Mutterschutz

Das Mutterschutzgesetzes (kurz MuSchG, PDF-Download) soll dir ermöglichen, während deiner Schwangerschaft und auch nach der Geburt Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Dein Arbeitgeber ist den Bestimmungen des MuSchG verpflichtet, sobald er von deiner Schwangerschaft erfährt. Es ist also ratsam, den Betrieb so früh wie möglich über deine Schwangerschaft zu informieren!

Das MuSchG schützt dich und dein Kind vor gesundheitlichen Schäden und erleichtert dir deine Aufgaben als (werdende) Mutter.

Die wichtigsten Gesetzesvorgaben haben wir in den folgenden Abschnitten zusammengetragen. Sie gelten gleichermaßen für alle Beschäftigten - auch während der Ausbildung oder im Studium.

  • Arbeitszeit

    Während Schwangerschaft und Stillzeit darfst du nicht mit Mehrarbeit, Nachtarbeit (d. h. zwischen 20 Uhr und 6 Uhr) und auch nicht an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden.

    Wenn du noch keine 18 Jahre alt bist, ist ein Arbeitspensum verboten, das über acht Stunden täglich oder über 80 Stunden in zwei aufeinander folgenden Kalenderwochen einschließlich der Sonntage (kurz "Doppelwoche") hinausgeht.

    Bist du bereits volljährig, dann liegen diese Grenzen bei über achteinhalb Stunden täglich bzw. bei über 90 Stunden innerhalb einer Doppelwoche.

  • Gesundheitliche Gefahren am Arbeitsplatz

    Je nach Beruf kannst du deine Arbeit während der Schwangerschaft möglicherweise nicht mehr vollständig ausüben. Jede Beschäftigung, die deine Gesundheit oder die deines Kindes gefährden könnte, ist laut MuSchG (PDF-Download) verboten - das betrifft auch die Stillzeit! 

    Alles, was dir körperliche Beschwerden bereitet, gilt als gesundheitsgefährdend. Sollte das der Fall sein, lass dir ggf. bis zum Ende der Schwangerschaft ein ärztliches Attest ausstellen.

    Dein Arbeitgeber muss dir dann entgegen kommen, zum Beispiel eine Liege zum Ausruhen aufstellen, dich in einem anderen Bereich oder einer anderen Abteilung einsetzen – oder deine volle Arbeitskraft durch eine Schwangerschaftsvertretung ersetzen.

    Deine Ausbildungsvergütung kann dir deswegen nicht gekürzt werden!

    Folgende Aufgaben dürfen Schwangere oder stillende Frauen grundsätzlich nie ausführen:

    • Heben, Bewegen oder Befördern von Gegenständen per Hand, die (regelmäßig) mehr als fünf oder (gelegentlich) mehr als zehn Kilogramm wiegen
    • nach dem fünften Schwangerschaftsmonat auch solche Tätigkeiten, bei denen ständig länger als vier Stunden gestanden werden muss
    • Tätigkeiten, die häufiges Strecken, Beugen oder Bücken erfordern
    • Tätigkeiten, die mit extremem Lärm oder dem Kontakt mit Gefahrstoffen (zum Beispiel Lacke, Chemikalien etc.) verbunden sind
  • Kündigungsschutz

    Dein Arbeitgeber darf dir während der gesamten Schwangerschaft und in den ersten vier Monaten nach der Geburt unter keinen Umständen kündigen - auch nicht während der Probezeit!

    Wenn du dennoch eine Kündigung bekommst, solltest du schnell handeln: Du hast nur drei Wochen Zeit, um gegen die Kündigung Klage einzureichen!

    Wende dich ggf. an deine Jugend- und Auszubildendenvertretung (kurz JAV), an den Betriebs- bzw. Personalrat oder an deine ver.di Jugend vor Ort.

    Du selbst darfst übrigens während der Schwangerschaft und innerhalb der Mutterschutzfristen jederzeit fristlos kündigen.

  • Mutterschutzfristen

    Die Mutterschutzfrist – umgangssprachlich der so genannte "Mutterschaftsurlaub" - beginnt sechs Wochen vor und dauert bis acht Wochen nach der Entbindung.

    Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten beträgt die Schutzfrist zwölf Wochen nach der Geburt und verlängert sich um die Tage, die du vor der Entbindung nicht in Anspruch nehmen konntest.

    Während dieser Zeit bist du von der Arbeit befreit - wenn du willst, darfst du bis zur Geburt weiter arbeiten, nach der Entbindung und während der Schutzfrist allerdings nicht.

    Trotz Mutterschutz steht dir auch dein Erholungsurlaub in voller Höhe zu.

    Wenn du wegen Schwangerschaft oder Mutterschutz deinen Resturlaub im laufenden Jahr nicht nehmen konntest, bleibt er dir sogar noch nach dem 30. März des darauf folgenden Jahres erhalten.

  • Praktikum

    Im Mutterschutz sollte ein freiwilliges oder studentisches      
    Praktikum nicht zwingend fortgesetzt werden - auch wenn es sich nicht um ein Arbeitsverhältnis im Sinne des Mutterschutzgesetzes handelt!

    Eventuell erreichst du die in der Studienordnung vorgeschriebene Praktikumsdauer nicht, wenn du ein Pflichtpraktikum durch Abwesenheit verkürzst. Erkundige dich ggf. rechtzeitig beim Prüfungsamt, ob dazu Sonderregeln existieren!

  • Stillpause

    Wenn du dein Baby stillst, muss dich dein Arbeitgeber während der Arbeitszeit dafür freistellen und zwar:

    • bis acht Stunden Arbeitszeit für mindestens zweimal 30 Minuten oder einmal 60 Minuten.
    • über acht Stunden Arbeitszeit für mindestens zweimal 45 Minuten oder einmal 90 Minuten (wenn in der Nähe deines Arbeitsplatzes keine Stillmöglichkeit vorhanden ist).

    Du musst die Stillzeiten nicht vor- oder nacharbeiten und dein Arbeitgeber darf sie dir auch nicht auf die Ruhepausen anrechnen.

    Wie lange ein Kind tatsächlich gestillt werden darf, beantwortet § 7 MuSchG nicht. Es gibt also keine zeitliche Obergrenze für die Länge der Stillperiode.

  • Vorsorgeuntersuchungen

    Dein Arbeitgeber muss dich für alle Vorsorgeuntersuchungen freistellen. Die dadurch entstehenden Fehlzeiten musst du weder vor- noch nacharbeiten.

    Während der Schwangerschaft finden die Vorsorgeuntersuchungen in der Regel einmal im Monat statt – falls sie öfter notwendig sein sollten, lass dich keinesfalls unter Druck setzen. Nicht dein Arbeitgeber, sondern du und dein_e Frauenarzt_ärztin bestimmen den Abstand zwischen deinen Untersuchungen!

    Übrigens: Alle medizinischen Maßnahmen, die wegen deiner Schwangerschaft stattfinden (also Krankenhausbesuche, Medikamente, Heilmaßnahmen, Arztbesuche usw.) sollten von der Zuzahlungspflicht befreit sein!