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15.04.2014

Chancengleichheit der Geschlechter beim Berufseinstieg? Fehlanzeige!

  • Schild MEN AT WORK mit Kreide ergänzt zu WOMEN AT WORK

Frauen haben immer noch das Nachsehen

Der Berufs(wieder)einstieg ist oft von Schwierigkeiten geprägt. Ob Gehalt, Stellung oder Arbeitszeiten: Frauen kommen dabei meist schlechter weg als ihre männlichen Kollegen. Die ver.di Jugend mit Hintergrundinfos zum Thema – und einem passenden Wochenendseminar für junge Frauen: Gleich mal anmelden, alle Infos dazu gibt es hier zum Nachlesen!

Der Übergang in den Beruf ist eine zentrale Weichenstellung – auch in Sachen Gleichstellung. Nach wie vor sind unsere Arbeitswelt und auch unser Berufsbildungssystem von der Unterteilung in männlich oder weiblich dominierte Berufe geprägt. Entscheiden sich Jugendliche für einen „nicht-traditionellen“ Beruf, steht ihre Berufswahl also im Gegensatz zu den herrschenden gesellschaftlichen Vorstellungen und Geschlechterleitbildern. Es braucht daher eine ordentliche Portion Überzeugung und Selbstvertrauen, um sich in der Ausbildung und im künftigen Erwerbsleben als „Exot_in“ durchsetzen.

Woran liegt das eigentlich und wie lässt sich das umgehen?

Frauen im Nachteil
Junge Frauen dringen mit der Wahl eines männlich dominierten Berufs in eine „Männerwelt“ vor, in der sie häufig nicht nur gegen Vorurteile kämpfen müssen, sondern mitunter auch gegen sexistische Abwertungen. Eine „nicht-traditionelle“ Berufswahl ist also nicht nur eine Frage der eigenen Interessen, sondern verlangt jungen Frauen und Männern außerdem einiges an Überzeugung und Selbstvertrauen ab.

Aber auch das Einstellungsverhalten von (Ausbildungs-)Betrieben hat entscheidenden Einfluss auf den Berufseinstieg. Oft haben junge Frauen, die eine Ausbildung in einem männlich dominierten Beruf anstreben, größere Schwierigkeiten, im ihrem Wunschberuf tatsächlich einen Ausbildungsplatz zu finden. Und auch nach der Ausbildung können sich rauen in männlich dominierten Berufen schwerer etablieren und sind deutlich seltener als Männer ausbildungsadäquat beschäftigt.

Natürlich spielt auch der Bildungsabschluss eine große Rolle – allerdings brauchen Frauen bessere Karten als Männer. Frauen mit geringen Bildungsabschlüssen haben seltener Erfolg, eine Berufsausbildung bzw. ein (ausbildungsadäquates) Beschäftigungsverhältnis zu finden als ihre männlichen Kollegen mit vergleichbarem Abschluss. Entsprechend ist der Anteil junger Frauen an den Schulabgängen ohne oder nur mit geringem Abschluss unterdurchschnittlich.

Noch schlechtere Chancen – beispielsweise auf eine duale Berufsausbildung – haben junge Frauen mit Migrationshintergrund, und das selbst mit einem mittleren Schulabschluss.

ver.di für mehr Chancengleichheit
Um die Gleichstellung der Geschlechter beim Berufseinstieg zu fördern, gibt es also drei Stellschrauben, an denen vor allem gedreht werden muss:

  • chancengleich orientierte schulische Bildung
  • Förderung der Berufsausbildung in „nicht-traditionellen“ Berufen
  • Abbau der traditionellen Aufspaltung am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Der Bereich Frauen- und Gleichstellungspolitik in ver.di bietet außerdem in diesem Jahr für junge Frauen zwei Wochenendseminare am Wannsee an. Unter dem Motto „We can do it! Erfolgreich mitbestimmen im Berufs(wieder)einstieg!“ setzen sich die Teilnehmerinnen – junge Frauen zwischen 18 und 35 Jahren – damit auseinander, wie sie typische Fallen überwinden und das betriebliche Arbeitsleben aktiv mitgestalteten können. In gleicher Weise können sie eigene, persönliche „Fallen“ bearbeiten, um sich selbstbewusst vertreten zu können.

Die Seminartermine in 2014:
04.07.2014–06.07.2014 Berlin-Wannsee
12.09.2014–14.09.2014 Berlin-Wannsee

Einen Seminarflyer gibt es hier als PDF.

Das Anmeldeformular für unsere Seminare könnt ihr direkt am Bildschirm ausfüllen, hier gibt es die Datei zum Download.

Weitere Infos für Berufeinsteiger_innen findet ihr auf unserem Serviceportal ausbildung.info.