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16.10.2013

Auszeit gefällig?

  • Luftmatratze am Strand mit ver.di Jugend-Handtuch

Gut geplant ist schon halb entspannt

Auszubildende haben wie alle anderen Beschäftigten Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Und ne kleine Pause brauchen wir schließlich alle mal. Unsere Infos lotsen dich durch den Dschungel deiner Urlaubsplanung.

Urlaub muss sein – so sieht es auch das Arbeitsrecht. Demnach ist auch in der Ausbildung ein Mindestanspruch auf Erholung oder teilweise auch auf Bildungsurlaub gesetzlich festgelegt.

Dazu hier unsere Antworten auf häufig gestellte Fragen, die dir einen reibungslosen Wechsel aus dem Betrieb in die entspannteste Zeit des Jahres sichern.

Wie viel Urlaubsanspruch habe ich?
Nach § 5 BUrlG hast du für jeden vollen Monat deines Ausbildungsverhältnisses Anspruch auf 1/12 deines Jahresurlaubs (Bruchteile ab mindestens einem halben Tag werden auf volle Urlaubstage aufgerundet) – auch in der Probezeit. Die Anzahl deiner Urlaubstage pro Jahr richtet sich nach den Angaben im Gesetz und in deinem Ausbildungsvertrag.

Dabei entscheidet die Berechnungsgrundlage: Bei einem Urlaubsanspruch nach Werktagen sind es sechs Urlaubstage pro Woche (Montag bis Samstag). Wird dein Urlaubsanspruch nach Arbeitstagen geregelt, gilt dagegen die Anzahl der Tage, die du regelmäßig im Betrieb bist (normalerweise fünf Tage pro Woche).

Ist dein Ausbildungsvertrag tariflich gebunden, bekommst du oft sogar mehr Urlaubstage als gesetzlich vorgeschrieben. Du willst wissen, ob ein Tarifvertrag auch für deine Urlaubsregelung gilt? Dann frag einfach deine JAV, deinen BR oder PR oder deine ver.di Jugend vor Ort.

Wie läuft das mit der Urlaubsplanung?
In vielen Betrieben und Dienststellen werden in diesen Wochen auch die Urlaubsplanungen für nächstes Jahr abgestimmt. Das macht natürlich Sinn – gerade bei großen Teams. Dabei besteht die Herausforderung darin, alle Urlaubswünsche unter einen Hut zu bringen und die entsprechenden Verfahrensweisen sind relativ unterschiedlich.

Möglicherweise wurden dazu mit deinem BR bzw. PR Grundsätze für die Urlaubsplanung verabredet, die beispielsweise regeln, dass Beschäftigte mit Kindern in Schulferien grundsätzlich bevorzugt Urlaub bekommen. Vielleicht hat auch deine JAV entsprechende Grundsätze für Auszubildende abgestimmt. Frag am besten einfach mal nach.

Und wenn ich erst seit diesem Jahr dabei bin?
Hast du erst im aktuellen Jahr deine Ausbildung angetreten, musst du deinen Jahresurlaub auf den einzelnen Monat umrechnen:
Beispiel: 28 Urlaubstage pro Jahr geteilt durch 12 = 2,33 Urlaubstage pro Monat

Das Zwischenergebnis (bitte ggf. noch nicht aufrunden!) multiplizierst du mit deiner Beschäftigungszeit im laufenden Jahr:
Beispiel: 01.08.2013 bis 31.12.2013 = fünf Monate

und erhältst daraus deinen Urlaubsanspruch im laufenden Jahr (Bruchteile ab mindestens einem halben Tag werden auf volle Urlaubstage aufgerundet):
Beispiel: 2,333 Urlaubstage pro Monat mal fünf Monate = 11,66 = aufgerundet 12 Urlaubstage in 2013

Wann darf ich Urlaub nehmen?
Gleich vorneweg: § 4 im Bundesurlaubsgesetz sieht eine sogenannte Wartezeit vor: „Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.“

Bedeutet: Innerhalb der ersten sechs Monate deiner Betriebszugehörigkeit hast du lediglich Anspruch auf anteiligen Jahresurlaub (siehe vorher „Wie viel Urlaubsanspruch habe ich?“). „Urlaub im Voraus“ gibt es also leider nicht, sondern nur anteilig für die Monate, die du bereits im Betrieb dabei bist.

Den günstigsten Zeitpunkt für deinen Urlaub stimmst du am besten mit deinen Vorgesetzten ab! So oder so darfst du deinen Urlaub allerdings erst nach Ablauf der Wartezeit beantragen, also ab dem siebten Ausbildungsmonat.

Achtung: Deinen Urlaub darfst du nur mit wichtigem Grund (z. B. Krankheit) ins nächste Jahr übertragen – ohne gute Begründung verfällt dein Resturlaub zum 31. März des Folgejahres!

Was gilt bei Urlaubsantrag und -bewilligung?
Dein Antrag auf Erholungsurlaub muss grundsätzlich genehmigt und darf nur aus betrieblichen Gründen (z. B. feststehender Betriebsurlaub) oder aus wichtigen sozialen Gründen (z. B. Vorrang von Beschäftigten mit Kindern) abgelehnt werden.

In jedem Fall musst du innerhalb eines Monats eine Antwort erhalten oder darfst ansonsten deinen Urlaub wie geplant antreten – theoretisch gesehen. In der Praxis solltest du aber lieber nochmal nachfragen! Im Ernstfall kannst du auch deine Interessenvertretung kontaktieren oder sogar deinen Anspruch per Schlichtung bzw. gerichtlich einfordern.

Sobald dein Urlaub bewilligt wurde, kann dein Arbeitgeber ihn nicht mehr kurzfristig zurückziehen. Gleiches gilt natürlich auch für dich! Und noch ein Tipp: Heb deinen Urlaubsantrag und die Genehmigung immer sorgfältig auf.

Bildung im Urlaub – geht das?
Auch für deine persönliche Entwicklung darfst du Urlaub beantragen. Diese „arbeitsfreie“ Zeit verschafft dir Freiraum für eine Weiterbildung im Erwerbsleben oder für politische Bildung. In zwölf Bundesländern haben Beschäftigte und auch Auszubildende Anspruch auf Bildungsurlaub, in der Regel sind fünf Arbeitstage pro Jahr erlaubt. Die ver.di Jugend bietet dir dazu ein breites Themenfeld rund um Arbeitswelt und Gesellschaft. Schau doch gleich mal rein!

Auf unserer Website rund um die Ausbildung findest du weitere Tipps und Infos zum Urlaub – beispielsweise zu Krankheit im Urlaub oder Sonderurlaub.