaubKündigungsschutz oder eine bestimmte Bezahlung lassen sich dementsprechend nur schwer durchsetzen.

    Ebenso gelten Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen nur dann für dich, wenn darin explizit duale Studiengänge genannt sind!

    Deine betriebliche Vergütung bleibt also sozialversicherungsfrei – unabhängig davon:

    • wie oft und wie lange du im Betrieb bist.
    • ob du ggf. deine Praxisphase früher als dein Studium angetreten hast.
    • ob du mit deinem Partnerbetrieb einen eigenen Vertrag abgeschlossen hast.

    Ausnahmen
    ...bestätigen die Regel. Du genießt leider keinen Werkstudentenstatus:

    • wenn ggf. bereits vor Beginn deines Studiums ein Beschäftigungsverhältnis mit deinem Partnerbetrieb bestand.
    • wenn anstelle der Hochschule vorrangig dein Betrieb die Lehrinhalte und Fomen der Praxisphasen bestimmt.
      Das gilt zum Beispiel für das Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften FH Ingolstadt (Verbundmodell und Stipendiatenmodell).
    • wenn du dich in einem praxisintegrierten dualen Studiengang an einer Fachhochschule der öffentlichen Verwaltung befindest.
      Eine solche Hochschulausbildung zählt immer als Bestandteil eines Beschäftigungsverhältnisses, somit besteht Sozialversicherungspflicht!

    Übrigens: Noch bis 2010 wurden häufig auch in „normalen“ praxisintegrierten dualen Studiengängen Sozialversicherungsbeiträge fällig.

    Mehr zu dieser Entwicklung findest du auf den Seiten der DGB-Jugend.

  • Unfallversicherungsschutz

    Der Unfallversicherungsschutz im dualen Studium erstreckt sich sowohl auf deine Hochschule als auch auf den Betrieb.

    Bei Unfällen im Unternehmen ist dein Arbeitgeber zuständig, in der Hochschule die Landesunfallkasse.

    Für praxisintegriert Studierende leistet die Landesunfallkasse unter Umständen den Versicherungsschutz sowohl für Unfälle am Arbeitsplatz als auch in der Uni.

    Im Zweifelsfall solltest du die Zuständigkeiten für deinen persönlichen Fall klären lassen!