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24.11.2016

Auf in die Ausbildung – mit der perfekten Bewerbung!

  • Bewerbungsschreiben

So überzeugt deine Bewerbung

Letztes Schuljahr und schon auf der Suche nach einem spannenden Ausbildungsplatz? Du hast einen gefunden und suchst nun nach Ideen für deine überzeugende Bewerbung? Hier bekommst du die wichtigsten Infos auf einen Blick!

Der erste Blick zählt – gerade bei der Bewerbung, denn Personalverantwortliche nehmen sich für die einzelnen Unterlagen im Schnitt nur wenig Zeit!

Den besten Eindruck machst du, wenn deine Bewerbung formal alle Bedingungen erfüllt. Sie sollte sorgfältig verfasst, klar gegliedert und einheitlich gestaltet sein.

Eine vollständige schriftliche Bewerbung enthält immer und in dieser Reihenfolge:

  1. dein Anschreiben
  2. deinen tabellarischen Lebenslauf, evtl. mit einem Bewerbungsfoto
  3. Zeugnisse bzw. Nachweise über Praktika, Kurse, Zusatzqualifikationen, absolvierte Weiterbildungen o. ä.

Das Anschreiben

Mit deinem Anschreiben möchtest du die oder den Ausbildende_n auf dich aufmerksam machen und dich als beste_n Kandidat_in präsentieren. Am wichtigsten ist, dass deine Motivation klar wird!

Dazu gibt es zahlreiche Vorlagen und Tipps, die du als Inspiration und Orientierungshilfe verwenden kannst. Einfach abschreiben solltest du allerdings nicht: Personalverantwortliche merken das sehr schnell und sortieren dich womöglich aus, bevor du die Chance bekommst, sie von deinen individuellen Stärken und Interessen zu überzeugen.

Wichtig: Kurz und knackig, lautet die Devise! In Personalabteilungen herrscht grundsätzlich Zeitnot, vor allem in Bewerbungsphasen. Deswegen muss dein Anschreiben gut und interessant zu lesen sein und sollte sich auf maximal eine einzelne DIN A4 Seite beschränken!

Die Beantwortung der folgenden Fragen hilft dir dabei, ein prägnantes, selbstbewusstes und ansprechendes Anschreiben zu formulieren.

  • Warum will ich genau diesen Beruf erlernen?

Was weißt du schon jetzt über die Anforderungen und Besonderheiten des Berufes, den du erlernen möchtest? Bist du die optimale Besetzung, weil du gerne mit Menschen arbeitest oder, weil du dich womöglich bereits ehrenamtlich engagierst? Bewirbst du dich um die Ausbildungsstelle als Friseur_in, weil du eine echte Leidenschaft für neue Trends, Stylings und Haarfarben hast? Erzähl davon!

Welche Aspekte des Berufes interessieren dich am meisten? Schreib darüber in deiner Bewerbung! Je genauer du weißt, warum dich die Ausbildungsstelle anspricht, umso besser und überzeugender kannst du das in deinem Anschreiben vermitteln.

  • Warum bin ich für diese Ausbildung genau der oder die Richtige?

Welche Qualifikationen, Fähigkeiten und Kenntnisse sind für deine Ausbildung wichtig? Zähl die für dich wesentlichen Aspekte des Berufes auf! Mit welchen von Ihnen hast du bereits Erfahrungen gesammelt – vielleicht im Rahmen eines Praktikums, Nebenjobs, Ehrenamts oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ)?

Konzentriere dich im Anschreiben auf wenige Schlüsselqualifikationen. Im tabellarischen Lebenslauf, der dem Anschreiben folgt, ist Raum für weitere Qualifikationsnachweise.

Und keine Sorge, falls du noch (fast) keine praktischen Erfahrungen vorweisen kannst: Niemand erwartet, dass du bereits jetzt so viel weißt, wie jemand mit abgeschlossener Ausbildung! Glaub an dich und stell deine persönlichen Stärken und deine Motivation in den Vordergrund!

  • Warum möchte ich die Ausbildung genau in diesem Betrieb oder dieser Dienststelle machen?

Zeig in deinem Schreiben, was du bereits über die jeweilige Firma oder Dienststelle weißt! Welche Besonderheiten kommen dir entgegen oder gefallen dir besonders gut?

Hattest du schon telefonischen Kontakt zum Unternehmen? Dann verweise gleich zu Beginn auf dieses Telefonat und gib auch den Namen deine_r Gesprächspartner_in an. Womöglich hast du schon bei ihr oder ihm schon einen Stein im Brett und kannst dadurch punkten!

Der Lebenslauf

Mit dem tabellarischen Lebenslauf (auch „Curriculum Vitae“ oder kurz: CV) kann der Arbeitgeber deinen bisherigen Werdegang nachvollziehen.

Hier solltest du alle wichtigen Fakten kurz und präzise auflisten. Dazu zählen dein Bildungsweg, mögliches Fachwissen, aber auch deine sozialen Fähigkeiten. Auch Dienstzeiten bei der Bundeswehr bzw. im Zivildienst, Freiwilligendienste oder vorübergehende Arbeitslosigkeit gehören in die vollständige Bewerbungsmappe.

Ein Foto von dir zu Beginn des tabellarischen Lebenslaufs ist heute nicht mehr zwingend erforderlich, denn es sagt nichts über deine Fähigkeiten aus. Wenn du dich dafür entscheidest, sollte sich dein Outfit an der angestrebten Ausbildungsrichtung und gegebenenfalls an den dortigen Kleidungsvorschriften orientieren. Im Zweifel gilt die Faustregel: lieber zu förmlich als zu salopp.

Mittlerweile ist es üblich, die Lebensereignisse nicht mehr chronologisch, sondern in den einzelnen Kategorien „rückwärts“ aufzulisten. Das heißt, an oberster Stelle stehen jeweils die aktuellsten Fakten und Zeiträume deines Lebens. Der oder die Ausbilder_in erkennt so deinen Qualifikationsstand auf den ersten Blick.

Gängig ist ein tabellarischer Lebenslauf mit folgender Gliederung:

  • Persönliche Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Familienstand
  • Schulbildung: Relevant ist der höchste Schulabschluss. Wenn du gerade erst die Schule beendet hast, führst du hier alle Schulzeiten bis zur Grundschule auf (deine letzte Schule gehört an die oberste Stelle)
  • Hast du bereits eine Ausbildung oder ein Studium begonnen? Dann kannst du auch daraus Inhalte angeben, z. B. Unternehmensplanspiele oder Studienprojekte
  • (Auslands-)Praktika
  • Zusatzqualifikationen, soweit sie zur Stellenausschreibung passen
  • EDV-Kenntnisse
  • Fremdsprachen
  • Hobbys, Ehrenämter oder ein FSJ (Nachweise nicht vergessen!)
  • Ort, Datum und Unterschrift

Zeugnisse und Nachweise

In der Regel schickst du die letzten beiden Schulzeugnisse mit (bei Bedarf auch die letzten vier) – und zwar in jedem Fall nur Kopien davon! Alle Originale behältst du immer bei dir, das gilt für deine Zeugnisse ebenso wie für Tätigkeits- und Qualifikationsnachweise!

Kopien musst du in einwandfreier Qualität abgeben. Falls notwendig, kannst du Kopien bei Behörden, beim Notar oder auch im Pfarramt beglaubigen lassen.

Für eine Online-Bewerbung scannst du deine Zeugnisse und Nachweise (das geht auch im nächsten Copy-Shop).

Ordne alle Nachweise nach Ausstellungstag: Wie beim Lebenslauf kommt auch hier das Dokument mit dem aktuellsten Datum nach oben, das älteste zum Schluss.

Der letzte Schliff: Guter Rat… zu teuer?

Du musst nicht gestelzt schreiben – aber unbedingt sorgfältig, vollständig und ohne Rechtschreibfehler. Die sicherste Variante: Lass deine fertige Bewerbung von jemandem gegenlesen. Damit vermeidest du nicht nur Flüchtigkeitsfehler, sondern bekommst vielleicht noch ein paar gute Verbesserungstipps!

Übrigens: Deine Bewerbung sollte nicht am Geld scheitern! Inzwischen akzeptieren die meisten Unternehmen kostengünstige Online-Bewerbungen. Noch bessere Chancen hast du mit einem persönlichen Profil, das du dir auf den Seiten der Arbeitsagentur oder auf anderen Such-Portalen erstellen kannst.

Die Arbeitsagentur unterstützt dich ggf. finanziell bei Bewerbungsmaterialien und Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen. Bitte einfach deine_n persönliche_n Berater_in um Unterstützung!

Per Post oder online?

Bei einer postalischen Bewerbung heftest du deine Unterlagen in der richtigen Reihenfolge in eine Bewerbungsmappe, das Anschreiben legst du ungeheftet obenauf. Verwende einen stabilen Umschlag in der richtigen Größe, damit die Unterlagen keinen Schaden nehmen.

Die Firmenadresse samt Ansprechpartner_in gehört in großer Schrift auf den Umschlag, und zwar am besten rechts in die Mitte. Deine Absenderadresse kommt in kleinerer Schrift nach links oben.

Bei einem Umschlag mit Sichtfenster platzierst du diese Angaben passend zum Fenster auf einem Deckblatt (deine Anschrift deutlich kleiner, eine Zeile ober- oder unterhalb der Empfangsadresse). Dieses Deckblatt kommt dann natürlich ganz nach oben, danach das Anschreiben auf einer freien Seite, dahinter deine Bewerbungsmappe mit allen Unterlagen.

Bei einer Online-Bewerbung fasst du alle Unterlagen in einem PDF zusammen – und zwar in derselben Reihenfolge, die auch für eine postalische Bewerbungsmappe gilt. In den Betreff gehört die Angabe „Bewerbung um eine Ausbildung als XYZ“. Im Nachrichtentext sprichst du den oder die Ansprechpartner_in namentlich an und weist darauf hin, dass sich im Anhang deine vollständigen Bewerbungsunterlagen befinden (hier reichen wenige Zeilen – kurz, knackig und freundlich). Achte auf die maximale Datenmenge des PDFs. In der Regel sollte der Anhang deiner Email 2MB nicht überschreiten. In der Ausbildungsplatzausschreibung findest du dazu gegebenenfalls genaue Angaben. 

Falls du nach einigen Tagen noch keine Eingangsbestätigung bekommen hast, solltest du telefonisch nachfragen. Dadurch gehst du sicher, dass alles angekommen ist und erfährst außerdem, wann du ungefähr mit einer ersten Rückmeldung rechnen kannst.

Die Auswahl

Am Ende steht die Einlaung zum Bewerbungsgespräch – oder eine Absage. Diese solltest du nicht persönlich nehmen. Bei vielen Ausbildungsplätzen gibt es unzählige Bewerbungen und es kann eben nur eine_r genommen werden. In diesem Fall heißt es, Kopf hoch und weitermachen. Helfen kann übrigens auch ein Seminar bei uns. Da lernst du souverän aufzutreten und dich selbstbewusst zu präsentieren. Frag am besten bei deiner ver.di Jugend vor Ort nach einem aktuellen Angebot.

Wir wünschen dir maximale Erfolge mit deiner Bewerbung und sind bei allen Fragen rund um die Ausbildung gerne für dich da!