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28.10.2016

Was ist das für 1 Kontostand?

  • Junges Pärchen sitzt ratlos vor der Gehaltsabrechnung

Abzüge für Steuer und Sozialversicherungen

Auf deinem Konto kommt von der Ausbildungsvergütung das an, was nach Abzug der Sozialabgaben und der Lohnsteuer von deinem Bruttoeinkommen übrig bleibt. Was genau wird da eigentlich abgezogen? Wofür wird dieses Geld verwendet? Und wie kann man einen Teil davon zurückbekommen?

Sozialabgaben
Wenn du mehr als 325 Euro brutto verdienst, zahlst du Sozialabgaben. Diese Abgaben dienen der Sozialversicherung. (Stand September 2016)

Sozialversicherung – was ist das?
Die Sozialversicherung sind in mehrere Einzelversicherungen unterteilt: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und Unfallversicherung.

Für die Unfallversicherung zahlen nur die Arbeitgeber_innen. Sie ist für Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten da. Hier geht es um Vorbeugung und darum, die Arbeitsfähigkeit nach einem Unfall schnellstmöglich wiederherzustellen.

Wieviel geht von meiner Vergütung ab?
Das Geld, das du für die gesetzliche Kranken-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung einzahlst, macht ungefähr 21 Prozent deines Bruttoeinkommens aus.

Früher haben Arbeitgeber_innen und Beschäftigte jeweils die Hälfte der Sozialabgaben übernommen.

  • Das System des Halbe-Halbe bei den Sozialabgaben wurde durch die Einführung der Pflegeversicherung durchbrochen, als zur Finanzierung der Buß- und Bettag als Feiertag abgeschafft wurde.
  • Bei der Rentenversicherung ist es das Gleiche: Seit der so genannten Riester-Reform musst du als Auszubildende_r oder Beschäftigte_r – mit staatlicher Unterstützung – einen wesentlich höheren Eigenbeitrag zahlen, um später eine Rente zu erhalten, die für ein gutes Leben reicht.
  • Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich auch bei der Krankenversicherung: Als Auszubildende_r oder Beschäftigte_r zahlst du einen höheren Beitrag als dein_e Arbeitgeber_in. Zusätzlich zahlt jede_r Beschäftigte einen Zusatzbeitrag allein, ohne Beteiligung der_des Arbeitgebers_in. Der Arbeitgeber_innen-Anteil wurde eingefroren. Das heißt, weitere Erhöhungen gehen allein zu Lasten der Versicherten. Und Zuzahlungen zu Medikamenten musst du als Arbeitnehmer_in und Auszubildende_r auch alleine bezahlen.

Lohnsteuer

Ab einer bestimmten Einkommensgrenze musst du auch als Auszubildende_r Lohnsteuer zahlen. Das bedeutet konkret: Vom Einkommen, das über dem Grundfreibetrag liegt – zurzeit 8.652 Euro –, muss ein Teil ans Finanzamt abgeführt werden. Die Lohnsteuer behält der Arbeitgeber automatisch ein: Sie wird bei der monatlichen Gehaltsabrechnung vom Bruttolohn abgezogen. Der Arbeitgeber überweist das Geld dann direkt ans Finanzamt.

Geld zurück?
Es besteht die Möglichkeit, einen Teil der gezahlten Steuern vom Staat wiederzubekommen. Hierzu kannst du beim zuständigen Finanzamt eine Steuererklärung einreichen. Darin können auch Auszubildende Kosten von ihrem Bruttoeinkommen abziehen, die ihnen im Zusammenhang mit ihrer Berufsausbildung entstanden sind – auf diese Kosten muss dann keine Lohsteuer gezahlt werden.

Steuerlich absetzbar sind unter anderem:

  • Arbeitsmittel: z. B. Computer, Fachliteratur, Werkzeuge, typische Berufskleidung etc.
  • Aufwendungen für einen beruflich veranlassten Umzug
  • Fortbildungskosten
  • Fahrten zwischen Wohnung und Arbeits- bzw. Ausbildungsstätte
  • Reisekosten
  • Mitgliedsbeiträge für Gewerkschaften

Ist das nicht kompliziert?
ver.di-Mitglieder bekommen bei ihrer Steuererklärung kostenlose Unterstützung. Dafür hat ver.di ausgebildete Fachleute, die kompetent informieren und auch ganz konkret beim Ausfüllen der Steuererklärung zur Seite stehen. Meist brauchst du auch einfach nur die notwendigen Unterlagen mitbringen und du bekommst dann deine Steuererklärung zur Unterschrift fertig überreicht.

Mehr Infos zum Lohnsteuerservice findest du hier.