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31.10.2014

Theorie oder Praxis? Einmal alles, bitte!

  • Zwei junge Frauen blicken lachend in die Zukunft

„Ausbildung spezial“ im Dualen Studium

Ein Duales Studium ist eine hervorragende Kombination aus wissenschaftlich-theoretischer und betrieblich-praktischer Ausbildung. Allerdings birgt diese Sonderform einer Ausbildung leider auch kritische Aspekte. Wir werfen einen Rundumblick auf Duale Studiengänge in Deutschland.

Duale Studiengänge (gelegentlich auch als „Studium im Praxisverbund“ bezeichnet) verknüpfen ein Studium an einer Hochschule oder (Berufs-)Akademie mit regelmäßigen ausgiebigen Praxisphasen in einem Betrieb – oder sogar mit einer anerkannten betrieblichen Berufsausbildung. Theoriephasen an der Hochschule oder Akademie und praktische Phasen im Ausbildungsbetrieb stehen im steten Wechsel.

Allerdings sind Duale Studiengänge auch zeitintensiver – weswegen die meisten Arbeitgeber ihren Dual-Studierenden eine Vergütung zahlen, damit die sich besser auf ihren Studiengang konzentrieren können. Bedeutet: Ein Dualer Studiengang sichert auch den eigenen Lebensunterhalt deutlich besser ab als ein „herkömmliches“ Studium.

Sicherheit schlägt Freiheit?
Ebenso sicher fühlen dürfen sich Absolvent_innen: Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) werden rund 89 Prozent aller Dual-Studierenden nach ihrem Abschluss übernommen.

Also alles super? Jein. Dual-Studierende haben wie Auszubildende nur etwa 30 Urlaubstage pro Jahr, monatelange Semesterferien genießen sie also nicht. Ebenso wenig können sie ihre Zeit frei einteilen oder sich rein interessehalber mal in eine ganz andere Vorlesung setzen.

Ein Duales Studium ist eben durchgetaktet und hat sehr geregelte Strukturen. Sicherheit schlägt Freiheit? Aktuell sind rund 64.000 junge Leute in Deutschland dieser Ansicht und befinden sich in einem Dualen Studiengang. Und ihre Plätze sind begehrt: Nach BBIB-Studie bewerben sich auf einen dualen Studienplatz im Schnitt 33 Menschen. In den meisten Fällen sollte die Bewerbungsphase also mindestens ein Jahr vor Studienbeginn starten.

Und auch weitere Aspekte des dualen Studiums sind eher kritisch zu betrachten:

  • Keine Tarifregelung

Beim Thema Vergütung sind Dual-Studierende fast immer auf den guten Willen der Partnerbetriebe angewiesen, weil gesetzliche Regelungen dazu fehlen. Immer mehr Gewerkschaften versuchen daher, Dual-Studierende tariflich zu verankern. Noch besser wäre natürlich eine allgemeine staatliche Studienfinanzierung.

  • Keine Vergleichbarkeit

Duale Studiengänge fallen nicht in den Kompetenzbereich des Bundes. Konkrete Ausbildung und Abschlüsse sind länderspezifisch unterschiedlich geregelt. Darunter leiden Vergleichbarkeit und Anerkennnungsmöglichkeiten der dualen Abschlüsse – insbesondere bei einem anschließend geplanten Hochschulstudium.

Ebenso unterschiedlich sind anfallende Studiengebühren und ggf. ihre Höhe, auch hierüber entscheidet jedes Bundesland für sich. Entsprechend differenziert solltet ihr Informationen zum Dualen Studium betrachten.

Unterm Strich gilt: Welche Ausbildungsform für wen die richtige ist, lässt sich pauschal nicht sagen. Doch ein Duales Studium kann eine gute Alternative sein für alle, die sich nicht zwischen Theorie und Praxis entscheiden wollen und lieber geregelte Strukturen haben, als ihre Zeit eigenverantwortlich einzuteilen.

Wir wünschen euch in jedem Fall eine erfolgreiche Ausbildung!

Mehr Infos zu den verschiedenen Erscheinungsformen und Fachrichtungen, zu Vergütungen, Zahlen und Fakten des Dualen Studiums gibt es auf ausbildung.info – unserem Serviceportal zur Ausbildung.