Hochschulzugang & Zulassung

Deutschland bietet offiziell „Bildung für alle“ – doch in der Praxis kann eine Immatrikulation, also die offizielle Einschreibung als Studierende_r an einer Hochschule, mit enormen Hürden verbunden sein.

Natürlich gibt es auch Studienfächer ohne Zulassungsbeschränkungen – mit Abitur in der Tasche kannst du dann sofort loslegen.

Vielen Hochschulen reicht allerdings ihr verfügbares Budget hinten und vorne nicht. Hinzu kommen manche Fächer, die besonders beliebt sind – die Folge sind immer mehr zulassungsbeschränkte Studiengänge.

Erkundige dich frühzeitig über besondere Zulassungsverfahren für dein Wunschfach. Sollten sie gelten, meisterst du sie am besten mit einer guten Vorbereitung!

In den folgenden Abschnitten findest du die wichtigsten Infos zur Studienplatzvergabe. Weiterführende Infos auch wie gewohnt über unsere schlaue Box.

  • Bewerbung: Anzahl & Fristen

    Pro Semester und Bewerber_in werden nur zwei Bewerbungen bearbeitet – eine für das bundesweite und eine für das Service-Verfahren. Zusätzlichst darfst du dich natürlich für andere Studiengänge bei verschiedenen Hochschulen direkt bewerben.

    In allen Fällen gilt allerdings dieselbe Bewerbungsfrist: Für das kommende Wintersemester endet diese zum 15. Juni, für das Sommersemester zum 15. Januar!

Dritter Bildungsweg oder: Uni ohne Abi?

  • Hochschuleigene Zulassungsverfahren

    Um sich die Auswahl unter hunderten von Bewerbungen zu erleichtern, setzen die meisten Hochschulen bei ihren eigenen Zulassungsverfahren meistens auf die klassischen Kriterien: Abiturnote und Wartezeit. In exklusiveren Studiengängen werden mitunter auch Testklausuren und Auswahlgespräche abgehalten.

    Für die Zulassung zu einem künstlerischen oder technischen Studienfach benötigst du üblicherweise Nachweise zur Berufspraxis, zum Beispiel Arbeitsproben und Praktika.

    Wenn für deine Studienbewerbung ein Lebenslauf oder Auswahlgespräch notwendig ist, findest du in unserem Menü zum Berufseinstieg viele Tipps und allgemein gültige Regeln zur Bewerbung!

  • Numerus Clausus

    Für zulassungsbeschränkte Studiengänge wird pro Semester nur eine beschränkte Anzahl von Plätzen vergeben.

    Es gilt der so genannte „Numerus Clausus“ (kurz NC): Gibt es mehr Bewerber_innen als Studienplätze, werden die Plätze nur an Studieninteressierte mit einem bestimmten Mindestnotendurchschnitt im Abitur verteilt.

    Das Auswahlverfahren erfolgt je nach Studiengang:

    oder

    • direkt über die jeweilige Hochschule, die einen lokalen NC und ihr eigenes Zulassungsverfahren haben kann (siehe "Hochschuleigene Zulassungsverfahren" unten)

    Auf mehrere Pferde setzen!
    Ein Studiengang kann an der einen Hochschule zulassungsfrei sein und an einer anderen zulassungsbeschränkt.

    Wenn das der Fall ist, solltest du dich am besten bei allen Hochschulen bewerben, die dein Wunschfach anbieten. Das ist meistens viel besser, als ein oder zwei Semester warten zu müssen – falls du von der einen abgelehnt wirst, klappt es vielleicht bei der anderen!

    Natürlich gibt es auch hierauf spezialisierte Anwälte, die Einzelne „in ein NC-Fach klagen“ – in der Regel mit Erfolg.

    Allerdings kostet dich eine solche Klage nicht nur Zeit und Nerven, sondern auch Geld. Und meistens verlierst du dadurch mindestens die wichtigen ersten Wochen deiner Vorlesungszeit!

ver.di Jugend informiert: Bildungsgerechtigkeit

  • Zentrale Studienplatzvergabe

    Die Stiftung für Hochschulzulassung – kurs SfH und bis 2010 „Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen, kurz ZVS – ist seit ihrer Gründung im Jahr 1973 umstritten.

    Grundsätzlich ist sie für zwei verschiedene Zulassungsverfahren zuständig:

    • bundesweites Verfahren

    Heute werden nur noch Plätze für medizinische Studiengänge, Psychologie und Pharmazie im so genannten „bundesweiten Verfahren“ verteilt. Alle Hochschulen mit den betroffenen Studiengängen im Angebot müssen diese Studienplätze über die SfH besetzen.

    Nach bestimmten Vergabeschlüsseln werden dabei einige Plätze an die Bewerber/- innen mit dem besten Abiturdurchschnitt vergeben, weitere Plätze sind für Studieninteressierte reserviert, die schon länger auf eine Zulassung warten.

    Das verbleibende Kontingent wird nach den Verfahrensregeln der einzelnen Hochschulen vergeben (siehe unten "Hochschuleigene Zulassungsverfahren"). Neben Abiturnote und Wartezeit können dann z. B. eigene Auswahltests oder –gespräche die Entscheidung beeinflussen.

    Im Internet gibt es eine Übersicht aller derzeit über die SfH vergebenen Studienplätze.

    • Service-Verfahren

    Bei allen anderen Studiengängen gilt das so genannte „Service-Verfahren“, bei dem jedes Bundesland und zum Teil sogar jede Hochschule für sich entscheidet, ob die SfH bei der Vergabe der Studienplätze eine Rolle spielt oder nicht.

    Jede Hochschule kann dabei eigene Auswahlkriterien festlegen, welche die SfH dann anwendet – auch hier sind z. B. eigene Auswahltests oder –gespräche möglich.

    Obwohl sich nur wenige Hochschulen dafür entscheiden, ist das Studienangebot mit Belegung im Service-Verfahren dennoch breit gefächert und reicht von Betriebswirtschaftslehre (kurz BWL) über Architektur bis Journalismus.