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26.07.2018

Sommer, Sonne, Ferienjob

  • Teenager mit Geldscheinen

Arbeitsschutz für junge Beschäftigte

Im Sommer wollen viele ihre persönliche Kasse durch einen Ferienjob aufbessern. Für junge Menschen gelten beim Arbeiten allerdings besondere Schutzrichtlinien. Was dabei erlaubt ist und was nicht, haben wir hier zusammengefasst.

Das Wichtigste zuerst
Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) regelt alle wichtigen Details zum Nebenverdienst für alle unter 18. So steht im JArbSchG zum Beispiel, dass Jugendliche nur leichte Arbeiten übernehmen dürfen wie beispielsweise Eis verkaufen oder Zeitungen austragen.

Nichtsdestotrotz hast du vielleicht Pech und ziehst dir am Arbeitsplatz eine Verletzung zu. Eine Sorge weniger: In solchen Fällen greift die Unfallversicherung deines Arbeitgebers, sie deckt alle Unfälle während der Arbeitszeit und auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit.

Hä? Ich dachte Kinder- und Jugendarbeit ist verboten?
Ist sie auch. Bis zum einschließlich 14. Lebensjahr ist arbeiten grundsätzlich illegal. Ausnahmen bestätigen aber die Regel:

  • Wenn die Eltern zustimmen, darf ab ab 13 Jahren bis zu zwei, in der Landwirtschaft bis zu drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr gearbeitet werden.
  • Ab 15 giltst du als Jugendlicher und unterliegst dadurch weniger Einschränkungen für die Ferienarbeit. Dann darfst du also zwischen 6 und 20 Uhr bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Wer 16 ist, darf z.B. in der Gastronomie montags bis freitags auch bis 22 Uhr tätig sein.
  • Damit genügend Zeit zur Erholung bleibt, ist die Arbeitszeit für Schulpflichtige in den Ferien auf vier Wochen beschränkt.

Im Allgemeinen gilt für Jugendliche auch ein Arbeitsverbot am Wochenende, doch auch hier gibt es Ausnahmen wie etwa Sportveranstaltungen, die Arbeit in Krankenhäusern oder in der Landwirtschaft (vgl. JArbSchG §16, §17)

Das JArbSchG regelt außerdem die Pausenzeiten: Wer viereinhalb bis sechs Stunden pro Tag arbeitet, hat Anspruch auf 30 Minuten Pause (bei über sechs Stunden Arbeitszeit auf eine volle Stunde).

Und was ist mit dem Lohn?
Für alle Volljährigen gilt das Mindestlohngesetz, d.h. sie müssen nach aktuellem Stand wenigstens 8,84 Euro pro Stunde verdienen – auch für einen Ferienjob.

Der Mindestlohn gilt auch für geringfügig Beschäftigte (bis 450 Euro im Monat), allerdings leider nicht für alle unter 18 Jahren bzw. ohne abgeschlossene Ausbildung. In diesem Fall hast du leider keinen gesetzlichen Anspruch auf faire Entlohnung.

Trotzdem solltest du dich nicht über den Tisch ziehen lassen und eine angemessene Bezahlung fordern. Wichtig dabei: Du musst zwar keine Sozialversicherungsbeiträge abgeben, aber ab einem Bruttolohn über 750 Euro werden Steuern fällig. Immerhin kannst du dir diese gezahlten Steuern normalerweise am Ende des Jahres zurückholen.

Fragen dazu? Lohnsteuerberatung gibt’s für ver.di-Mitglieder kostenlos!

Brauche ich das schriftlich?
Auch wenn es sich „nur“ um einen Ferienjob handelt, solltest du auf einen Arbeitsvertrag bestehen. Der beschreibt genau, was du zu tun hast, wie viel Geld du dafür bekommst und von wann bis wann du das erledigst.

Falls Probleme auftauchen, vielleicht bei der Einhaltung der Arbeitszeiten, kannst du zusammen mit deinen Eltern dagegen vorgehen. Wendet euch am besten ans lokale Gewerbeamt.

Kostenlose Unterstützung bekommst du als ver.di-Mitglied natürlich auch von deiner ver.di Jugend vor Ort!

Wir wünschen dir spannende Arbeitstage und trotzdem erholsame Ferien!