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11.08.2015

Arbeiten in der Hitze

  • Glas mit eiskaltem Wasser, Aufdruck: Che Guevara / ver.di Jugend Logo

Coole Tipps für kühle Köpfe

Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad arbeiten zu müssen, kann ganz schön herausfordernd sein. Hitzefrei wie in der Schule gibt’s nicht. Was tun? Für kühle Köpfe präsentiert ver.di Jugend hier einige erfrischende Tipps.

Bei so extremer Hitze reagiert der Körper mit erhöhter Schweißproduktion (was den Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen bedeutet) und sinkendem Blutdruck. Die Folgen: Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schwindel. Deshalb verweist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aktuell auf die Leitlinien aus dem Arbeitsschutzgesetz. Besonders Menschen, die im Freien arbeiten, müssen vor direkter Sonne geschützt werden.

Maßnahmen, die der Arbeitgeber ergreifen kann:

  • Sonnensegel aufspannen
  • Schutzkleidung bereitstellen
  • Sonnencreme zur Verfügung stellen
  • Ausreichend kostenlose Getränke bereithalten

Wenn das Thermometer über 30 Grad klettert, sollten Arbeitgeber die Arbeitszeiten flexibler gestalten. Gemeinsam mit dem Betriebs- bzw. Personalrat kann eine Betriebs- bzw. Dienstvereinbarung zur Sommergleitzeit abgeschlossen werden. Wichtig: Genügend und längere Pausen als sonst! Mittagspausen müssen bei Hitze länger als eine halbe Stunde dauern.

Sofortmaßnahmen: Jalousien und Markisen
Auch in geschlossenen Räumen macht die Hitze zu schaffen. Arbeitnehmer_innen haben zwar nach wie vor keinen rechtlichen Anspruch auf ein klimatisiertes Büro. Doch laut Arbeitsstättenregel müssen Arbeitgeber ihren schwitzenden Beschäftigten schon ab einer Raumtemperatur von 26 Grad Linderung verschaffen – beispielsweise mit geeignetem Sonnenschutz wie Jalousien oder Markisen.

Wenn es über 30 Grad werden sollten, empfiehlt sich kräftiges Durchlüften schon am Morgen – beispielsweise durch den oder die Hausmeister_in – damit die Beschäftigten bei Dienstantritt nicht von einer Hitzewand erschlagen werden. Auch in Büros tun Chefinnen und Chefs gut daran, ihren Angestellten zusätzliche Getränke bereitzustellen, im Zweifel auch die Bekleidungsregelungen zu lockern sowie für Gleitzeitregelungen und ausreichende Pausen zu sorgen. Oder mal ein Eis auszugeben.

Auch wenn jetzt schon der Schweiß rinnt: Ein Mindestmaß an Bewegung ist wichtig, um den Kreislauf in Gang zu halten und die Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten. Das können schon ein paar simple, wenig anstrengende Dehnübungen sein.

Cooler Tipp: Kaltes Wasser über die Handgelenke und Arme laufen lassen oder sich zwischendurch damit Gesicht und Nacken erfrischen.

Klimaanlagen nicht zu kalt einstellen
In vielen Büros bereiten den Beschäftigten auch zu kalte Klimaanlagen Beschwerden. Gerade, wenn man verschwitzt von draußen reinkommt, kann das zu Erkältungen führen. Klimaanlagen sollten generell nicht unter 20 Grad eingestellt sein – eine leicht höhere Temperatur ist besser. Da das Immunsystem durch große Temperaturwechsel stark belastet wird, sollten zwischen der Außen- und Innentemperatur nur einige wenige Grad Unterschied bestehen.

Eine gute Alternative zur Klimaanlage sind Ventilatoren. Ebenfalls klug: Elektrische Geräte, Lampen, Drucker und Kopierer nur bei Bedarf in Betrieb nehmen, um die Raumtemperatur nicht zusätzlich anzuheizen.

Gemeinsam gegen die Hitze
Wenn der Arbeitgeber nicht für Linderung sorgt, dann ist ein Gang zur betrieblichen Interessenvertretung ratsam. Am besten mit JAV und Betriebs- bzw. Personalrat mögliche Maßnahmen überlegen und diese dann zusammen mit dem Arbeitgeber abstimmen.

Zwar liegt es im Ermessen des Arbeitgebers, welche Vorkehrungen er für eine erträgliche Raumtemperatur trifft. Er ist allerdings verpflichtet, so schnell wie möglich zu reagieren. Tut er das nicht, gilt das "Zurückbehaltungsrecht": Dann dürfen Beschäftigte zu Hause bleiben.