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29.01.2014

Mehr Geld für Auszubildende!

  • Auszubildender mit Schild GEMEINSAM STARK FÜR MEHR GELD

Tarifliche Ausbildungsvergütungen In 2013 wieder gestiegen

Nach Auswertung der Ausbildungsvergütungen vermeldet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) für 2013 erneut einen kräftigen Anstieg in Ost und West. Erfasst wurde dabei das jeweilige Entgelt von knapp 90 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass sich eine Gewerkschaftsmitgliedschaft auszahlt – auch in barem Geld!

Das BIBB ermittelte für seine diesjährige Auswertung die Durchschnittsvergütungen für 184 Berufe in Westdeutschland sowie 152 Berufe im Osten der BRD. Damit wurden 88 % aller Auszubildenden aus den nach Beschäftigtenzahlen größten Tarifbereichen Deutschlands erfasst.

Erstes erfreuliches Ergebnis: In Ost und West ging es aufwärts – und zwar im jeweils gleichen Ausmaß, wie schon im Jahr zuvor. In einigen von ver.di betreuten Tarifbereiche wurden die Ausbildungsvergütungen sogar überdurchschnittlich angehoben, beispielsweise im öffentlichen Dienst der Länder und im Einzelhandel.

Die Zahlen im Einzelnen:

Durchschnittsvergütung pro Monat

  • West: 767 € brutto, also ein Anstieg um 4,1 Prozent gegenüber 2012
  • Ost: 708 € brutto, was einem Plus von 5,0 Prozent im Vergleich zu 2012 entspricht
  • Gesamt-BRD: 761 € brutto oder 4,2 Prozent mehr als in 2012

Damit wurde im Osten 92 Prozent des westlichen Tarifniveaus erreicht und der Abstand um immerhin einen Prozentpunkt verringert.

Allerdings gab es dabei deutliche Unterschiede der Vergütungssätze je nach Ausbildungsberuf und auch nach Ausbildungsbereichen:

Schlusslichter

  • Florist_in: 571 € im Westen und sogar nur 312 € im Osten
  • Maler_in und Lackierer_in: 558 € „hier wie dort“
  • Bäcker_in: 550 € im Westen wie auch im Osten
  • Friseur_in: 469 € im Westen und leider nur 269 € im Osten
  • Vergütungen im Handwerk: Hier wurden im Westen 638 € bezahlt, im Osten 542 €

Spitzenreiter

  • Mechatroniker_in: 938 € im Westen und 921 € im Osten
  • Kaufmann_frau für Versicherungen und Finanzen: 935 € „hüben wie drüben“
  • Medientechnologe_in Druck: 905 € im Westen wie auch im Osten
  • Maurer_innen konnten sich ebenfalls freuen: 999 € gab es für sie – allerdings nur im Westen. In Ostdeutschland hatte dieselbe Berufsgruppe mit 803 € pro Monat deutlich weniger in der Tasche.
  • Industrie und Handel: Hier gab es im Westen 839 € und im Osten 764 €
  • Öffentlicher Dienst: 830 € im gesamten Bundesgebiet

Zugpferde der Entwicklung
Einerseits geht es der deutschen Wirtschaft vergleichsweise gut, wodurch auch Tariflöhne und -gehälter einen ähnlichen Anstieg wie schon in 2012 hinlegten. Andererseits spielt offenbar auch die demografische Entwicklung eine wichtige Rolle: Sie macht es mittlerweile deutlich schwerer, die betrieblichen Ausbildungsstellen zu besetzen.

Übrigens: Die Situation am Ausbildungsmarkt beeinflusste immer wieder auch die Entwicklung der tariflichen Ausbildungsvergütungen. Bei höheren Schulabgängerzahlen standen grundsätzlich viel zu wenige betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung und der Anstieg der Ausbildungsvergütungen hielt sich in deutlichen Grenzen.

Andersherum hatte eine niedrigere Nachfrage nach Ausbildungsplätzen Probleme bei Besetzung der offenen Stellen zur Folge – gegengesteuert wurde dann immer mit deutlich höheren Vergütungssätzen.

Eins bleibt aber auf jeden Fall unverändert: Gewerkschaft lohnt sich. Wie die Zahlen für 2013 mal wieder beweisen.

Super – ich will Mitglied werden!