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30.03.2012

Reisekosten in Studium und Ausbildung

  • Geldscheine, dazu ein Pfeil mit Aufschrift Steuern

Der Bundesfinanzhof verbessert deutlich die Absetzbarkeit von Fahrtkosten

Geänderte Rechtsprechung erleichtert Studierenden und Auszubildenden die Absetzbarkeit ihrer Reisekosten. Fahrten zwischen Wohnung und Bildungseinrichtung werden nun vollständig steuerlich angerechnet.

Gute Nachrichten für Studierende und Auszubildende: Entgegen der bisherigen Auffassung des Bundesfinanzhofes (BFH) sehen zwei kürzlich getroffene Gerichtsentscheide Bildungsmaßnahmen als „regelmäßig vorübergehend und nicht auf Dauer angelegt“. Im Ergebnis sind nun auch Fahrten zu Ausbildungsbetrieb sowie Berufs- und Hochschule in voller Höhe steuerlich abzugsfähig.

Geltend gemacht werden dazu die tatsächlichen Reisekosten oder Werbungskosten mit einer Entfernungspauschale von derzeit 0,30 € pro Kilometer – und das ab sofort für Hin- und Rückfahrt. Ringo Bischoff, Bundesjugendsekretär von ver.di, freut sich mit den betroffenen Steuerpflichtigen: „Für Auszubildende und Studierende ergibt das bis zu mehrere 100 € zusätzlich im Jahr – vor allem bei längeren Ausbildungszeiträumen!“

Hier alle Änderungen auf einen Blick:

  • Bildungseinrichtungen, beispielsweise Berufsschulen und Universitäten, gelten nicht länger als regelmäßige Arbeitsstätte – auch wenn diese über einen längeren Zeitraum für einen Vollzeitunterricht besucht werden.

  • In Folge dessen sind nun Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte genau wie Dienstreisen in voller Höhe steuerlich absetzbar (bisher nur als Werbekosten nach Entfernungspauschale).

  • Zusätzlich dürfen dadurch jetzt in der Steuererklärung auch Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen angesetzt werden, die in den ersten drei Monaten angefallen sind.


Nach wie vor gelten einige Einschränkungen:

  • Dienstreisen dürfen steuerlich nur dann berücksichtigt werden, wenn der Fahrtaufwand tatsächlich angefallen ist (entfällt bei grundsätzlicher Anrechnung aller Reisen als Werbungskosten, d.h. mit Entfernungspauschale).

  • Für Erstausbildung oder -studium werden nur Sonderausgaben bis maximal 4000 € (bis 2011) bzw. 6000 € (ab 2012) anerkannt. Dem stehen allerdings mehrere „Musterverfahren“ entgegen, deren gerichtlichen Entscheide bislang noch ausstehen.


Für alle ver.di Mitglieder gibt es noch eine gute Nachricht: Wer Hilfe bei seiner Steuererklärung benötigt, bekommt kostenlose Beratung beim ver.di Lohnsteuerservice. Für alle Fragen dazu wendet ihr euch am besten direkt an eure ver.di Jugend vor Ort!