Finanzen

Deine Ausbildungsvergütung ermöglicht dir in der Regel kein Leben „in Saus und Braus“.

Allerdings gibt es durchaus einige Tipps zum Geld sparen (PDF-Download) und zahlreiche Unterstützungsangebote für Auszubildende. Dazu mehr in den folgenden Abschnitten.

Dort erklären wir übrigens auch den Unterschied zwischen brutto und netto, die Problematik von Schwarzarbeit und wieso du dich auf letztere keinesfalls einlassen solltest!

  • Was kostet das Leben?

    … oder auch: Was kostet die Welt? 

    Vermutlich steht dir mit der ersten Ausbildungsvergütung plötzlich deutlich mehr Geld zur Verfügung, als bisher mit dem elterlichen Taschengeld. Allerdings kommen nun auch Lebenshaltungskosten auf dich zu, an die du mitunter noch nie einen Gedanken verschwendet hast.

    Lange ersehnt ist es dann gar nicht so einfach, zum ersten Mal alleine für seine Finanzen verantwortlich zu sein. Es beginnt eine Phase der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung, in der du den richtigen Umgang mit Geld in kleinen Schritten erkennst und verinnerlichst.

    Essentiell wichtig sind drei Bereiche – hierfür solltest du unbedingt genügend Geld einkalkulieren und beiseite legen, damit "am Ende des Geldes kein Monat übrig bleibt":

Ausbildungsvergütung

  • Berufsausbildungsbeihilfen

    Infos zu Berufsausbildungsbeihilfen (kurz BAB) gibt es knapp gefasst in unserem Stichwortverzeichnis Ausbildung von A-Z und ausführlicher in unserem Menü zur Finanzierung einer Weiterbildung unter BAB.

    Weiterführende Infos zum Thema findest du auch über unsere schlaue Box!

  • Kindergeld

    Während deiner Ausbildung oder deines Studiums und bis du 25 Jahre alt wirst, erhalten deine Eltern in der Regel weiterhin Kindergeld - entweder direkt vom Betrieb oder über die Kindergeldkasse der Bundesagentur für Arbeit.

    Seit 2010 beträgt diese monatliche Unterstützung:

    • für das erste und zweite Kind jeweils 184 Euro
    • für das dritte Kind 190 Euro
    • für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 215 Euro

    Wenn du nicht mehr zu Hause wohnst, müssen dir deine Eltern das Kindergeld weiterleiten, denn es soll dich schließlich in deiner Ausbildung unterstützen. Im Ernstfall kannst du auch einfach bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen, dass dir dein Kindergeld direkt ausgezahlt wird.

    Vor der Antragsstellung solltest du ggf. für deinen Fall zutreffende Ausschlusskriterien kennen und alle Angaben genau überprüfen. Wende dich dazu und für alle weiteren Fragen direkt an deine Interessenvertretung!

  • Nebenjob & Meldepflicht

    Falls du dir ein paar Extras verdienen willst, musst du auf jeden Fall deine_n Ausbilder_in darüber informieren. Ein Nebenjob darf dir allerdings nur dann untersagt werden, wenn er die Ausbildung bzw. deine Arbeitsleistung negativ beeinflussen würde.

    In der Regel ist für dich ein 400-Euro-Job am günstigsten (der so genannte "Mini-Job"), weil hier nur wenig Steuern und Sozialabgaben anfallen (genauere Infos zu deinen entsprechenden Abgaben vom Bruttogehalt findest du unter Ausbildungsvergütung).

    Beachte ggf. auch die Einkommensgrenzen für finanzielle Unterstützung vom Staat wie etwa Berufsausbildungsbeihilfen – selbstredend musst du auch bei der jeweils zuständigen Behörde jede zusätzliche Einkommensquelle melden.

    Falls du in der Ausbildung eine oder verschiedene staatliche Hilfen beziehst und durch dein Zusatzeinkommen den jeweiligen Gesamtfreibetrag überschreitest, musst du evtl. Kürzungen deiner staatlichen Förderung hinnehmen.

    Um am Ende nicht mehr Arbeit aber dennoch weniger Geld in der Tasche zu haben, lohnt es sich, sehr genau nachzurechnen! 

    Selbstredend musst du auch bei der jeweils zuständigen Behörde jede zusätzliche Einkommensquelle melden.

    Genauso wichtig sind die Vorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes (kurz JArbSchG, PDF-Download) und des Arbeitszeitgesetzes (kurz ArbZG, PDF-Download): Auch bei zwei Jobs darfst du die zulässige Höchstarbeitszeit nicht überschreiten!

  • Schwarzarbeit

    Nehmen wir an, du bekommst für eine Arbeit Geld und dein Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, dafür Sozialversicherungen und/oder Lohnsteuer zu zahlen. Genau das tut er aber nicht? Dann handelt es sich um Schwarzarbeit, meistens bekommst du dein Gehalt dann in bar.

    Jetzt könntest du auf die Idee kommen, dass dir Schwarzarbeit gewisse Vorteile bringt – immerhin bekommst du alles Geld ohne Abzüge ausgezahlt!

    Tatsächlich hat aber nur dein Arbeitgeber Vorteile, denn er drückt sich dadurch um seinen Anteil an der Sozialversicherung und kann dich im Ernstfall auch noch um deine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ggf. um dein Urlaubsgeld (siehe Abschnitt unten) prellen!

    Verlust deiner Ansprüche

    Als Schwarzarbeiter_in stehst du reichlich schlecht da, nämlich ohne jeden Versicherungsschutz!

    Außerdem wird es schwierig, auf deinen vereinbarten Lohn zu bestehen und nicht mit weniger oder im schlimmsten Fall mit gar nichts nach Hause zu gehen: Willst du deinen Lohn einklagen, wird dabei auch deine Schwarzarbeit aufgedeckt!

    Dasselbe gilt für alle anderen Ansprüche - zum Beispiel bei der Haftung für Schäden, die während der Arbeit entstanden sind.

    Zudem hast du ohne Einzahlung in die Sozialversicherung auch keine Ansprüche:

    Strafbarkeit

    Schwarzarbeit an sich wird - je nach Schwere des Falles - mit Ordnungs- oder Strafgeldern zwischen einigen hundert Euro bis zu 25.000 Euro bestraft.

    Sozialversicherungen erleiden durch Schwarzarbeit Einnahmeausfälle, in Folge dessen werden von den übrigen Beschäftigten höhere Beiträge eingefordert oder die Leistungen werden für alle beschnitten (z. B. bei der Krankenversicherung). Wird Schwarzarbeit aufgedeckt, können die Beiträge aber auch lange rückwirkend eingefordert werden.

    Ebenso schädlich ist der Verlust bei Steuereinnahmen (z. B. Lohnsteuer oder Umsatzsteuer): Dieses Geld fehlt bei der Finanzierung von Hochschulen, Nahverkehr, Polizei und Straßenbau. Auch die hinterzogenen Steuern können nachträglich eingefordert werden.

    Genauere Infos zu Sozialversicherung, Lohnsteuer und deinen entsprechenden Abgaben vom Bruttogehalt findest du unter Ausbildungsvergütung.

  • ver.di Jugend informiert: Schwarzarbeit

    Laut Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (kurz DGB) lag Ende 2008 der Anteil von Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt (kurz BIP) zwischen fünf und sieben Prozent.

    Zehn Jahre zuvor ermittelte die Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen sogar einen Anteil von zehn Prozent.

    Durch die legale Vergabe von Arbeiten, die heute schwarz erledigt werden, könnten demnach bis zu eineinhalb Millionen versicherungspflichtige Arbeitsplätze entstehen!

  • ver.di Jugend informiert: Tarifpolitik

    Ein Tarifvertrag regelt Lohn bzw. Gehalt, legt den Umfang deiner Freizeit fest und die Höhe von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. "Tarifpolitik" klingt also vielleicht abstrakt, betrifft dich aber sehr konkret.

    Sie ermöglicht dir unter Umständen eine eigene Wohnung, einen Kinobesuch oder einen Autokauf, schafft Raum für Familienleben und Freundeskreis und macht Reisen oder Weihnachtsgeschenke möglich. Kurz: Tarifverträge sind die Grundlage für deinen Lebensstandard!

    Wenn wir von der ver.di Jugend unsere Stärke nutzen und gut verhandeln, werden deine Arbeits- und Lebensumstände positiv beeinflusst.

    Die erfolgreiche Tarifpolitik der ver.di Jugend zielt auf die Verbesserung der Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen für Jugendliche und heißt vor allem: Mehr und besser ausbilden, angemessene Ausbildungsvergütungen durchsetzen, Übernahme sichern.

    Dafür verhandeln wir. Dafür streiken wir. Geld, Urlaub, Ausbildungsdauer, Arbeitszeiten – all das regeln wir auch für deine Branche, Region und für deinen Arbeitsplatz in Verträgen mit der Arbeitgeberseite. Denn die Gesetze alleine reichen dafür nicht aus.

    Gerade Auszubildenden und jungen Beschäftigten wird nichts geschenkt. Deshalb ist es entscheidend, die gesetzlichen Rechte der Beschäftigten und auch die tariflichen Rechte der Gewerkschaftsmitglieder zu kennen!

    Auch wenn Unternehmen oft keinen Unterschied machen, um den Zulauf der Gewerkschaften zu schwächen: Nur Mitglieder haben einen Rechtsanspruch auf tarifliche Leistungen. Schließlich werden Verbesserungen nicht erbettelt, sondern erkämpft.

    Gemeinsam, entschlossen und aktiv. Von den organisierten Kollegen und Kolleginnen.

    Weitere Informationen zum Thema findest du auf unserem Webportal zur Tarifpolitik.

  • Wohngeld

    Wohngeld darfst du erst beantragen, nachdem zuvor dein Antrag auf Berufsausbildungsbeihilfen (kurz BAB) „dem Grunde nach“ abgelehnt wurde.

    Das passiert beispielsweise, wenn du bereits deine zweite Ausbildung machst oder dein Ausbildungsberuf nicht staatlich anerkannt ist.

    Ist das bei dir der Fall? Du bist außerdem volljährig, hast am Ausbildungsort eine Wohnung gemietet und musst die Kosten für diese Wohnung selbst aufbringen? Dann hast du gute Chancen auf Wohngeld!

    Den entsprechenden Antrag stellst du bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde, in der sich deine Wohnung befindet.