Bachelor & Master

Heute enden die allermeisten Studiengänge an deutschen Hochschulen mit dem Abschluss als so genannter „Bachelor“ oder „Master“. Im Unterschied zum früheren „Magister“ oder „Diplom“ gibt es also jetzt zwei verschiedene Studienphasen:

  • Für den Master bewirbst du dich im Anschluss an deinen Bachelor-Titel und gehst dadurch „in die Verlängerung“ – in der Regel für weitere zwei bis vier Semster.

Außerdem ist ein heutiges Studium normalerweise in einzelne Module oder Einheiten gegliedert (kurz „modularisiert“), deren Inhalte jeweils in sich abgeschlossen und abprüfbar sind.

Weiterführende Infos zum Bachelor und Master findest du in den folgenden Abschnitten und über unsere schlaue Box!

  • Leistungsnachweise & Credit Points

    Auch die Abschlussnote ergibt sich nicht länger aus einer großen Prüfung am Ende, sondern setzt sich zusammen aus deiner Abschlussarbeit und vielen kleineren Leistungsnachweisen, die du während des Studiums sammelst.

    Das zugehörige „European Credit Transfer System"(kurz ECTS) organisiert dazu den jeweiligen Studienplan über Leistungspunkte, die so genannten „Credit Points“.

    Dieses ECTS gilt im gesamten europäischen Hochschulraum und macht dadurch Abschlüsse unterschiedlicher Hochschulen und Länder vergleichbar.

  • Vom Bachelor zum Master

    Die meisten Hochschulen stellen für Master deutlich weniger Studienplätze zur Verfügung als für Bachelor.

    Das ist politisch gewollt und selbst dann der Fall, wenn zwischen den angebotenen Studiengängen ein enger inhaltlicher Zusammenhang besteht und ein direkt anschließendes Master-Studium logisch erscheint.

    Die Nachfrage übersteigt also das Angebot und es gibt regelmäßige Zulassungsbeschränkungen. Das Auswahlverfahren unterscheidet sich je nach Hochschule oder erfolgt zentral – Grundlage ist das jeweilige Hochschulgesetz.

    Je nach Bundesland lässt der Gesetzgeber in unterschiedlichem Maße weitere Auswahlkriterien zu. In NRW allerdings ist nach einem Gerichtsurteil aus Münster ausschließlich die Bachelor-Note entscheidungsrelevant.

  • ver.di Jugend informiert: Die Bologna-Erklärung

    Das System aus Bachelor und Master basiert auf der so genannten „Bologna-Erklärung“. Sie wurde im Jahre 1999 von 29 europäischen Ländern unterzeichnet und sollte bis 2010 den europäischen Hochschulraum vereinheitlichen.

    Grundgedanke dabei ist die Internationalisierung nationaler Universitätskulturen, um die Mobilität innerhalb Europas zu erhöhen.

    In Deutschland bewirkte die Bologna-Erklärung tiefgreifende Veränderungen an bisherigen Organisationsstrukturen und am Selbstverständnis vieler Hochschulen.

    Und obwohl heute die neuen Abschlüsse auch hierzulande angeboten werden, besteht bei diversen Aspekten dieser grundlegenden Hochschulreform weiterer Handlungsbedarf.

    Zu welchem Unmut das bisher geführt hat, zeigen die landes- und sogar europaweiten „Proteste gegen Bologna“ seit 2009.

    Wir von der ver.di Jugend halten somit die Ziele der Bologna-Erklärung für verfehlt, Leidtragende sind vor allem Studierende und Lehrpersonal. 

    Weiterführende Infos zu den Hintergründen der Bologna-Reform und ihrem Verbesserungspotential aus gewerkschaftlicher Sicht findest du über unsere schlaue Box.