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19.06.2012

11 deutsche „Elite-Unis“

  • Haupteingang der Humboldt Universität von Berlin

Exzellenzinitiative gegen Breitenförderung

Am vergangenen Freitag fiel zum dritten und letzten Mal die Entscheidung, welche deutschen Hochschulen im Rahmen der Exzellenzinitative gefördert werden. Neu im Kreis der Elite-Unis sind die Humboldt-Universität Berlin, die Universitäten in Köln, Bremen und Tübingen und die TU Dresden. Was nun fehlt, ist eine Breitenförderung.

9 plus 5, minus 3 macht 11 deutsche „Elite-Unis“. Diese Rechnung gilt seit vergangenen Freitag als zum dritten und letzten Mal die Förderentscheidung zur Exzellenzinitative fiel. Die Forschungsminister und Vertreter_innen aus Wissenschaft mischten die Karten neu um die begehrten Fördertöpfe: Neu unter den Spitzenunis sind die HU Berlin, die Unis in Köln, Bremen und Tübingen und die TU Dresden. Den Titel aberkannt bekamen die Universitäten in Göttingen, Karlsruhe, und Freiburg. Auf eine weitere Förderung können sich die Münchener Universitäten, die FU Berlin sowie die Unis in Konstanz, Heidelberg und die RWTH in Aachen freuen.

Ene, mene, muh, raus bist du!
Die Exzellenzinitiative bringt Schwung in die verstaubten Hallen der deutschen Universitäten. Auf dem Weg zur Profilbildung und dem ersehnten Titel haben sich einige Unis erneuert, interdisziplinäre Projekte angestoßen, eingerostete Strukturen aufgebrochen. Das ist erst einmal positiv. Während sich die neu und wieder gewählten Elite-Unis auf ordentliche Finanzspritzen für ihre Forschung freuen dürfen, gehen viele andere Hochschulen leer aus. Genauso wie die rund 2,2 Millionen Studierenden in Deutschland. Überlastetes Personal an den Hochschulen, überfüllte Seminare, ungeheizte Bibliotheksräume. Egal ob Elite-Etikett oder nicht, im Studienalltag werden die Studierende auch an einer Elite-Uni kaum Verbesserungen feststellen. Denn die Förderung gilt ausschließlich der Spitze. Das sind Graduiertenschulen für Doktorand_innen und Forschungscluster aus einem Stab an Wissenschaftler_innen.

Auseinandertriften von Forschung und Lehre
So hat die Exzellenzinitative ihren ganz eigenen Preis, wie die Wissenschaftsforscherin Dagmar Simon vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) weiß. Sie hat gemeinsam mit ihrem Team die Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf die deutschen Hochschulen untersucht. Ergebnis des politisch geförderten und geforderten Prozesses der Profilbildung sei nicht eine Differenzierung, sondern eine strukturelle Anpassung der Universitäten. Im Wettbewerb um die Fördergelder war das entscheidende Kriterium für Exzellenz an der Hochschule ihre Grundlagenforschung. Hingegen Lehre oder kreative Lehre honorierte das Auswahlkomitee kaum. Diese Anreize sollten jedoch dringend geschaffen werden, damit Forschung und Lehre nicht weiter auseinander driften. Denn wie Humboldt schon wusste: ohne Nachwuchs, gibt es auch irgendwann keine Elite mehr.