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10.01.2012

Rechtliche Änderungen 2012

  • Aktenordner mit Unterlagen

Die Mühlen der Bürokratie drehen sich weiter: Neues zu Kindergeld, Rentenversicherung & Co.

Zum 1. Januar 2012 haben sich einige rechtliche Regelungen geändert, die unmittelbare Auswirkungen auf Auszubildende und Studierende haben. Damit ihr den Überblick behaltet, hat die ver.di Jugend die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst.

Kindergeld und Kinderfreibetrag
Wer Anspruch auf Kindergeld hat, musste bisher genau rechnen. Volljährige Kinder durften bisher nur 8.004 Euro im Jahr verdienen, wenn sie den Kindergeldanspruch nicht verlieren wollten. Ab dem 1. Januar 2012 gilt: Volljährige Kinder, die in Ausbildung sind, können dazuverdienen, soviel sie wollen - der Kindergeldanspruch bleibt.

Aber: Nach wie vor gilt der Anspruch auf Kindergeld und Kinderfreibetrag nur für Kinder bzw. junge Erwachsene unter 25 Jahren in einer Erstausbildung. Er entfällt, wenn sich der junge Erwachsene in einer weiteren Ausbildung befindet und in einer Nebentätigkeit mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet.

Mehr dazu hier:
Im Studium
In der Ausbildung

Lohnsteuerkarte
Nichts ist dauerhafter als ein Provisorium - Seit langem will die Bundesregierung die Lohnsteuerkarte aus Papier ersetzen. Der erste Schritt war denn auch, die papierne Karte nicht mehr auszugeben. Brauchte man bisher jedes Jahr eine neue Lohnsteuerkarte, galt zuletzt: Die Lohnsteuerkarte von 2010 gilt auch 2011 weiter. Diese Übergangsregelung wurde nun "wegen großen Erfolgs" verlängert.

Auch 2012 braucht man nur die Lohnsteuerkarte von 2010 beim Arbeitgeber abzugeben bzw. kann sie gleich dort liegen lassen. Wer 2010 keine Lohnsteuerkarte bekommen hat, kann sich bei seinem Finanzamt eine Ersatzbescheinigung ausstellen lassen. Ersatzbescheinigungen aus dem Jahr 2011 gelten natürlich ebenfalls 2012 weiter. Und irgendwann kommt dann mal die elektronische Lohnsteuerkarte. Vielleicht ja 2013?

Mehr zum Thema beim Bundesfinanzministerium

Rentenversicherung
Auszubildende und Studierende, die in einer abhängigen Beschäftigung regelmäßig mehr verdienen als 400 (Studierende ) bzw. 325 (Auszubildende) Euro pro Monat, müssen aus diesem Einkommen Beiträge zur Rentenversicherung zahlen. Der Beitragssatz sinkt am 1. Januar 2012 von 19,9 auf 19,6 Prozent. Der Anteil des Arbeitnehmers liegt dann bei 9,8 Prozent (statt bisher 9,95 Prozent).

Mehr zur Situation von Studierenden

Sonderausgabenabzug für Ausbildungskosten
Der Sonderausgabenabzug für Ausbildungskosten steigt im kommenden Jahr von 4.000 auf maximal 6.000 Euro. Diese Regelung gilt für Auszubildende und Studierende.

Werbungskostenpauschale
Wer Geld in einer abhängigen Beschäftigung verdient, muss auch Steuern zahlen. Aber zum Glück gibt's ja den Freibetrag von 8.004 Euro pro Jahr. Dazu kommt noch die Werbungskostenpauschale für abhängig Beschäftigte. Die wurde jetzt rückwirkend zum 1. Januar 2011 erhöht: Statt bisher 920 Euro werden nun pauschal 1.000 Euro Werbungskosten im Jahr vom Finanzamt angesetzt.

Mehr dazu bei der DGB Jugend

Duales Studium
Für duale Studierende gilt ab dem Jahreswechsel einheitlich: Wenn sie mehr als 325 Euro von ihrem Betrieb bekommen, müssen davon Beiträge in alle Sozialversicherungszweige gezahlt werden. Der so genannte Werkstudentenstatus greift nicht. Zuletzt galt diese Regelung nicht für dual Studierende in praxisintegrierten dualen Studiengängen - wegen eines Gerichtsurteils aus dem Sommer 2010. Jetzt wurden die Regeln wieder vereinheitlicht.

Mehr dazu bei der DGB Jugend

Absetzbarkeit der Kosten für Kinderbetreuung
Ab 2012 können alle Eltern Betreuungskosten für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr als Sonderausgaben steuermindernd geltend machen. Damit entfällt die bisherige Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen und die Unterscheidung von erwerbs- und nicht erwerbsbedingtem Betreuungskosten.

Zukünftig können Eltern zwei Drittel der jährlichen Kosten maximal aber 4.000 Euro, steuerlich als Sonderausgabe geltend machen. Diese Regelung gilt für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr und zeitlich unbeschränkt für alle Kinder mit Behinderung.