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27.04.2017

Ausbildung geschafft – und was kommt jetzt?

  • BÄÄÄM - Ausbildung geschafft!

Tipps zum Ausbildungsende

Viele von euch haben ihre Ausbildung bald abgeschlossen. Steht eine Übernahme ins Haus, gibt es gleich noch einen Grund zum Feiern. Aber dieses Glück haben leider nur knapp 45 Prozent der Auszubildenden. Für alle anderen hier ein paar Tipps zu Alternativen nach der Ausbildung.

Wenn ihr nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht übernommen werdet, solltet ihr euch sofort bei der Arbeitsagentur als arbeitsuchend melden. Erledigt das sicherheitshalber spätestens drei Monate vor Ausbildungsende, um Sanktionen zu vermeiden.

Falls ihr nach der Ausbildung erst mal auf Stellensuche seid und mit dem Arbeitslosengeld I (ALG I) nicht auskommt, dürft ihr aufstocken über ALG II. Manchmal bezahlt die Arbeitsagentur auch Bewerbungskosten, also Material und Porto, Reise- und Umzugskosten. Einfach mal die zuständige Person in der Agentur darauf ansprechen.

Es gibt viele Betriebe, bei denen ihr euch bewerben könnt. Im Internet findet ihr dazu zahlreiche Jobbörsen, ebenso lohnt sich ein Blick in die Stellenanzeigen der Tageszeitungen. Außerdem solltet ihr auch im Familien- und Freundeskreis von eurer Jobsuche erzählen – je mehr Leute die Augen offen halten, desto besser.

Und auch, wenn es nicht gleich auf einen festen Job hinausläuft: Der neue Lebensabschnitt eröffnet euch viele Möglichkeiten! Hier ein paar Alternativen zur Festanstellung, die vieles für euch bereithalten: Ihr erweitert euren persönlichen Horizont, lernt neue, spannende Felder kennen und könnt euer berufliches Weiterkommen fördern.

Studium
Mit einem Studium eröffnet ihr euch vielfältige Berufschancen. Vorher müsst ihr allerdings klären, ob euer Abschluss dafür ausreicht. Mit dem Abitur besitzt ihr eine unbeschränkte Hochschulzugangsberechtigung und dürft grundsätzlich jedes Studium aufnehmen.

Aber auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung könnt ihr unter bestimmten Bedingungen studieren. Die Zugangsvoraussetzungen für ein Studium ohne Abitur sind allerdings je nach Bundesland, Hochschule und Studienfach sehr unterschiedlich. Nähere Informationen liefert das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes.

Dazu noch ein Tipp: Gasthörer_innen können sich ganz unverbindlich etwas Uni-Luft um die Nase wehen lassen und bekommen dabei einen ersten Eindruck vom Studium.

Weitere Informationen zum Studium

Weiterbildung
Eine Weiterbildung qualifiziert euch nach der Ausbildung für andere Aufgaben und ist eine gute Voraussetzung für euren beruflichen Aufstieg. Weiterbildungen werden teilweise von der Arbeitsagentur gefördert. Einfach mal dort nachfragen!

Weitere Informationen zur Weiterbildung

Auslandsaufenthalt
Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse erhöhen eure Jobchancen – und bedeuten auch eine persönliche Weiterentwicklung. Ins Ausland könnt ihr z. B. als Au-pair, über „Work and Travel“, über eine Sprachreise oder einen Freiwilligendienst.

Die meisten Auslandsaufenthalte könnt ihr – je nach Ausrichtung – mit Unterstützung von bestimmten Organisationen planen, die sich um die wichtigsten Dinge kümmern.

Weitere Informationen zum Auslandsaufenthalt

Arbeiten ohne festen Job
Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis in Vollzeit… früher der Normalfall, heute leider eher eine Ausnahme – gerade bei Berufsanfänger_innen. Abseits einer Festanstellung müsst ihr einiges beachten:

  • Zeitarbeit

Zeitarbeiter_innen können wertvolle Berufserfahrungen sammeln und sich in unterschiedlichen Arbeitsbereichen Fähigkeiten aneignen. Manchmal öffnet Zeitarbeit sogar die Tür zum festen Job.

Die Nachteile: Meist wesentlich weniger Lohn und Urlaub als Festangestellte. Außerdem könnt ihr bei dem geringen Lohn und der unsicheren Anstellung eure eigene Zukunft kaum planen.

  • Befristung

Mittlerweile ist der erste Job bei vielen erst mal befristet. Die gesetzlichen Regelungen für Beschäftigte dazu lauten: Innerhalb von zwei Jahren darf der Arbeitgeber nur drei Mal einen befristeten Vertrag anbieten – danach muss er entfristet werden. Eine Ausnahme bildet die Sachgrundbefristung.

Falls du dazu Fragen hast oder deine Verträge prüfen lassen willst, melde dich gerne bei deiner ver.di Jugend vor Ort

  • Teilzeit

Zugenommen haben auch die Beschäftigungen in Teilzeit. Das kann für junge Eltern interessant sein, weil sich Beruf und Familie dadurch besser vereinbaren lassen. Viele können es sich aber leider nicht aussuchen, wie viel sie arbeiten.

Und es sollte klar sein, dass der Verdienst in Teilzeit deutlich niedriger ausfällt als in Vollzeitbeschäftigung. Allerdings erwerbt ihr auch über Teilzeitarbeit einen Anspruch auf gesetzliche Rente und auf reguläres Arbeitslosengeld (also nicht nur auf ALG II).

  • Selbständigkeit

Eine weitere gute Chance kann die Selbständigkeit sein. Einen solchen Schritt solltet ihr allerdings genau abwägen: Ist die Geschäftsidee tragfähig? Gibt es Risiken? Selbstständigkeit bringt Freiheiten – birgt aber auch Unsicherheiten. Alle Selbstständigen sind verpflichtet, sich bei einer Krankenkasse zu versichern und sich beim Finanzamt registrieren zu lassen.

Auch Selbstständige sind bei ver.di gut aufgehoben. Unter www.mediafon.net findet ihr spezielle Bildungsangebote, Termine regionaler Selbstständigengruppen, einen umfangreichen Ratgeber und die Kontaktdaten zum ver.di Beratungsnetzwerk rund um die Selbstständigkeit.

Weitere Informationen zum Jobben

Mehr Infos für Mitglieder
ver.di Mitglieder sind besser informiert. Zum Beispiel enthält die Broschüre „Was kommt nach der Ausbildung?“ ausführliche Erklärungen zu verschiedenen Optionen nach Ausbildungsende und zu gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ihr bekommt darin auch einen Überblick, was ihr beim ersten Arbeitsvertrag zu beachten habt und dazu viele Tipps, die bares Geld sparen. Mitglieder können die Broschüre kostenlos bestellen: per E-Mail an jugend@verdi.de.

Für eure nächsten Schritte nach Ausbildungsende wünschen wir euch in jedem Fall viel Erfolg und stehen euch bei Fragen gerne mit Rat und Tat zur Seite!

Eure ver.di Jugend