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17.12.18

Das ändert sich 2019

  • Ein Auto überfährt die Grenze zwischen den Jahren

Neues Jahr, neues Glück, neue Gesetze. Was sich 2019 für Auszubildende und junge Beschäftigte alles ändern wird, können wir nicht vorhersagen. Aber wir haben mal die relevantesten gesetzlichen Änderungen aufgelistet. Und eines ist klar: wir werden auch 2019 alles für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen unserer Mitglieder geben.

Arbeitslosenversicherung wird günstiger
Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt 2019 auf 2,6 Prozent.

Brückenteilzeit mit Rückkehrrecht
Ab 1. Januar 2019 können Beschäftigte ihre Arbeitszeit für eine bestimmte Zeit verkürzen und haben ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit. Dies ermöglicht die sogenannte "Brückenteilzeit". Die Regelung gilt jedoch nur in Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten. Die ver.di Jugend setzt sich weiterhin für mehr Arbeitszeitsouveränität für alle Beschäftigten ein.

Brückentage in 2019
Liegen gesetzliche Feiertage auf einem Donnerstag oder Dienstag, können sich Beschäftigte mit nur einem Urlaubstag ein langes Wochenende von vier Tagen sichern. Wir zeigen, für welche Brückentage ihr im Jahr 2019 eure Urlaubstage beantragen solltet.

Hartz IV steigt um 8 Euro
Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt für Alleinstehende von 416 Euro auf 424 Euro pro Monat.

Gesetzliche Krankenversicherung wieder gerechter
Die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden ab 1. Januar 2019 wieder zu gleichen Teilen von Beschäftigten und Arbeitgebern getragen. Ein Erfolg, denn dies hatte der DGB bereits 2017 mit der Kampagne "Hey Boss, wo bleibt deine Hälfte?" gefordert. Außerdem werden Kleinselbstständige künftig entlastet, der monatliche Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige wird ab 1. Januar 2019 auf 171 Euro halbiert.

Mindestlohn steigt
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1.1.2017 8,84 Euro pro Stunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt. Im Juni 2018 hat die Mindestlohn-Kommission empfohlen, den gesetzlichen Mindestlohn in zwei Schritten zu erhöhen. Wenn die Bundesregierung diesem Vorschlag folgt, steigt der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2019 auf 9,19 Euro und zum 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro. 

Midijobs werden ausgeweitet
Die sogenannte Gleitzone zwischen einem Mini- und Midijob wird 2019 ausgeweitet. Midijobber dürfen künftig zwischen 450 Euro und 1.300 Euro (bisher waren es 850 Euro) verdienen und zahlen dabei reduzierte Sozialversicherungsbeiträge. Dadurch sollen Midijobber künftig die gleichen Rentenansprüche erwerben, als hätten sie den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenversicherung einbezahlt.

Das sehen wir und unser Dachverband kritisch: "Allerdings hält der DGB die Ausweitung der Gleitzone (neu: Einstiegsbereich) für kein probates Mittel, zumal hier Fehlanreize im Arbeitsmarkt in Richtung auf den Niedriglohnbereich nicht auszuschließen sind."

Minijobs häufiger beitragsfrei
Als Minijobs gelten geringfügige Beschäftigungen, die regelmäßig mit nicht mehr als 450 Euro und maximal 5.400 Euro im Jahr entlohnt werden. Wird die Beschäftigung kurzfristig und innerhalb einer bestimmten Zeitgrenze ausgeübt, ist die Regelung nach Verdienst hinfällig. Diese Zeitgrenze wird, wie schon vor dem Jahr 2015, ab 2019 wieder angehoben. Innerhalb der Zeitgrenzen ist der Minijob damit vollständig beitragsfrei, auch für den Arbeitgeber.

Keine Option für uns: Denn wer arbeitet, soll von seinem Einkommen auch leben können. Ein Minijob reicht zur eigenständigen Existenzsicherung nicht aus – weder im Jetzt noch im Alter. Deshalb spricht sich der DGB konsequent gegen die Ausweitung des Minijobsektors durch die Anhebung der Geringfügigkeitsgrenze aus. Statt mehr Minijobs braucht es mehr gute und existenzsichernde Arbeitsplätze sowie bessere Übergänge in solche.