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12.12.2014

Urlaub übrig?

  • Wecker am Sandstrand mit Schild ACHTUNG: RESTURLAUB?

So rettet ihr eure restlichen Urlaubstage ins neue Jahr!

Der Jahreswechsel steht kurz bevor und ihr habt noch Urlaubstage übrig? Dann gelten ein paar Regeln, damit ihr keine wertvolle Urlaubszeit verschenkt. Die wichtigsten haben wir hier für euch zusammengetragen.

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber nach § 7 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) verpflichtet, eure Urlaubswünsche zu berücksichtigen – das gilt auch für den gewünschten Urlaubzeitraum. Wenn ihr allerdings am Jahresende noch Urlaubstage übrig habt, wird die Sache etwas komplizierter.

Resturlaub ins neue Jahr übertragen – wie läuft das?
Euren Urlaub bekommt ihr prinzipiell im laufenden Kalenderjahr gewährt und müsst ihn auch bis Jahresende in Anspruch nehmen (§ 7 Abs. 3 BurlG). Auf das nächste Kalenderjahr dürft ihr ihn nur übertragen, wenn der Arbeitgeber damit einverstanden ist und im Arbeitsvertrag nichts anderes vereinbart wurde.

In der Praxis gewähren Arbeitgeber ihren Mitarbeitern häufig eine Übertragung bis zum 31. März des Folgejahres. Der übertragene Urlaub muss dann in den ersten drei Monaten vollständig genommen werden, es reicht nicht, den Urlaub erst Ende März anzutreten.

Wenn ihr das schriftlich mit eurem Arbeitgeber vereinbart, habt ihr im Fall eines Konflikts gute Karten – eine simple E-Mail genügt. Sollte es nämlich später doch zum Streit kommen, habt ihr einen klaren Beweis und damit einen Rechtsanspruch auf euren Resturlaub.

Meistens dürft ihr auch Urlaubstage übertragen, wenn:

  • dringende betriebliche Gründe vorliegen, wenn ihr also beispielsweise einen Auftrag fristgerecht (noch im alten Jahr) erfüllen müsst. Das gilt ebenso bei personellen Engpässen in Saisonbetrieben, bei plötzlich erhöhter Produktionsnachfrage, bei Jahresabschlussarbeiten oder, weil euch Betriebsferien oder krankheitsbedingte personelle Ausfälle eure Planung durchkreuzen.

Achtung: Unter Umständen können auch die Urlaubswünsche eurer Kolleg_innen relevant sein, falls andere Beschäftigte nach sozialen Gesichtspunkten Vorrang bei der Wahl ihres Urlaubstermins haben. Soziale Kriterien sind zum Beispiel die Anzahl schulpflichtiger Kinder, die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder familienbedingte Zwänge wie etwa eine Krankheit oder eine Berufstätigkeit des Partners.

  • persönliche Gründe vorliegen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ihr oder ein Familienmitglied eine langanhaltende Krankheit bekommt, die es euch unmöglich macht, euren Urlaub fristgerecht zu nehmen.

Achtung: Falls der zwingende Grund im Laufe des Jahres irgendwann nicht mehr vorliegt, müsst ihr euren Resturlaub antreten – auch dann, wenn das dann nur noch teilweise möglich ist.

Außerdem gibt es natürlich Tarifverträge mit Regelungen, die den Urlaubsanspruch anders befristen oder eben festschreiben, dass der Anspruch mit dem Ende des Jahres erlischt. Fragt am besten eure_n zuständige_n Jugendsekretär_in, ob ein entsprechender Tarifvertrag für euren Betrieb vereinbart wurde.

Darf der Arbeitgeber Urlaub verweigern oder selbst bestimmen?
Unter bestimmten Umständen kann der Arbeitgeber den Zeitraum eures Urlaubs eigenverantwortlich festlegen. Wenn ihr dann nicht widersprecht, ist der Urlaub gewährt und auch erfüllt.

Hierbei spielen ebenfalls soziale Kriterien eine Rolle, falls zu viele Beschäftigte auf einmal Urlaub haben möchten. Ebenso können dringende betriebliche Gründe vorliegen, etwa abzusehende Produktionsschwankungen.

In Ausnahmefällen nach § 7 Abs. 1 Halbsatz 2 BurlG gilt für den Arbeitgeber

  • das sogenannte Leistungsverweigerungsrecht: Kann er nachweisen, dass der Betrieb unter erheblichen personellen Engpässen leidet – das gilt etwa in Saisonbetrieben während der Saison – dann darf er euren gewünschten Urlaubszeitpunkt verweigern. Ein solches Recht steht dem Arbeitgeber jedoch nur bei erheblichen Gründen zu, also nicht etwas schon dann, wenn nur der regelmäßige Betriebsablauf gestört würde.

Allerdings müsst ihr diese einseitige Festlegung durch euren Arbeitgeber nicht akzeptieren, denn für Beschäftigte gilt

  • das sogenannte Annahmeverweigerungsrecht: Euer Arbeitgeber muss dann ggf. nochmal einen alternativen Urlaubszeitraum festlegen – wenn möglich, sollte er dabei die dann vorliegenden Erkenntnisse berücksichtigen.

Übrigens: Habt ihr euch schließlich auf einen ordnungsgemäß erteilten Urlaubszeitraum geeinigt, gilt der unumstößlich für beide Seiten! Es ist dann also wegen der Planungssicherheit grundsätzlich nicht mehr möglich, den gewährten Urlaub einseitig zu widerrufen.

Passende Infos findet ihr auch in unserem Artikel zur Urlaubsplanung.