Ausbildungsvertrag

Nach §10 und 11 des Berufsbildungsgesetzes (kurz BBiG, PDF-Download) musst du mit deinem_r Ausbilder_in einen schriftlichen Vertrag abschließen, bevor du deine Ausbildung startest.

Falls du zu diesem Zeitpunkt noch keine 18 Jahre alt bist, muss zusätzlich ein_e gesetzliche_r Vertreter_in (also vermutlich deine Mutter oder dein Vater) den Ausbildungsvertrag unterschreiben.

Vorher solltest du (ggf. mit deinen Eltern) alle Inhalte sorgfältig lesen und bei Unklarheiten sofort bei deinem_r Ausbilder_in nachfragen.

Zusätzlich lohnt es sich, den Ausbildungsvertrag bei deiner zuständigen Gewerkschaft prüfen zu lassen. Von ihr erfährst du auch, welcher Tarifvertrag für dich gilt und wie sich diese tariflichen Regelungen durch eine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft verbessern lassen.

Weil das alles mitunter auch länger dauern kann, solltest du dir von deinem_r Ausbilder_in einige Tage vor dem Unterschriftstermin bzw. Ausbildungsbeginn schon mal deinen Vertragsvordruck mit nach Hause geben lassen.

Achte bei deiner Vertragsprüfung insbesondere auf die genauen Inhalte deines Ausbildungsvertrags und auf etwaige unzulässige Angaben. Infos dazu in den folgenden Abschnitten.

  • Vertragsinhalte

    Dein Ausbildungsvertrag muss mindestens die folgenden Punkte enthalten:
    • Ziel deiner Ausbildung (also die genaue Berufstätigkeit, für die du ausgebildet wirst) 
    • Sachliche und zeitliche Gliederung dieser Berufsausbildung 
    • Start und Dauer deiner Ausbildung 
    • Ausbildungsort und Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte (also alle Details zum Betrieb und zu deinen Praxisstationen) 
    • Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit 
    • Dauer der Probezeit 
    • Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung 
    • Dauer des Urlaubs 
    • Voraussetzungen, unter denen der Vertrag gekündigt werden kann (z. B. bei einem Ausbildungsplatzwechsel oder einem Ausbildungsabbruch) 
    • Allgemeiner Hinweis auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die in deinem Vertrag Anwendung finden 
    • Dein korrekter und vollständiger Ausbildungsplan (im Vertragsanhang)

    Wichtig:
    Sämtliche nachträglichen Ergänzungen und Änderungen an deinem Vertrag müssen schriftlich festgehalten und nochmals von beiden Parteien unterschrieben werden. Mündliche Absprachen sind hier ungültig!

    Hefte dein Vertragsexemplar am besten bei deinen weiteren Ausbildungsunterlagen in einem eigenen Ordner ab, damit du ggf. nochmal nachschlagen kannst, was du tatsächlich unterschrieben hast.

  • Unzulässige Angaben

    Manche Ausbilder_innen halten sich nicht an die vorgeschriebenen Vertragsinhalte (siehe Abschnitt oben) oder ergänzen diese mit unzulässigen Regelungen, wie du sie in unserer folgenden Liste findest. Keine Sorge: Alle Vereinbarungen, die gesetzlichen Vorschriften widersprechen, sind ungültig – dies gilt sogar, falls du den Vertrag schon unterschrieben hast!

    Was auf keinen Fall in einen Ausbildungsvertrag gehört (nach §12 BBiG, PDF-Download):

    • niedrigeres Gehalt oder weniger Urlaub als die tarifvertraglichen Regelungen deiner Branche vorgeben (ggf. kannst du auch nach der Probezeit eine Korrektur einfordern) 
    • jede Form von Entgelt, das du für deine Ausbildung bezahlen sollst (z.B. für Arbeitsmittel oder Zusatzkurse) 
    • jede Art von Vereinbarung, dass du auch nach Abschluss der Ausbildung für den Betrieb arbeiten musst (sofern nicht explizit deine Übernahme ausgehandelt ist) 
    • irgendwelche Angaben, dass du nach der Ausbildung deinen angestrebten Beruf nicht oder nur eingeschränkt ausüben darfst 
    • ein Ausschluss der Möglichkeit, den Vertrag von dir aus zu kündigen 
    • alle Arten von Schadensersatzansprüchen, die vorab eingeschränkt, ausgeschlossen oder durch Pauschalbeträge reguliert sind