Bausteine der Bewerbungsmappe

Deine Bewerbung ist quasi dein Spiegelbild – sie muss absolut makellos aussehen! Schließlich wird jeder Arbeitgeber davon ausgehen, dass ein_e Bewerber_in erst dann die Arbeit zufriedenstellend erledigen wird, wenn er/sie auch sich selbst gut präsentiert!

Im Folgenden erläutern wir dir daher alle Einzelteile und die verschiedenen Varianten einer Bewerbung auf dem Postweg. Die einzelnen Unterlagen entsprechen in Aufbau und Form denjenigen einer Online-Bewerbung, bei der du die Kosten für Bewerbungsordner und Porto sparst.

An passenden Stellen findest du zusätzliche Tipps und vermeidbare Fehler zum jeweiligen Arbeitsschritt.

  • Bewerbungsmappe

    Eine schriftliche Bewerbung – hier auch: die Bewerbungsmappe – enthält fast immer vier Elemente in der folgenden Reihenfolge:

    1. Anschreiben (siehe Abschnitt unten)
    2. Lebenslauf (siehe Abschnitt unten) 
    3. Bewerbungsfoto (siehe Abschnitt unten)
    4. Zeugnisse / Nachweise (siehe Abschnitt unten) über Praktika, Kurse, Zusatzqualifikationen, absolvierte Weiterbildungen o. ä.

    Ob jemand in Frage kommt oder nicht, entscheiden die meisten Arbeitgeber bei der ersten Durchsicht einer Bewerbungsmappe und innerhalb weniger Sekunden. Der erste Eindruck deiner Unterlagen ist also von immenser Bedeutung – wenn die äußere Form nicht stimmt, wird der Inhalt oft gar nicht mehr gelesen!

    Form macht Eindruck!
    Gestalte alle Dokumente im DIN A4-Format und absolut einheitlich (Schriftart,  -größe etc.). Damit der Arbeitgeber keine Zettelwirtschaft verwalten muss, heftest du am Schluss alles zusammen in eine Bewerbungsmappe, lediglich das Anschreiben (siehe Abschnitt unten) liegt gesondert der Mappe bei. 

    Geeignete Mappen bekommst du in jedem gut sortierten Schreibwarenladen in unterschiedlichster Ausführung. Ob mit Klemmschiene, verstärktem Rücken oder Sichtfolie auf der Front (für das Anschreiben) entscheidest du ganz nach Geschmack.

    Wichtig ist, dass darin deine einzelnen Papiere geschützt, ungelocht, leicht entnehmbar und gut sichtbar sind.

    Wir empfehlen dir wärmstens unsere Tipps zur Bewerbungsmappe als PDF!

  • Anschreiben

    Das Anschreiben ist das zentralste Element einer Bewerbungsmappe (siehe Abschnitt oben) und damit der gesamten schriftlichen Bewerbung - arbeite hier besonders sorgfältig! In der Regel fällt anhand dieser ersten Visitenkarte bereits die Entscheidung, ob die restlichen Bewerbungsunterlagen überhaupt lesenswert sind.

    Möglicherweise helfen dir ältere Geschwister, Lehrer_innen oder Bekannte, das Anschreiben zu formulieren. Super ist jemand, der/die bereits eine Arbeitsstelle gefunden hat – dann werden dir womöglich zusätzliche Praxistipps oder die damaligen Bewerbungselemente als Textvorlage geliefert.

    Deine ganz persönliche „Bühne“
    Ein Anschreiben sollte realistisch sein und Selbstbewusstsein ausstrahlen. Nutze es als Plattform für eine überzeugende, möglichst individuelle Vorstellung deiner Person und deines Könnens. Formuliere kurz, prägnant und überleg dir genau, was wirklich wichtig ist.

    Gib unbedingt an, was du schon zur Stelle und zum Arbeitgeber weißt (z. B. aus dem Jobinserat oder einem Telefonat mit der Firma).

    Vorteilhaft sind auch alle besonderen Aktivitäten oder Hobbies, die ein ähnliches Tätigkeitsfeld wie die ausgeschriebene Stelle betreffen. Zum Beispiel deine Mitarbeit in einem Verein, in der Jugendarbeit oder in der Kirchengemeinde. Auch Ehrenämter belegen dein Engagement.

    In allen Fällen musst du unbedingt entsprechende Nachweise liefern - oder solltest anderenfalls das jeweilige Tätigkeitsfeld besser unerwähnt lassen!

    Wir empfehlen dir wärmstens unsere Tipps zum Anschreiben als PDF. Dazu gibt es hier noch ein Musteranschreiben.

  • Lebenslauf

    Im Lebenslauf (auch „curriculum vitae“, kurz CV) möchte der Arbeitgeber deinen bisherigen Werdegang nachvollziehen. Angaben zu Alter, Herkunftsort und besonderen Aktivitäten tragen maßgeblich zur Entscheidung bei, deine Bewerbung anzunehmen oder abzulehnen.

    Auf den Punkt gebracht
    Du solltest knackig und präzise alle wichtigen Fakten unterbringen, dazu zählen vor allem dein Fachwissen und dein zwischenmenschliches Können (so genannte „hard skills“ und „soft skills“).

    Genauso gehören Dienstzeiten bei Bundeswehr bzw. Zivildienst, Freiwilligendienste oder vorübergehende Arbeitslosigkeit in den Lebenslauf.

    Sortiere alle Informationen nach Rubriken, welche dir am logischsten erscheinen (siehe unten).

    Bedenke, dass Personalverantwortliche oft unzählige Bewerbungsmappen (siehe Abschnitt oben) auf den Tisch bekommen. Neben einer überzeugenden Vorstellung deiner Person sind also Lesefreundlichkeit und Übersichtlichkeit die obersten Ziele.

    Verzichte auf alle unnötigen Worte, Zeichen und Ziffern und richte die Aufmerksamkeit des_r Lesers_in gezielt auf deine Stärken - in der Kürze liegt die Würze!

    Punkten - auf schwedisch?
    Falls du einen Lebenslauf in einer anderen Sprache als Deutsch brauchst, kannst du dich am Europass orientieren. Er ist eine für ganz Europa standardisierte Lebenslaufform und in sämtlichen Sprachen der Europäischen Union (kurz EU) abzurufen.

    Sortierung nach Rubriken
    Der "amerikanische" Lebenslauf hat mittlerweile die chronologische Auflistung der Lebensdaten weitgehend abgelöst. Dazu sortierst du deine Angaben „rückwärts“ und beginnst mit der Gegenwart, zum Beispiel: Praktikum, Ausbildung, Schulbildung. Dein aktueller Qualifizierungsstand springt dadurch an oberster Stelle sofort ins Auge.

    Ein gängiges Format hat ein tabellarischer, amerikanischer Lebenslauf mit folgender Gliederung:

    • Persönliche Daten: Name, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Familienstand
    • Berufsausbildung bzw. Studium, ggf. Berufstätigkeit nach der Schule;
      ohne Berufspraxis kannst du hier auch Ausbildungs-/Studieninhalte mit Praxisbezug aufführen (z. B. Unternehmensplanspiele oder Studienprojekte).
    • (Auslands-)Praktika
    • Schulbildung: relevant ist nur dein höchster Schulabschluss;
      hast du sonst nicht viel anzugeben, kannst du hier alle Schulzeiten bis zur Grundschule aufführen (ebenfalls in „amerikanischer“ Form)
    • Zusätzliche oder besondere Qualifikationen, sofern sie zur Stellenausschreibung passen und du Nachweise mitliefern kannst
    • EDV-Kenntnisse
    • Fremdsprachen
    • Freiwillige Aktivitäten, Ehrenämter oder FSJ (Nachweise mitliefern!)
    • Relevante Hobbys, passend zur Stellenausschreibung
    • Ort, Datum und Unterschrift

    Wir empfehlen dir wärmstens unsere Tipps zum Lebenslauf als PDF. Dazu gibt es hier noch einen Musterlebenslauf.

  • Bewerbungsfoto

    Wenn das Anschreiben überzeugt, fällt der nächste Blick fast immer auf das Foto, um auch äußerlich einen ersten Eindruck des/der Bewerbers_in zu bekommen. Liefere einen aussagekräftigen Blickfang ab, mit dem du seriös, kompetent und sympathisch rüberkommst!

    Lass die Aufnahmen unbedingt in einem professionellen Fotostudio anfertigen – verwende also nicht etwa ein Urlaubs-, Pass- oder Automatenfoto von dir!

    Profis können dir in der Regel genau sagen, worauf es ankommt, wie du dich hinsetzen sollst, welcher Bildausschnitt und welches Format angebracht sind (unsere Empfehlung: mindestens 4cm breit und 6 cm hoch).

    Wichtig ist auch eine möglichst hohe Auflösung für ein scharfes Bild. Das Fotostudio liefert dir außerdem Kopien deiner Bilder auf CD, die du für jede weitere Bewerbung verwenden kannst.

    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte
    Überleg dir vorab, was du mit deinem Foto aussagen willst und mach dir Gedanken über die entsprechende Körperhaltung. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind groß - je konkreter deine Vorstellungen sind, desto einfacher können sie im Fotostudio umgesetzt werden.

    Bei der Wahl deiner Kleidung gibst du dich im Zweifelsfall lieber bodenständig und seriös als individuell oder „flippig“! Mit Bluse, Hemd oder Anzug und einer ordentlichen Frisur bist du grundsätzlich auf der sicheren Seite.

    Die passende Kleidung hängt aber auch vom jeweiligen Ausbildungsberuf ab. Bei einer Bewerbung für Bankkaufleute sind Anzug bzw. Kostüm absolute Pflicht, bei Fachkräften für Lagerlogistik reicht auch ein Hemd oder ein ordentlicher Pullover.

    Da der Rest deiner Unterlagen ebenfalls in schwarz-weiß gehalten ist, bietet sich zur Einheitlichkeit ein schwarz-weißes Foto an. Mit einer farbigen Aufnahme kannst du einen zusätzlichen Akzent setzen.

    Platzierung und Beschriftung
    Entweder fügst du dein Foto am Computer von der CD direkt in deinen Lebenslauf ein und druckst beides auf einem Papier aus. Oder du druckst das Bild einzeln auf Fotopapier, schneidest es sauber aus und klebst es rechts oben auf den Ausdruck deines Lebenslaufs.

    Hierfür verwendest du am besten Fotoecken, dann lässt sich die Aufnahme ggf. entnehmen und wiederverwenden. Auf der Rückseite des Fotos solltest du in diesem Fall mit einem wischfesten Stift deinen Namen und deine Anschrift notieren. So kann der Arbeitgeber das Foto deiner Bewerbung zuordnen, falls es sich ablösen sollte.

    Wir empfehlen dir wärmstens unsere Tipps zum Bewerbungsfoto als PDF.

  • Zeugnisse & Nachweise

    Meist werden zur Bewerbung die letzten beiden, manchmal auch die letzten vier Schulzeugnisse erwartet – im Zweifelsfall kannst du dies telefonisch nachfragen!

    In deiner Bewerbung kannst du grundsätzlich auch jedes Engagement über den Schulunterricht hinaus angeben. Über freiwillige Aktivitäten, Ehrenämter oder ein FÖJ / FSJ dokumentierst du dein Interesse an zusätzlichen Qualifikationen. Voraussetzung ist allerdings ein jeweils mitzuliefender Nachweis und ein Zusammenhang zwischen der jeweiligen Tätigkeit und der ausgeschriebenen Stelle, den gesuchten Fähigkeiten oder Eigenschaften.

    Zeugnisse und andere Nachweise behältst du immer im Original bei dir und gibst ausschließlich Kopien heraus. Diese brauchst du in einwandfreier Qualität und – falls im Jobinserat angegeben – beglaubigt von einer Behörde oder amtlichen Stelle. Dabei lohnt sich vorab ein Preisvergleich, denn Beglaubigungen vom Notar, Rathaus oder Pfarramt können teuer sein!

    Zum Schluss sortierst du alle Nachweise nach Ausstellungstag – das Zeugnis mit dem jüngsten Datum gehört nach oben, das älteste kommt zuletzt.

  • Versand & Postweg

    Hast du unsere Tipps beachtet, alle Einzeldokumente angefertigt und richtig sortiert? Dann ist deine Bewerbung jetzt vollständig!

    Bei einer Bewerbung per Post verwendest du am besten einen DIN B4-Umschlag (etwas größer als DIN A4), für eine umfangreichere Bewerbungsmappe (siehe Abschnitt oben) musst du vielleicht ein größeres Format wählen (DIN C4). Damit die Unterlagen keinen Schaden nehmen, sollte der Umschlagrücken mit Pappe verstärkt sein.

    Beschriftung und Porto
    Leg dir den Umschlag so zurecht, dass die Öffnung nach rechts zeigt und die Vorderseite nach oben. Darauf schreibst du rechts mittig und groß die Firmenadresse inkl. Ansprechpartner_in. Nach links oben gehört deine Absenderadresse in etwas kleinerer Schrift.

    Achtung: bei einem Umschlag mit Sichtfenster musst du dein Anschreiben (siehe Abschnitt oben) so gestalten, dass beide Angaben im Fenster erscheinen (deine Adresse wieder etwas kleiner als die Firmenanschrift).

    Umschläge bekommst du im Schreibwarenladen oder bei der Post. Dort solltest du deine Sendung auch frankieren lassen. So kannst du sicher sein, dass der/die Empfänger_in nichts dazuzahlen muss oder deshalb gar die Annahme verweigert.