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31.08.2012

Ausbildungsplätze: Positiver Trend, aber keine Entwarnung

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Die Gewerkschaftsjugend fordert weiterhin mehr Ausbildungsplätze und bessere Ausbildungsqualität

Die Wirtschaft klagt, die Betriebe fänden keine Auszubildenden mehr. Die Zahlen der Bundesagentur zeigen dagegen weiterhin einen Ausbildungsplatzmangel. Den 541.581 Bewerber_innen stehen 2012 nur 477.624 berufliche Ausbildungsplätze gegenüber. Das sind zwar 0,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, allerdings stieg auch die Anzahl der Ausbildungsplatzsuchenden um 3,3 Prozent.

Die Entwicklung stellt zwar bundesweit eine leichte Verbesserung dar, dennoch besteht nach wie vor eine Differenz zwischen der Anzahl der Bewerber_innen und denen der Ausbildungsplätze. Noch immer suchen deutschlandweit 146.939 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Dem gegenüber stehen 101.100 unbesetzte Ausbildungsstellen. „Die Klagen der Wirtschaft über den angeblichen Fachkräftemangel grenzen an Heuchelei. Die Betriebe sollten endlich ihre Hausaufgaben machen. Wer tatsächlich keine Auszubildenden findet, sollte die Ausbildungsbedingungen verbessern. An zu wenigen jungen Menschen, die eine berufliche Qualifikation anstreben, liegt es jedenfalls nicht“, so Ringo Bischoff, ver.di-Bundesjugendsekretär.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zählt 56.079 Bewerber_innen als „versorgt“ (und bezeichnet diese als „Bewerber_innen mit Alternative“), obwohl sie ausdrücklich weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen. Allein für die registrierten Bewerber_innen fehlen 45.839 Ausbildungsstellen. Immer noch werden viele junge Menschen in Maßnahmen des sogenannten „Übergangssystems“ vermittelt – 294.294 im Jahr 2011 – obwohl die meisten von ihnen nur einen Ausbildungsplatz und keine Übergangsmaßnahme benötigen. Und noch immer haben 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 29 keinen qualifizierenden Berufsabschluss – das sind 17 Prozent dieser Altersgruppe.

Grundsätzlich muss man sagen, dass die Ausbildungsplatzzahlen zum momentanen Zeitpunkt nur eine eingeschränkte Aussagekraft besitzen. Wie sich die Lage am Ausbildungsstellenmarkt über das Jahr 2012 tatsächlich entwickelt, wird man erst am Ende des Berufsberatungsjahres einschätzen können. Die bisher veröffentlichten Zahlen der BA liefern daher allenfalls erste grobe Anhaltspunkte.