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02.06.2012

Deutschlandstipendium bisher enttäuschend

  • Schwarz-weiß-Foto von vielen Menschen, dazwischen eine junge Frau in Farbe am Laptop

Erste Bilanz zur neuen Studienförderung

Nach einem Jahr zieht das Bundesministerium für Bildung eine positive Bilanz über das neue Fördermodell „Deutschlandstipendium“ – dabei hat sie mit rund 5400 Stipendien nur halb so viele Studierende unterstützt wie geplant.

Stipendien sind in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern wie den USA immer noch spärlich gesät. Eine erste Abhilfe sollte das im vergangenen Jahr eingeführte Deutschlandstipendium für Studierende schaffen. Nun hat das Bildungsministerium eine erste Bilanz gezogen: Ungefähr 5400 Student_innen erhielten seit dem Sommersemester 2011 eine Studienförderung in Höhe von 300 Euro monatlich. Geplant war jedoch knapp 10.000 leistungsstarke und begabte Studierende zu fördern.

Erfolg sieht anders aus
Zu einer Hälfte finanziert sich das Deutschlandstipendium aus Mitteln des Bundes. Zur anderen Hälfte geben private Stifter wie Unternehmen oder auch Privatpersonen Fördergeld. Auf diese Weise möchte die Bundesregierung einmal acht Prozent aller Hochschüler_innen in Deutschland während des Studiums finanziell unterstützen. Davon ist sie bisher jedoch noch meilenweit entfernt. Nicht einmal die erste Zielmarke von 10.000 Förderungen erreichte die Bundesregierung im ersten Jahr. „Förderprogramme sind gut und wichtig, auch für Hochbegabte. Bevor man das Geld jedoch in ein weiteres bürokratisches Gespinst steckt, wäre ein Ausbau der BAföG-Förderung hilfreicher “, sagte Ringo Bischoff, Bundesjugendsekretär der ver.di Jugend. Das Deutschlandstipendium stellt bisher noch ein hoher Verwaltungsaufwand für viele Hochschulen dar. Für jedes Stipendium, dass eine Hochschule vergeben will, muss sie selbst die privaten Geldgeber finden. Damit liegt die Verantwortung für den Erfolg des Programms zu einem wesentlichen Anteil bei den Hochschulen und ihrem Geschick im Fundraising.

Details zur Förderung
Im vergangenen Jahr erhielten knapp die Hälfte der Stipendien junge Frauen. Auch Studierende mit ausländischer Staatsbürgerschaft wurden mit kanpp sieben Prozent finanziell unterstützt. Am häufigsten ging das Deutschlandstipendium an Begabte aus den Ingenieurwissenschaften, gefolgt von den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften/Mathematik.

Gewerkschaftlich Aktive finden insbesondere bei der Hans-Böckler-Stiftung finanzielle wie ideelle Unterstützung. Sie ist das Mitbestimmungs-, Forschungs- und Studienförderungswerk des DGB, von dem es ebenfalls Infos zu Stipendien gibt.