Promotion

Wer nach einem Studienabschluss erneut die Hochschule besucht, um einen Doktorgrad zu erwerben, steht am Übergang zwischen Hochschulausbildung und wissenschaftlichem Berufsleben.

Wichtig: Die Promotion gilt nicht mehr als Erstausbildung, sondern als Weiterbildung – ähnlich wie der Meistertitel nach einer dualen Ausbildung. Das hat Auswirkungen auf deinen Studentenstatus.

Details dazu findest du unten im Abschnitt "Krankenversicherung", weiterführende Infos rund um die Promotion über unsere schlaue Box.

Solltest du ausnahmweise deinen Studentenstatus beibehalten dürfen, findest du in unserem Menü rund ums Studium unter Studentenstatus 
die entsprechend geltenden Infos zu Arbeitgeberanteilen, Brutto- / Netto-Einkommen. Dazu gibt es Tipps zu (un)sinnigen Versicherungen im Studium.

Oder schlag nach in unserem Stichwortverzeichnis Ausbildung von A bis Z. Die Quintessenz zu wichtigen Begriffen - kurze basics, keine Schnörkel. Zum Beispiel zu SozialversicherungLohnsteuer und verwandten Themen. 

  • Der Weg zum Ziel

    Viele Wege führen zur Promotion!

    Hochschulen bieten beispielsweise so genannte „Graduiertenkollegs“, die eine zügige Promotion in Aussicht stellen – Plätze sind allerdings rar und sehr begehrt. Genauso kannst du in Teilzeit an einer Hochschule "wissenschaftlich mitarbeiten".

    Vielleicht findest du auch an einer außeruniveristären Einrichtung eine Promotionsstelle oder du fragst einfach eine_n Professor_in, ob sie oder er für eine Betreuung deiner Doktorarbeit bereit steht.

    Mehr Infos gesucht? Auf zur schlauen Box!

  • Finanzierung

    Die Frage der Finanzierung ist für viele entscheidend – für oder gegen eine Promotion.

    Grundsätzlich gibt es vier Möglichkeiten:

    • Aufnahme in ein Graduiertenkolleg mit Stipendium
    • Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigung an einer Hochschule oder außeruniversitären Einrichtung
    • Stipendium einer religiösen oder politischen Stiftung, Angebote findest du über die schlaue Box!
    • Eigenfinanzierung durch einen Nebenjob oder Zuwendungen aus deinem Umfeld

    Tipp: Deutscher Studienpreis
    Die Körber-Stiftung vergibt im Rahmen des "Deutschen Studienpreises" für herausragende Promotionen bis zu 30.000 Euro pro Jahr. Voraussetzungen sind ein exzellentes Ergebnis und die gesellschaftliche Bedeutung der Promotionsarbeit!

  • Krankenversicherung

    Während der Promotion genießt du keinen Studentenstatus mehr und kannst dich somit auch nicht studentisch krankenversichern.

    Ausnahmen sind nur möglich, wenn du parallel in einem ordentlichen Studiengang immatrikuliert bist und auch alle weiteren Voraussetzungen erfüllst. Erkundige dich dazu bei deiner Krankenkasse.

    In allen anderen Fällen besteht für dich als Promovierende_r Krankenversicherungspflicht, hier gibt es dann mehrere Varianten:

    • als Arbeitnehmer_in versichert

    Wer parallel zur Promotion einer abhängigen Beschäftigung nachgeht, zählt als ganz normale_r Arbeitnehmer_in.

    Liegt dabei dein Erwerbseinkommen regelmäßig über 400 Euro pro Monat, führt dein Arbeitgeber für dich einkommensabhängige Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung ab.

    Welche Beiträge eines Erwerbseinkommens in welcher Höhe, wann, wofür und von wem entrichtet bzw. einbehalten werden müssen, haben wir speziell für Auszubildende unter Finanzen rund um die Ausbildung zusammengefasst.

    Viele dieser Regelungen gelten auch für Arbeitnehmer_innen. Surf doch gleich mal vorbei!

    • über Arbeitslosengeld II (kurz ALG II) versichert

    Hast du dich nach Abschluss des Studiums arbeitsuchend gemeldet und beziehst ALG II, dann führt das Jobcenter für dich Beiträge an die gesetzliche Krankenversicherung ab – falls du nicht schon familienversichert bist!

    Nachteil: Selbst wenn du deine Promotion zügig vorantreibst, wird das Jobcenter auf einer ernsthaften Jobsuche bestehen. Ggf. musst du also auch eine Arbeitsstelle annehmen – und parallel zum Berufseinstieg ist eine Promotion eine echte Herausforderung!

    • familienversichert

    Die kostenlose Familienversicherung bei den Eltern ist während der Promotion normalerweise nicht mehr möglich, selbst wenn du die Altersgrenze noch nicht überschritten hast.

    Ausnahmen gelten nur, wenn du:

    • parallel in einem ordentlichen Studiengang immatrikuliert bist und dich in einer Ausbildung befindest.
      Wichtig: Das Promotionsstudium zählt nicht als Ausbildung!

    oder

    • verheiratet bist und deine steurpflichtigen Einnahmen die Einkommensgrenze nicht überschreiten.
      Wichtig: Laut § 3 Nr. 44 Einkommenssteuergesetz (kurz EStG, PDF-Download) werden Stipendien oft nicht einberechnet und dürfen dann durchaus mehr als 400 Euro pro Monat betragen!

    oder

    • in einer eingetragenden Partnerschaft lebst und deine steurpflichtigen Einnahmen die Einkommensgrenze nicht überschreiten.
      Wichtig: Laut § 3 Nr. 44 EStG werden Stipendien oft nicht einberechnet und dürfen dann durchaus mehr als 400 Euro pro Monat betragen!
       
    • freiwillig gesetzlich versichert

    Wenn du weder arbeitsuchend gemeldet, noch Arbeitnehmer_in oder familienversichert bist, musst du dich über die so genannte freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Dabei gilt ein Mindestbeitrag, der sich ggf. nach deinen Einkünften richtet.

    Wichtig: Als Einkünfte gelten auch steuerfreie Einnahmen, soweit sie dazu gedacht und geeignet sind, deinen Lebensunterhalt zu decken - z. B. Promotionsstipenden!

    Laut einem Urteil des Sozialgerichts Hannover von 2009 werden Stipendien zwar nicht zwingend einberechnet, allerdings kann das in der Satzung deiner Krankenkasse so geregelt sein. Erkundige dich dazu bei deiner Krankenkasse.

    • privat versichert

    Unter Umständen kannst du dich wahlweise auch in einer privaten Krankenkasse versichern. Es handelt sich dann um einen privatrechtlichen Vertrag, dessen Inhalte die Vertragspartner weitgehend frei gestalten können.

    Für verbindliche Hinweise dazu empfehlen wir dir deine Interessenvertretung oder eine individuelle Rechtsberatung!