Dienst am Kunden

In den folgenden Abschnitte findest du zwei ausgewählte Berufsprofile mit Schwerpunkt "persönliche Dienstleistungen" - direkt am Kunden (oder an der Kundin, versteht sich).

  • Friseur_in

    • Berufstyp:  Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe meistens Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Handwerksordnung (kurz HwO, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule

    Tätigkeiten
    Friseure_innen beraten ihre Kundschaft bei der Auswahl einer passenden Frisur und sie waschen, schneiden oder frisieren. Nach Kundenwünschen färben sie auch Haare oder legen Dauerwellen. Im Herrenfach ist zusätzlich die Bartrasur und -pflege Teil ihres Aufgabengebiets.

    Hauptbehandlungen sowie Hand­- und Nagelpflege gehören ebenso zur Arbeit von Friseure_innen wie Beratung zu Kosmetikprodukten.

    Einsatzorte
    Friseure_innen üben ihre Tätigkeit hauptsächlich in Friseursalons aus. Gelegentlich werden sie in kosmetischen Abteilungen von Freizeiteinrichtungen eingesetzt, beispielsweise in Hotels und Bädern.

    Gefragte Fähigkeiten
    Bei diesem Beruf ist Kommunikationsfähigkeit unabdingbar: Die meisten Tätigkeiten erfolgen im direkten Kundenkontakt und Kundenberatung nimmt großen Raum ein. Außerdem ist sorgfältige Arbeit gefragt, da sich Fehler beim Schneiden oder Färben unter Umständen nicht mehr korrigieren lassen!

    Geschicklichkeit ist eine weitere Vorraussetzung: Haare schneiden mit Schere oder elektrischem Schneidemesser und Haare färben oder das Legen von Dauerwellen erfordern viel Fingerspitzengefühl. Menschen, die schon in der Schule Spaß an handwerklichen Fächern hatten, fallen diese Arbeiten möglicherweise leichter.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 214-360 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 253-447 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 341-544 Euro

    Berufsalltag
    Für kontaktfreudige Menschen mit kreativer Ader könnte der Beruf spannend sein. Leider werden in dieser Zunft oft Dumpinglöhne gezahlt!, auch Überstunden werden nicht unbedingt bezahlt oder ausgeglichen.

    Das Friseurhandwerk hat allerdings mit ver.di eine starke Gewerkschaft im Rücken, die mit Tarifverträgen die Arbeitsbedingungen des Berufs weiter verbessert (hat). Davon profitieren gerade Beschäftigte in kleineren Betrieben: Oft ist dort die Hemmschwelle der Belegschaft größer, die eigenen Rechte tatsächlich einzufordern.

    Übrigens: Auszubildende sollten sich an ihre betriebliche Interessenvertretung wenden, wenn sie kaum Haare schneiden, sondern vor allem für Zuarbeiten wie Haare waschen, Boden kehren und Handtücher falten eingesetzt werden!

  • Hauswirtschaftler_in

    • Berufstyp: Anerkannter Ausbildungsberuf
    • Voraussetzung: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe hauptsächlich Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.
    • Ausbildungsart: Duale Berufsausbildung, geregelt nach Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG, PDF-Download)
    • Ausbildungsdauer: Drei Jahre
    • Lernorte: Betrieb und Berufsschule

    Tätigkeiten
    Hauptaufgabe ist das alltägliche Versorgen und Betreuen hilfsbedürftiger Menschen. Hauswirtschaftlern_innen achten in solchen betreuten Haushalten oder Heimen auf Ordnung und Hygiene, kümmern sich um Wäsche, Einkauf und fachgerechte Vorratshaltung von Lebensmitteln. Sie bereiten Mahlzeiten zu und servieren diese.

    In landwirtschaftlichen Betrieben gehört zu ihrer Tätigkeit z. B. auch die Bearbeitung von Nutzgärten, die Konservierung und Veredelung landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie deren Vermarktung oder das Versorgen von Kundschaft oder Gästen. 

    Hauswirtschaftler_innen betreuen Personen in den verschiedensten Lebenssituationen und in allen Altersgruppen: Sie unterstützen ältere Personen in ihrem Alltag, leiten Kinder an und motivieren kranke Menschen.

    Einsatzorte
    Hauswirtschaftler_innen arbeiten überwiegend in Jugend-­ und Erziehungsheimen, Senioren-­ und Altenpflegeheimen, Wohn-­ und Pflegeheimen für Menschen mit Behinderung und in kirchlichen Einrichtungen.

    Sie sind ebenfalls in Tagesstätten, in landwirtschaftlichen Unternehmen oder Hofgemeinschaften, in Krankenhäusern oder als Hausangestellte tätig. Weitere Einsatzorte sind Jugendherbergen, Betriebskantinen oder Schulküchen.

    Die Arbeit wird dort in Küchen, Vorratsräumen, Wohnräumen oder Nutzgärten erledigt. Manchmal arbeiten Hauswirtschaftler_innen auch in Büros, wo sie beispielsweise Haushaltspläne erstellen.

    Gefragte Tätigkeiten
    Konfliktfähigkeit ist nützlich, z. B. um abweichende Vorstellungen der Arbeitsdurchführung zu akzeptieren. Außerdem ist viel Einfühlungsvermögen erforderlich, um die Bedürfnisse unterschiedlicher Menschen zu erkennen und auf ihre Wünsche einzugehen.

    Mathematikkenntnisse unterstützen z. B. beim Umrechnen von Maßeinheiten oder bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen für die Haushaltsführung.

    Höhe der Ausbildungsvergütung
    Pro Monat (beispielhaft):
    1. Ausbildungsjahr: 522-532 Euro
    2. Ausbildungsjahr: 562-576 Euro
    3. Ausbildungsjahr: 612-632 Euro

    Berufsalltag
    Der Bedarf an hauswirtschaftlichen Dienstleistungen steigt. Und es gibt weniger Schulabgänger_innen bei einer gleichzeitig immer älter werdenden Gesellschaft. Hauswirtschaftler_innen haben somit vielfältige Jobmöglichkeiten.

    In diesem Beruf gibt es auch zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, beispielsweise zum_r Meister_in, Betriebsleiter_in der Hauswirtschaft oder Familienpfleger_in. Solche Weiterbildungen können die Grundlage für verantwortungsvolle Tätigkeitsfelder sein, etwa als Küchenleitung, im Haushaltsmanagement oder in der Verbraucherberatung und -schulung.