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08.08.2012

Die Ausbildungssituation im Juli 2012

  • Statistik zur Ausbildungssituation im Juli 2012

Leichte Verbesserungen - bei anhaltenden Problemen

Im Juli veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit (BA) erneut Zahlen zum Ausbildungssektor und damit zum fünften Mal in 2012. Welche Entwicklungen lassen sich ablesen?

Bis zum 20. Juli diesen Jahres haben insgesamt 518.415 junge Menschen bei ihrer Suche nach einem Ausbildungsplatz die Bundesagentur für Arbeit (BA) eingeschaltet. Das sind 17.927 oder 3,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Alles gut also? Ein näherer Blick verrät, dass die bekannten Probleme im Ausbildungssektor andauern.

Mehr Bewerber_innen als Ausbildungsplätze?
Wie sich das Ausbildungsstellenangebot über das gesamte Berufsberatungsjahr hinweg tatsächlich entwickelt, lässt sich erst Ende 2012 genauer sagen. Die bisher veröffentlichten Zahlen der BA liefern aber erste grobe Anhaltspunkte. So standen den rund 500.000 Bewerber_innen im Juli 480.503 Ausbildungsplätze gegenüber (davon 467.035 betriebliche Ausbildungsplätze). Das sind vier Prozent mehr als im vergangenen Jahr – grundsätzlich eine erfreuliche Entwicklung. Dennoch gibt es bundesweit nach wie vor mehr Bewerber_innen als Ausbildungsplätze. Immer noch suchen deutschlandweit 189.994 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Und das bei 143.783 unbesetzten Ausbildungsstellen. Zudem zählt die BA 47.638 Bewerber_innen als versorgt (in der BA die „Bewerber mit Alternative"), obwohl sie ausdrücklich weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen.

Warteschleife Maßnahme
Immer noch werden viele junge Menschen in Maßnahmen des so genannten „Übergangssystems“ vermittelt – 294.294 im Jahr 2011 – obwohl die meisten von ihnen nur einen Ausbildungsplatz und keine Maßnahmen benötigen. Und noch immer haben 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 keinen qualifizierenden Berufsabschluss – das sind 17 Prozent dieser Altersgruppe.

Die regionale Ausbildungssituation im Juli 2012
In den ostdeutschen Bundesländern stehen aktuell 83.531 Bewerber_innen 79.969 Ausbildungsstellen (76.805 betrieblichen) gegenüber. Die Zahl der Bewerber_innen ist im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen und die Ausbildungsplätze haben um 2,1 Prozent zugenommen. In den alten Bundesländern liegen diese Verhältnisse bei 434.681 Bewerber_innen zu 400.142 Ausbildungsplätzen (389.838 betriebliche). Das sind 4,4 Prozent Ausbildungstellen und 3,8 Prozent Bewerber_innen mehr als im Vorjahresmonat.

Situation im Ausbildungssektor weiterhin angespannt
Die Zahlen verdeutlichen erneut die nach wie vor angespannte Situation im Ausbildungssektor. Ringo Bischof, ver.di-Bundesjugendsekretär kommentiert die aktuellen Entwicklungen: „Angesichts dieser Zahlen wird die Klage vieler deutscher Unternehmen über einen Mangel an geeignetem Nachwuchs unverständlich. Wir haben genügend motivierte junge Menschen in diesem Land, die ausgebildet werden wollen. Sie verdienen eine faire Chance.“

Die DGB Jugend kommentiert regelmäßig die aktuellen Ausbildungszahlen.