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17.02.2017

Raus aus dem Alltag, ab in den Bildungsurlaub!

  • Cover Jugendbildungsprogramm 2017

Alle Infos rund um die Auszeit zur persönlichen Weiterbildung

Du findest deinen Urlaubsanspruch zu mickrig? Wie wären fünf Tagen extra im Jahr? Nimm doch einfach Bildungsurlaub!

Was genau ist Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub bedeutet, dass Beschäftigte und Auszubildende von der Arbeit freigestellt werden, um an Weiterbildungen teilzunehmen. Mit Erholung oder mal Abschalten hat das also nicht unbedingt viel zu tun, denn hier arbeiten deine grauen Zellen auf Hochtouren.

Dafür könnt ihr die Inhalte und Themen eures Bildungsurlaubs selbst bestimmen. Das Angebot reicht von politischer oder beruflicher Weiterbildung bis zu allgemeinbildenden, sportlichen, gesundheitsfördernden und kulturellen Seminaren. Wie beim normalen Urlaub gibt es eine Lohnfortzahlung. Allerdings fallen auch Seminargebühren an, die ihr selbst tragen müsst. Außer für Seminare der ver.di Jugend: Unsere Mitglieder urlauben meist kostenlos!

Wozu Bildungsurlaub?
Bildungsurlaub ist selbstbestimmtes Lernen in einer solidarischen Umgebung. Ganz nach deinem Geschmack stärkst du damit unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten. Interessierst du dich z.B. für politische Zusammenhänge? Oder weißt du schon, welche berufliche Entwicklung du einschlagen willst? In vielen Bundesländern ist für Auszubildende sowohl eine politische als auch berufliche Weiterbildung möglich. Bildungsurlaub macht dich also fit in jeglicher Hinsicht!

Außerdem ist das DIE Gelegenheit für einen Tapetenwechsel: Raus aus dem Alltag, mal was anderes machen! Nimm etwas Abstand zum Arbeitsalltag und bau dadurch Stress und Arbeitsdruck ab – dann steckt auch im Bildungsurlaub ein bisschen Urlaub!

Wo gibt es Bildungsurlaub?

Bereits 1976 hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, lebenslanges Lernen zu unterstützen und zu fördern. Dafür sollte es eigentlich in ganz Deutschland eine einheitliche Regelung zum Bildungsurlaub geben. Ein Bundesgesetz wurde aber nie verabschiedet. Stattdessen hat jedes Bundesland sein eigenes Gesetz zum Bildungsurlaub – außer Sachsen und Bayern, die haben immer noch keins. Vielleicht gilt stattdessen eine entsprechende Regelung in deinem Tarifvertrag, nimm dazu am besten Kontakt mit deiner JAV auf!

Die verschiedenen Ländergesetze sind prinzipiell sehr ähnlich, aber im Detail dann doch unterschiedlich. Das heißt: Ist ein Seminar in einem Bundesland als Bildungsurlaub anerkannt, muss das in einem anderen Bundesland nicht zwingend genauso sein. Wenn du also reif für die Insel oder besser: für den Bildungsurlaub bist, musst du sicher sein, dass dein Wunsch-Seminar in dem Bundesland, wo du deine Ausbildung machst, als Bildungsurlaub gilt. Nur dann hast du Anspruch darauf.

Wie viele Urlaubstage sind drin?
Auszubildende und Beschäftigte bekommen je nach Bundesland unterschiedlich viele Tage Bildungsurlaub gewährt, teilweise werden nur Seminare zur politischen Bildung anerkannt.
Hier findest du eine Übersicht zum Urlaubsanspruch je nach Bundesland.

Los geht’s: 8 Schritte bis zum Bildungsurlaub!

  1. Schau nach, ob es in deinem Bundesland Bildungsurlaub gibt – entscheidend ist dein Ausbildungsort (nicht der Wohnort)!

  2. Wenn du Anspruch auf Bildungsurlaub hast, such‘ dir ein Seminar aus, auf das du Lust hast und das in deinem Bundesland als Bildungsurlaub gilt. Jedes Bundesland hat dazu eigene Datenbanken oder zumindest Listen mit anerkannten Seminaren. Besonders empfehlenswert für alle Auszubildenden und JAVen ist das Bildungsprogramm der ver.di Jugend,die meisten unserer Seminare sind für dich als Mitglied sogar kostenlos!

  3. Vor der Anmeldung fragst du den Veranstalter besser nochmal ausdrücklich, ob eine Anerkennung nach dem Bildungsurlaubsgesetz deines Bundeslandes vorliegt. Falls du darauf keine verbindliche Aussage bekommst, solltest du lieber die Finger von diesem Seminar lassen! Und wenn alles passt, geht es weiter mit Schritt 4.

  4. Denk daran, dass dein Betrieb oder deine Dienstelle deine Abwesenheit einplanen muss. Beantrage also deinen Bildungsurlaub so früh wie möglich – genauso wie normalen Urlaub. Meistens gelten je nach Gesetz Antragsfristen von vier bis sechs Wochen, die du einhalten musst.

  5. Nach der Anmeldung zum Seminar deiner Wahl bekommst du deine Anmeldebescheinigung, den Anerkennungsbescheid (als Bildungsurlaub) und den Ablaufplan des Seminars zugeschickt. Diese Unterlagen gibst du in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle dort ab, wo du auch deinen normalen Urlaub beantragst. Und zwar zusammen mit einem schriftlichen, formlosen Antrag auf Bildungsurlaub, z. B. so:

    "Hiermit beantrage ich eine Freistellung zum Bildungsurlaub (Achtung: in Baden-Württemberg heißt es statt Bildungsurlaub „Bildungszeit“) vom ... bis ... In der Anlage finden Sie den zugehörigen Ablaufplan, Anerkennungsbescheid und meine Anmeldebestätigung."  Datum und Unterschrift nicht vergessen! Am Schluss kopierst du alle Unterlagen, heftest sie bei dir ab und gibst den Antrag ab.

  6. Jetzt müssen dein Betrieb bzw. deine Dienststelle den Antrag prüfen und dich über die Entscheidung informieren. Auch dafür gibt es Fristen – leider wieder unterschiedlich je nach Bundesland, ein Blick ins Landesgesetz hilft auch hier weiter.

  7. Wenn dein Antrag genehmigt wurde: Herzlichen Glückwunsch und ab in den Bildungsurlaub! Bei einer Absage verlangst du am besten eine schriftliche Begründung und gehst damit direkt zur JAV. Dann prüft ihr gemeinsam, ob die Ablehnung tatsächlich berechtigt ist, z.B. wegen nicht eingehaltener Fristen. Wenn die Ablehnung sich nur auf das gewählte Seminar und/oder auf den konkreten Termin bezieht, kannst du einen neuen Antrag für ein anderes Thema oder einen anderen Zeitraum stellen.

  8. Am Ende deines Bildungsurlaubs bekommst du vom Veranstalter eine Teilnahmebestätigung, die du im Betrieb oder deiner Dienststelle abgeben musst – als Nachweis, dass du das Seminar auch wirklich besucht hast.

Und jetzt: Viel Spaß im Bildungsurlaub!

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