Handel

Die folgenden Abschnitte stellen ausgewählte Berufsprofile vor - es sind alles Dienstleistungsberufe mit Schwerpunkt "Handel".

  • Fachverkäufer_in im Lebensmittelhandwerk

    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe hauptsächlich Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein (je nach Bundesland auch mit Berufsreife, Berufsbildungsreife und Erster allgemeinbildender Schulabschluss).
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule

    Schwerpunkte
    Die Ausbildung wird mit drei verschiedenen Schwerpunkten angeboten:

    • Fachverkäufer_in im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei
    • Fachverkäufer_in im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Fleischerei
    • Fachverkäufer_in im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Konditorei

    Tätigkeiten
    Fachverkäufer_innen im Lebensmittelhandwerk sind im Verkauf von Nahrungs-­ und Genussmitteln tätig. Zu ihrer Arbeit gehört die fachgerechte Kundenberatung und -bedienung.

    Aufbau der Ausbildung
    In den ersten eineinhalb Jahren werden Auszubildenden aller Schwerpunkte dieselben Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt. Im zweiten Ausbildungsjahr wird das Wissen im jeweiligen Schwerpunkt vertieft.

    Gefragte Fähigkeiten
    Bei der Kundenberatung sind Serviceorientierung und ein freundlich-gewinnendes Wesen wichtig.

    Kenntnisse in Mathematik sind bei der Berechnung von Preisen und Rabatten ebenso gefragt wie beim Kassieren. Eine gute mündliche Ausdrucksfähigkeit in der deutschen Sprache brauchen Fachverkäufer_innen im Lebensmittelhandwerk insbesondere bei der Kundenberatung.

    Rechtschreibkenntnisse und eine leserliche Handschrift sind beispielsweise für das Beschriften von Angebotstafeln erforderlich.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 331-412 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 369-510 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 446-613 Euro

    Berufsalltag
    Der Beruf hat mittelmäßige Zukunftsaussichten. Die Arbeitslosenzahlen bei Fachverkäufer_innen im Lebensmittelhandwerk lagen 2009 mit 16,3 Prozent weit über dem allgemeinen Durchschnitt.

    Immer mehr kleinere Fachbetriebe werden durch große Ketten verdrängt. Wochenendarbeit (samstags bis 22 Uhr) ist relativ häufig.

    Ein Lichtblick bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz: Insbesondere bei Metzgereien gibt meist erheblich mehr Lehrstellen als Bewerber.

    Laut einer Studie zur Ausbildungszufriedenheit des Bundesinsituts für Berufsbildung von 2009 hat die Ausbildung Fachverkäufer_in im Lebensmittelhandwerk von den Auszubildenden mit 2,9 allerdings die schlechteste Note bekommen (von 6000 befragten Auszubildenden aus 15 Berufen). Rund 20 Prozent der Auszubildenden bewerteten ihr Ausbildung als ausreichend oder mangelhaft.

    Die Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind dagegen vielfältig. Eine entsprechende Weiterqualifizierung ermöglicht die Berufsbilder Ausbilder_in, Handelsbetriebswirt_in, Fachkaufmann_frau für Vorratswirtschaft oder Handelsassistent_in Einzelhandel.

  • Kaufmann_frau im Einzelhandel

    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Hauptschulabschluss/mittlere Reife
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule
    • gestufte Ausbildung möglich (siehe Einleitung zu Berufsprofilen)

    Tätigkeiten
    Kaufleute im Einzelhandel verkaufen Waren wie Bekleidung, Nahrungsmittel, Unterhaltungselektronik oder Einrichtungsgegenstände. Sie führen Verkaufsgespräche mit Kunden_innen und bearbeiten Reklamationen.

    Auch die Einkaufsplanung, Warenbestellung und Annahme von Lieferungen gehören zu ihren Aufgaben. Weiterhin: Die Qualitätsprüfung der gelieferten Ware und ihre fachgerechte Lagerung. Kaufleute im Einzelhandel zeichnen die Ware aus und helfen bei der Gestaltung der Verkaufsräume sowie beim Auffüllen der Regale.

    Sie beobachten den Markt und planen die Sortimentsgestaltung. Außerdem wirken sie mit bei der Planung und Umsetzung von werbe- und verkaufsfördernden Maßnahmen.

    Einsatzorte
    Kaufleute im Einzelhandel arbeiten in Einzelhandelsgeschäften, im Versand- und Internethandel und in Tankstellen. Sie sind hauptsächlich in Verkaufsräumen tätig, arbeiten aber auch in Lager- und Kühlräumen oder im Außenbereich, beispielsweise von Baumärkten.

    Gefragte Fähigkeiten
    Kommunikationsfähigkeit ist eine wichtige Schlüsselqualifikation: Kaufleute im Einzelhandel beraten Kunden_innen zum Sortiment und informieren sie über die einzelnen Produkte.

    Auch das Interesse an Mathematik und Wirtschaft ist von Vorteil: Sie benötigen mathematische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse, um Kalkulationen und Kassenabrechnungen durchzuführen und Aufgaben im Rechnungswesen zu übernehmen.

    Gute Deutschkenntnisse – mündlich und schriftlich – sind ebenfalls erforderlich, z. B. bei der Kundenberatung und für die Bearbeitung von Reklamationen.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 538-666 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 582-750 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 692-868 Euro

    Berufsalltag
    Ein vielseitiger Beruf, bei dem du mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun hast. Leider manchmal auch mit unfreundlichen Kunden_innen. Hier ist dann „cool“ bzw. freundlich bleiben gefragt (auch früh am Morgen).

    Teilweise schlechte Arbeitszeiten (abends, am Wochenende oder z. B. an verkaufsoffenen Sonntagen in der Weihnachtszeit). In der Lehre ist es nicht ungewöhnlich, dass Auszubildende häufig für Lagerarbeiten bzw. das Auffüllen der Regale eingesetzt werden.

    Der Beruf hat nach wie vor Zukunft. Zwar ist der Internethandel als Konkurrenz keinesfalls zu unterschätzen, aber dennoch wird der Einzelhandel nicht gänzlich verdrängt werden.

    Dies gilt insbesondere für die Lebensmittelbranche. Wer engagiert und bereit ist, sich fortzubilden, hat durchaus gute Aufstiegschancen im Einzelhandel.

  • Kaufmann_frau im Groß- und Außenhandel

    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen die Betriebe meistens Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hochschulreife ein.
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule

    Fachrichtungen
    Die Ausbildung wird in zwei verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

    • Kaufmann_frau im Groß-­ und Außenhandel, Fachrichtung Außenhandel
    • Kaufmann_frau im Groß­- und Außenhandel, Fachrichtung Großhandel

    Tätigkeiten
    Das Handeln mit Gütern unterschiedlichster Branchen ist die Kernaufgabe von Kaufleuten im Groß-­ und Außenhandel.

    Sie beschaffen Waren im In-­ und Ausland und verkaufen diese weiter an Industrie, Handwerk und Einzelhandel. Dabei sorgen sie für eine termingerechte Lieferung und kümmern sich um kostengünstige Lagerhaltung.

    Aufbau der Ausbildung
    Auszubildenden beider Fachrichtungen werden während der ersten zwei Jahre die gleichen Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt. Im dritten Ausbildungsjahr vertiefen die Auszubildenden ihr Wissen in der jeweiligen Fachrichtung.

    Gefragte Fähigkeiten
    Im Umgang mit Kunden_innen und Lieferanten_innen ist Kommunikationsfähigkeit, Serviceorientierung und Verhandlungsgeschick notwendig. Mathematik- und Wirtschaftskenntnisse helfen Kaufleuten im Groß-­ und Außenhandel bei Kalkulationen und dem Buchen von Geschäftsvorgängen.

    Gutes Deutsch in Wort und Schrift ist für die Korrespondenz und bei Verhandlungen gefragt.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 611-655 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 665-721 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 727-788 Euro

    Berufsalltag
    Kaufleute im Groß-­ und Außenhandel haben vielfältige berufliche Möglichkeiten: Sie können tätig werden im Rechnungswesen oder Einzelhandel, als Lagerfachkraft, im Verkauf oder Einkauf.

    Der berufliche Aufstieg zur Verkaufsleitung, zum_r Handlungsbevollmächtigten, Prokuristen_in oder Geschäftsführer_in ist verbunden mit fachlicher Weiterbildung. Wer eine Tätigkeit im mittleren Management anstrebt, kann eine Fortbildung zum_r Handelsfachwirt_in ins Auge fassen.

  • Verkäufer_in

    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf, der im Anschluss ggf. durch die darauf aufbauende Ausbildung "Kaufmann_frau im Einzelhandel" (siehe oben) ergänzt werden kann.
    • Voraussetzung: Zwar ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, in der Praxis stellen Betriebe jedoch meistens Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
    • Ausbildungsdauer: Zwei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule
    • gestufte Ausbildung möglich (siehe Einleitung zu Berufsprofilen)

    Tätigkeiten
    Die Hauptaufgabe von Verkäufer_innen sind Verkaufs­- und Beratungsgespräche mit Kunden_innen. Je nach Einsatzort haben sie beispielsweise mit Bekleidung, Nahrungsmitteln oder Unterhaltungselektronik zu tun.

    Sie führen regelmäßig Qualitätskontrollen durch, prüfen den Lagerbestand und bestellen entsprechend Waren nach. Nachdem sie Warenlieferungen entgegengenommen haben, sortieren sie die Waren, räumen sie in Regale ein und zeichnen Preise aus.

    Wenn Verkäufer_innen Zahlungen nicht bargeldlos mit Kredit­ oder Geldkarten abwickeln, prüfen sie beim Kassieren Geldscheine auf Echtheit und achten auf die korrekte Ausgabe des Wechselgeldes. Ferner wirken sie mit bei der Planung und Umsetzung von werbe­- und verkaufsfördernden Maßnahmen.

    Einsatzorte

    • Supermärkte und Kaufhäuser
    • Bäckereien
    • Modehäusern
    • Fleischereien
    • Verleih- und Vermietungsgewerbe

    Verkäufer_innen sind hauptsächlich in Verkaufsräumen tätig, arbeiten aber auch in Lager-­ und Kühlräumen oder im Freilandbereich, beispielsweise von Gartencentern. Büroarbeit fällt an, wenn sie z. B. Waren bestellen.

    Gefragte Fähigkeiten
    Kunden- und Serviceorientierung ist ebenso wichtig wie Kommunikationsfähigkeit und Freundlichkeit im Umgang mit Kunden_innen –  z. B. bei Beratungs- und Verkaufsgesprächen. Klar: Gutes Deutsch ist dabei natürlich hilfreich. Mathematikkenntnisse sind erforderlich, wenn es um das Berechnen von Preisen und Rabatten geht.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 558-630 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 625-705 Euro

    Berufsalltag
    Verkäufer_innen haben viel mit Menschen zu tun. Das Arbeitsplatzangebot ist vielfältig, es gibt Arbeitsplätze in verschiedensten Bereichen wie z. B. in kleineren Läden, Einkaufzentren oder Vertrieben bis hin zu Speditionen.

    Nach der abgeschlossenen Ausbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Weiterbildung. Neben Fortbildungen, etwa zum_r "Kaufmann_frau im Einzelhandel" (siehe oben), bieten sich Spezialisierungen an - beispielsweise in den Bereichen Gartenbedarf, Kleidung, Möbel oder Fahrzeugtechnik.

    Leider geraten bestimmte Supermarktketten immer wieder in die Schlagzeilen wegen schlechter Arbeitsbedingungen: Nicht eingehaltene Arbeitsschutzbestimmungen, unbezahlte Überstunden und Wochenendarbeit - teilweise bis 22 Uhr - sind keine Seltenheit.

    Bei einigen Discountern wird die Gewerkschaftsarbeit im Betrieb behindert. Informiere dich bei deiner Gewerkschaft über schwarze Schafe in dieser Branche.