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14.11.2014

Selbstständigkeit als Berufsperspektive

  • Junge Frau blickt optimistisch in die Zukunft

Wissenswertes für Selbstständige – und für alle, die es werden wollen

Ihr wollt den Sprung in die Selbstständigkeit wagen? Dann solltet ihr unbedingt über den genauen Status Bescheid wissen, der für euren Beruf und/oder euer Gewerbe zutrifft. Dazu hier die wichtigsten Infos – mit freundlicher Unterstützung von mediafon, unserem Beratungsnetzwerk für Selbstständige.

Gleich vorneweg: Es existiert leider keine klare gesetzliche Definition zur Selbstständigkeit. Arbeits-, Steuer- und Sozialrecht ticken teilweise sehr unterschiedlich. Die grundlegendsten Aspekte zu freien Berufen bzw. Gewerbetreibenden haben wir für euch zusammengetragen – und da taucht schon die erste Frage auf: Wer ist eigentlich freiberuflich tätig und wer betreibt ein Gewerbe?

Freier Beruf oder Gewerbe?
Wer auf Rechnung arbeitet, nicht weisungsgebunden oder in die Arbeitsorganisation eines Unternehmens eingebunden ist, ist selbstständige_r Unternehmer_in – und nicht etwa Arbeitnehmer_in oder scheinselbstständig. Selbstständige teilen sich rechtlich in zwei Gruppen: Freiberufler_innen und Gewerbetreibende.

Bei den freien Berufen stehen persönlich geleistete Arbeit und Dienstleistungen im Vordergrund. Das ist zum Beispiel der Fall bei Erziehungs- und Lehrkräften, Kunstschaffenden, im Bereich Design und im Krankenpflegedienst sowie bei Physiotherapeut_innen und Hebammen.

Typisch für Gewerbetreibende sind dagegen Handelsgeschäfte und Kapitaleinsatz wie beispielsweise im Handwerk oder bei Ladenbesitzer_innen.

Welche Pflichten sind zu beachten?
Alle Selbstständigen sind verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern und sich beim Finanzamt registrieren zu lassen.

In bestimmten freien Berufen kann es sein, dass ihr zusätzlich einer Kammer beitreten müsst. Gewerbe- oder Kleingewerbetreibende müssen sowohl ein Gewerbe anmelden als auch Mitglied einer Kammer werden. Gewerbetreibende müssen, Kleingewerbetreibende können sich außerdem ins Handelsregister eintragen lassen.

Bestimmte Berufe wie Hebammen oder Lehrkräfte sowie Selbstständige mit nur einem Auftraggeber müssen, andere können sich über die Deutsche Rentenversicherung versichern. Publizist_innen und Künstler_innen werden über die Künstlersozialkasse renten-, pflege- und krankenversichert.

Berufe wie im Bereich Fotografie und Grafikdesign, ebenso Tagesmütter oder -väter sowie einige Gesundheitsberufe fallen zusätzlich in die Pflichtversicherung bei der Berufsgenossenschaft. Fragt nach, ob euer Beruf dazugehört! Auch eine freiwillige Versicherung kann dort sinnvoll sein.

Macht eine Arbeitslosenversicherung Sinn?
Apropos freiwillige Versicherung: Auch Selbstständige können die „freiwillige Weiterversicherung“ in der Arbeitslosenversicherung in Erwägung ziehen. Voraussetzung dafür: Ihr habt in den zwei Jahren zuvor mindestens zwölf Monate lang Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Arbeitslosenversicherung gezahlt oder unmittelbar vorher Arbeitslosengeld oder eine andere „Entgeltersatzleistung“ bezogen.

Ob diese Versicherung noch Sinn macht, ist durch die Verschlechterungen und Verteuerungen seit dem Jahr 2011 zumindest fraglich. Eure Entscheidung dazu müsst ihr in jedem Fall in den ersten drei Monaten nach Gründung treffen.

ver.di für Selbstständige!
Soviel ist jedenfalls klar: Auch als Selbstständige seid ihr bei ver.di aufgehoben – surft am besten gleich mal vorbei!

Die Kontaktdaten zu unserem Beratungsnetzwerk und einen umfangreichen Ratgeber rund um die Selbstständigkeit, dazu spezielle Bildungsangebote und Termine regionaler Selbstständigen-Gruppen gibt es außerdem auf www.mediafon.net.

Wir wünschen euch schon jetzt einen erfolgreichen Start in eure neue berufliche Zukunft!