Transport

Die folgenden Abschnitte stellen zwei ausgewählte Berufsprofile vor - es sind Dienstleistungsberufe mit Schwerpunkt auf "Transport".

  • Eisenbahner_in im Betriebsdienst

     
    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe hauptsächlich Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Jeweils drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule

    Fachrichtungen
    Die Ausbildung wird in zwei verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

    • Eisenbahner_in im Betriebsdienst, Fachrichtung Fahrweg
    • Eisenbahner_in im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer_in und Transport

    Tätigkeiten
    Der reibungslose Personen-­ und Güterverkehr auf der Schiene ist die Hauptaufgabe von Eisenbahner_innen im Betriebsdienst.

    Aufbau der Ausbildung
    In den ersten zwei Ausbildungsjahren erwerben Auszubildende beider Fachrichtungen dieselben Fertigkeiten und Kenntnisse. Im dritten Ausbildungsjahr vertiefen sie das Wissen in ihrer jeweiligen Fachrichtung.

    Gefragte Fähigkeiten
    Eisenbahner_in im Betriebsdienst brauchen Verantwortungsbewusstsein: Sie müssen beispielsweise Sicherheitsbestimmungen exakt einhalten, um Fahrgäste nicht zu gefährden. Umsicht ist beim Rangieren und ähnlichen Tätigkeiten gefragt.

    Mathematikkenntnisse sind nützlich, um z. B. das Gesamtgewicht neu zusammengestellter Züge oder Fahrstrecken zu berechnen.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 685 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 740 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 796 Euro

    Berufsalltag
    Im Beruf der Eisenbahner_in im Betriebsdienst herrscht seit Jahren so gut wie Vollbeschäftigung. Entsprechende Unternehmen bilden meistens nur so viele Kräfte aus, wie sie auch einsetzen und übernehmen können.

    Durch die Automatisierung kann sich bei innerstädtischen Verkehrsbetrieben in Zukunft viel ändern: Beispielsweise sind in  einigen Metroplen der Welt (besonders in Asien) jetzt schon U-Bahn- und S-Bahn-Züge ohne Lokführer_in unterwegs und werden zentral von einem Computer gesteuert – was wiederum mehr Personal in den Leitzentralen erforderlich macht.

    Es gibt verschiedene Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, beispielsweise zum_r Industriemeister_in der Fachrichtung Werksbahnbetrieb, Techniker_in der Fachrichtung Verkehrstechnik oder geprüfte_n Fachwirt_in für den Bahnbetrieb.

    Auch ein Hochschulstudium ist möglich, beispielsweise mit Abschluss als Ingenieur_in für Bahnbetrieb und Infrastruktur oder als Ingenieur_in für Verkehrswesen. Bewerber_innen ohne Abitur holen dieses in der Regel auf dem zweiten Bildungsweg nach.

    Eisenbahner_innen im Betriebsdienst arbeiten in Schicht-, Nacht- und Wochenenddiensten und damit auch an Feiertagen. Die Arbeit findet teilweise im Freien statt, dann natürlich auch bei schlechtem Wetter.

  • Fachkraft für Lagerlogistik

    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe hauptsächlich Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule
    • gestufte Ausbildung möglich (siehe Einleitung zu den Berufsprofilen)

    Tätigkeiten
    Fachkräfte für Lagerlogistik sind in Logistikzentren, Industriebetrieben, Speditionen und im Versandhandel für die Warenannahme zuständig. Sie prüfen anhand der Bestellvorgaben und Begleitpapiere die korrekte Warenmenge und -beschaffenheit.

    Sie organisieren die Entladung der Güter und deren sachgerechte Lagerung. Dabei achten sie auf optimale Lagerbedingungen und regulieren z. B. Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Im Warenausgang ermitteln sie die günstigste Versandart und planen Auslieferungstouren.

    Sie kümmern sich um die Zusammenstellung von Lieferungen, das Verpacken der  Ware und das Erstellen von Begleitpapieren wie Lieferscheinen oder Zollerklärungen. Sie bedienen Gabelstapler, beladen Lkws, Container oder Eisenbahnwaggons und sichern die Fracht gegen Verrutschen oder Auslaufen.

    Ferner optimieren sie den innerbetrieblichen Informations- und Materialfluss von der Beschaffung bis zum Absatz. Außerdem recherchieren Fachkräfte für Lagerlogistik Warenbezugsquellen, erarbeiten Angebotsvergleiche, bestellen Waren und veranlassen deren Bezahlung.

    Einsatzorte
    Fachkräfte für Lagerlogistik sind tätig in Betrieben mit Lagerhaltung. Sie arbeiten vorwiegend in Lagerräumen, Fabrikhallen oder Kühlhäusern. Beim Be- und Entladen z. B. von Lkws halten sie sich in überdachten Ladevorzonen der Lagerhallen und teilweise auch im Freien auf.

    Zwischen Ladezonen und Lagerplätzen bewegen sie Güter mit Gabelstaplern oder anderen Transportgeräten. Am Rechner in Büroräumen dokumentieren sie beispielsweise die Wareneinlagerung.

    Gefragte Fähigkeiten
    Verantwortungsbewusstsein ist erforderlich, wenn beispielsweise Gefahrstoffe vorschriftsmäßig eingelagert werden müssen, um Personen und Umwelt nicht zu schaden.

    Das Bedienen von Gabelstaplern, Kränen, Hebebühnen sowie Förder- und Sortieranlagen setzt Umsicht und Geschicklichkeit voraus. Sorgfalt ist gefragt beim Zusammenstellen von Lieferungen für den Versand sowie bei der Lagerung und Verpackung der Ware.

    Grundlegende Mathematikkenntnisse sind unabdingbar für das Ermitteln und Auswerten von Lagerkennzahlen.

    Gute Deutschkenntnisse helfen beim Ausfüllen von Fracht-, Versand- und Lagerunterlagen. Kenntnisse in Englisch sind nützlich bei der Verständigung mit ausländischen Lieferanten und Fernfahrer_innen. 

    Für den sicheren Umgang mit Geräten der Datenverarbeitungstechnik sind EDV-Kenntnisse von Vorteil.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 632-713 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 688-770 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 758-844 Euro

    Berufsalltag
    Der Beruf ist relativ zukunftssicher. Denn selbst wenn Maschinen den Güterumschlag immer mehr vereinfachen, viele Arbeiten, wie z. B. gewissenhafte Güterkontrolle, kann nur der Mensch erledigen.

    Aufstiegschancen in diesem Beruf lassen sich durch Weiterbildungsmaßnahmen realisieren, beispielsweise Meister_in für Lagerwirtschaft, Techniker_in für Betriebswissenschaft, Fachkaufmann_frau für Einkauf und Logistik.

    Wer nach der Ausbildung nicht übernommen wird, findet möglicherweise über Leiharbeitsfirmen eine Stelle. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da Leiharbeiter_innen häufig weniger Gehalt bekommen und weniger Rechte genießen als die Stammbelegschaft.