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02.01.2017

Neues Jahr, neue Gesetze

  • 2017 bringt einige neue Gesetze für Verbraucher

Die 16 wichtigsten Neuerungen ab Januar 2017

Du schönes neues Jahr: Tritt ein, bring Glück herein! Vielleicht können die neuen Gesetze und Regelungen ab 2017 schon etwas dazu beitragen. Und ein wenig Humor kann sowieso nie schaden…

Vorneweg: Die mit Sternchen versehenen Gesetze sind noch nicht endgültig verabschiedet, aber immerhin so weit gediehen, dass wir euch schon jetzt dazu informieren!

Die ultimative Übersicht – allgemeine News

1) Verdiene ich mit Mindestlohn jetzt so viel, dass ich Probleme beim Ausgeben bekomme?
Da musst du dir leider keine Sorgen machen. Es gibt nur mickrige 34 Cent mehr gesetzlichen Mindestlohn pro Stunde. Das bedeutet eine Anhebung von 8,50 auf 8,84 Euro pro Stunde, schnell verprasst. Wir nehmen an, du strotzt schon vor Ideen...

2) Weniger Kosten für Tapetenwechsel!
Wenn du für deinen Job umziehen musst, kannst du die Umzugskosten für dein Sofa und für Wellensittich Hansi als Werbungskosten geltend machen. Die entsprechenden Pauschalbeträge steigen zum 1. Februar 2017:

  • für Ledige auf 764
  • für Verheiratete auf 1.528 Euro
  • für jede weitere im Haushalt lebende Person auf 337 Euro.

Übrigens: Vögel, Hunde und Katzen gelten nicht als Personen.

3) Zum Reformationsjubiläum wird bundesweit gefeiert!
Vor genau 500 Jahren hat Luther angeblich seine Thesen in Wittenberg angeschlagen und damit den Protestantismus ins Leben gerufen. Der Thesenanschlag ist historisch umstritten. Ganz unstrittig ist jedoch, dass der 31. Oktober in 2017 in ganz Deutschland ein Feiertag ist. Für alle! Und dabei ist es ganz egal, welcher Glaubensrichtung du angehörst. Feiertag ist Feiertag!

Fluch und Segen – die Steuer

4) Muss ich wirklich diese öde Steuerklärung machen?*
Ja, zumindest, wenn bei deinem monatlichen Lohnsteuerabzug ein Freibetrag berücksichtigt wird. In diesem Fall musst du unter allen Umständen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Einzige Ausnahme: Du verdienst so wenig, dass sich für den Fiskus die Mühe nicht lohnt. Liegt also dein Jahreseinkommen unter 11.200 Euro, sparst du dir immerhin die Steuererklärung.

5) Höherer Grundfreibetrag*
Erst bei einem Einkommen über dem Grundfreibetrag zieht der Fiskus Steuern ab. Diese Steuergrenze wandert 2017 nach oben, der Grundfreibetrag soll im neuen Jahr um 168 Euro steigen. Bist du ledig, zahlst du erst ab 8.820 Euro Steuern, lebst du in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, verdoppelt sich der Betrag entsprechend.

6) Sharing ist caring – Unterhalt wird absetzbar*
Unterhaltskosten für Dritte, die du mit deinem Gehalt über Wasser hältst, werden als außergewöhnliche Belastungen gewertet. Für 2017 sind maximal 8.820 Euro abziehbar. Das sind immerhin 168 Euro mehr als noch in 2016.

7) Kann ich meine Spende an „Rettet die Wombats“ irgendwie steuerlich nutzen?
Du kannst nur Spenden an kirchliche, mildtätige oder gemeinnützige Organisationen steuerlich geltend machen, hier gelten strenge Regeln. Die Nachweise dafür musst du allerdings nur vorlegen, wenn das Finanzamt nachfragt. Deswegen: Alle Belege aufheben, und zwar für mindestens ein Jahr nach Bekanntgabe deines Steuerbescheids.

Große Unbekannte – Rente und Sozialversicherung

8) Wie lange muss ich noch?
Manche denken ja schon beim Anfangen ans Aufhören. Du auch? Dann solltest du wissen, dass Arbeitnehmer jetzt flexibler aus dem Job aussteigen können – mit der sogenannten Flexi-Rente, die eine neu eingeführte Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert. Dahinter steckt der Plan, dass du länger arbeiten WILLST. Gehst du in gefühlten 100 Jahren, also mit 63, in Teilrente, kannst du künftig deutlich mehr dazuverdienen.

9) Mehr Steuerfreiheit für Altersvorsorge
Wenn du für dein Alter vorsorgst, indem du in die gesetzliche Rentenkasse oder in Versorgungswerke einzahlst, kannst du dies ab sofort besser steuerlich absetzen. Der geförderte Höchstbetrag für dich steigt auf 3.048 Euro pro Jahr, steuerfrei sind unter bestimmten Voraussetzungen weitere 1.800 Euro jährlich. Der steuerfreie Arbeitgeberanteil wird allerdings abgezogen. Frag am besten im Personalbüro, bei deiner JAV oder bei deiner ver.di Jugend vor Ort, was für dich drin ist!

10) Relativ stabile Beitragssätze
Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt auf 2,8 Prozent bei Kinderlosen. In der Krankenversicherung steht er unverändert bei 15,7 Prozent, ebenso unverändert bleiben die Rentenversicherung (18,7 Prozent) und Arbeitslosenversicherung (3,0 Prozent).

11) Bemessungsgrenzen steigen*
Die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der auf Arbeitsentgelt oder Rente Beiträge zu zahlen sind, steigt bei der Rentenversicherung im Westen auf 6.350 Euro monatlich und im Osten auf 5.700.

Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 52.200 Euro. Die Pflicht zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wird 2017 ausgeweitet auf Beschäftigte mit einem Arbeitsentgelt bis 57.600 Euro.

Family goodies – Kinder und Eltern

12) Unterhaltsvorschuss wird ausgeweitet*
Bist du alleinerziehend, sollst du künftig besser abgesichert, falls das Aas von Ex den Unterhalt für euer gemeinsames Kind verweigert... Der sogenannte Unterhaltsvorschusses wird endlich ausgeweitet! Die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre soll abgeschafft und die Altersgrenze der Kinder von 12 auf 18 Jahre erhöht werden.

13) Mehr Kinderfreibetrag, Kinderzuschlag und Kindergeld*
Der jährliche Kinderfreibetrag, ab dem Steuern zu zahlen sind, erhöht sich um 108 Euro auf 7.356 Euro. Verdienst du weniger, bekommst du einen Kinderzuschlag. Er wird Anfang 2017 um 10 Euro auf je 170 je Monat erhöht. Außerdem soll es monatlich pro Kind zwei Euro mehr Kindergeld geben. Für die ersten beiden Kinder beträgt das Kindergeld dann je 192 Euro pro Monat, für Kind Nummero drei 198 Euro. Ab dem vierten Kind gibt es jeweils 223 Euro.

14) Bessere Unterstützung für Pflegebedürftige und Pflegende
Du pflegst ein Familienmitglied? Ab 2017 gilt ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nach dem Grad der Selbstständigkeit von Betroffenen richtet und nicht nach dem Zeitaufwand für die Hilfe. Dabei soll niemand der rund 2,8 Millionen Leistungsbeziehenden schlechtergestellt werden, bei Sozialbeiträgen soll sich beispielsweise sogar eine Verbesserung einstellen.

15) Hartz-IV-Sätze steigen*
Zum Jahresstart 2017 sollen die Leistungen angehoben werden:

  • Der Regelsatz für Alleinstehende steigt um 5 Euro pro Monat.
  • Der Regelsatz für Kinder bis sechs Jahre bleibt unverändert. Jugendliche bis 18 Jahren bekommen ab Januar 311 Euro.
  • Die Grundsicherung für Kinder zwischen 6 und 13 erhöht sich um 21 auf 291 Euro.

Luft holen – Sonne, Wind und EEG-Umlage

16) Ökostrom-Umlage
Für die Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne musst leider immer noch du als Verbraucher zahlen. Die Ökostrom-Umlage wird von 6,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Du zahlst sie über deine Stromrechnung.

Und was ist diese Ökostrom-Umlage?
Die sogenannte EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Je niedriger der Börsenpreis, den die Energiekonzerne zahlen, desto höher die Umlage. Was der Anstieg der Umlage für dich am Ende konkret bedeutet, lässt sich schwer prognostizieren. Es kommt darauf an, ob und wie die Energiekonzerne fallende Börsenstrompreise an die Verbraucher weitergeben. So richtig sonnig finden wir das natürlich nicht…

Nichtsdestotrotz wird 2017 für dich hoffentlich zu einem ganz tollen Jahr! Wir drücken die Daumen, tragen auf jeden Fall unseren Teil dazu bei und laden dich herzlich zum Mitmachen ein: Schließlich gibt es viel zu tun, also packen wir’s an!