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  • Pausen

    Pausen müssen sein. Deshalb hast du auch einen gesetzlichen Anspruch darauf.

    Du bist über 18? Wenn du sechs bis neun Stunden arbeitest, hast du Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause, die aufgeteilt werden kann. Dabei muss eine Pause aber mindestens 15 Minuten betragen und spätestens nach sechs Stunden eingelegt werden.

    Du bist unter 18? Dann hast du Anspruch auf mindestens eine Stunde Pause pro Ausbildungstag. Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen außerdem zwölf freie Stunden liegen.

    Soweit zu den gesetzlichen Vorgaben. In Tarifverträgen und Betriebs- bzw. Dienstvereinbarungen stehen häufig noch bessere Regelungen. Was für dich gilt, erfährst du bei deinem Betriebs- oder Personalrat, bei der JAV oder bei ver.di.

  • Pension / Ruhegehalt

    Die Altersvorsorge ist in der privaten Wirtschaft völlig anders geregelt als bei Beamtinnen und Beamten, für sie kommt durch das Fürsorgeprinzip der Dienstherr auf. Die Beamtenversorgungsgesetze regeln, ab wann Beamtinnen und Beamte in Pension gehen können und wie hoch die Pension sein wird. Ob das künftige Ruhegehalt für ein gutes Leben reicht, hängt also von Gesetzgebung und Haushalt ab.

  • Personalakte

    In deiner Personalakte werden deine Bewerbung, dein Vertrag, Tätigkeitsbeschreibungen und Ähnliches abgeheftet. Falls du eine Abmahnung bekommen und Widerspruch eingereicht hast, müssen auch diese Dokumente enthalten sein.

    Deine Personalakte darfst du jederzeit einsehen. Wenn du das tust, nimmst du am besten eine Person deines Vertrauens mit, ein Mitglied der JAV, des Betriebs- oder Personalrats.

  • Personalrat

    Miese Arbeitsbedingungen, unfaire Behandlung der Beschäftigten, Probleme mit den Vorgesetzten: Um sowas abzustellen, gibt es im öffentlichen Dienst den Personalrat – analog zum Betriebsrat in der Privatwirtschaft. Dieser hat jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Aufgaben.

    Zusammengefasst könnte man sagen: Der Personalrat setzt sich für die Rechte der Beamtinnen, Beamten und Angestellten ein und versucht ihre Interessen durchzusetzen. Zum Beispiel achtet er darauf, dass die Schutzrechte der jungen Beschäftigten, Anwärterinnen und Anwärter auch respektiert werden. Bei bestimmten Entscheidungen muss die Amts- oder Dienststellenleitung das Einverständnis des Personalrats einholen.

  • Personalversammlung

    Statt der Betriebsversammlung in der privaten Wirtschaft gibt es im öffentlichen Dienst die Personalversammlung, zu der alle Beschäftigten mindestens einmal jährlich vom Personalrat eingeladen werden.

    Bei diesem Treffen berichtet der Personalrat von seinen Tätigkeitsfeldern der letzten Zeit, Beschäftigte, Beamtinnen und Beamte, Auszubildende, Anwärterinnen und Anwärter besprechen Probleme und offene Fragen.

    Die Personalversammlung zählt zur Arbeitszeit.

  • Pflegeberufe

  • Pflichten für Anwärter_innen

    Da Anwärterinnen und Anwärter in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- und Treueverhältnis stehen, wird ihnen durch diese Sonderstellung eine Reihe besonderer Pflichten auferlegt.

    Sie haben dem ganzen Volk und nicht einer Partei zu dienen. Sie haben ihre Aufgaben unparteiisch und gerecht zu erfüllen und müssen bei ihrer Amtsführung immer auf das Wohl der Allgemeinheit Rücksicht nehmen. Insbesondere gilt auch für dich im Vorbereitungsdienst die allgemeine Gehorsams- und Treuepflicht der Beamtinnen und Beamten.

    • Gehorsamspflicht:

    In der Beamtenlaufbahn sind Bedienstete verpflichtet, die Anordnungen ihrer Vorgesetzten auszuführen. Die oder der Vorgesetzte muss dabei örtlich und sachlich zuständig und die Anordnung darf nicht erkennbar rechtswidrig sein.

    Daneben haben die Bediensteten ihre Vorgesetzten zu beraten und zu unterstützen. Sie sollen am dienstlichen Geschehen Anteil nehmen, ihre Vorgesetzten auf die für eine Entscheidung maßgebenden Gesichtspunkte aufmerksam machen und sich für die zu treffenden Maßnahmen mitverantwortlich fühlen.

    Für die Rechtmäßigkeit ihrer dienstlichen Handlungen tragen Beamtinnen und Beamte uneingeschränkte persönliche Verantwortung. Haben sie Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit dienstlicher Anordnungen, müssen sie diese unverzüglich bei unmittelbaren Vorgesetzten geltend machen.

    Hält der oder die Vorgesetzte an der Anordnung fest, haben sich Bedienstete an nächsthöhere Vorgesetzte zu wenden – wenn ihre Bedenken gegen die Rechtmäßigkeit fortbestehen. Wird die Anordnung dann bestätigt, muss sie ausgeführt werden – in diesem Fall sind Bedienstete in aller Regel von ihrer persönlichen Verantwortung entbunden.

    Für vorsätzliche und fahrlässige Dienstvergehen, die zu einem Schaden geführt haben, sind Bedienstete regresspflichtig, es muss also Schadenersatz geleistet werden.

    • Treuepflicht:

    Die Treuepflicht beinhaltet, dass Bedienstete sich mit vollem persönlichen Einsatz ihrem Beruf widmen müssen. Sie müssen sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes bekennen und für deren Erhaltung aktiv eintreten.

    Sie dürfen sich politisch betätigen, müssen dabei aber auf das Ansehen ihres Amtes und auf ihre besondere Stellung im öffentlichen Dienst Rücksicht nehmen. Das heißt, in der Beamtenlaufbahn müssen sich Bedienstete sowohl innerhalb als auch außerhalb des Dienstes so verhalten, dass sie ihrer beruflich gebotenen Achtung und dem erforderlichen Vertrauen gerecht werden.

  • Praxisanleitung

    Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen
    Während deiner praktischen Ausbildung wirst du von erfahrenen Fachkräften unterstützt. PraxisanleiterInnen verfügen über eine berufspädagogische Zusatzqualifikation im Umfang von mindestens 200 Stunden.
    Ihre Aufgabe ist es, dich „schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben heranzuführen“ (§ 2 Abs. 2 KrPflAPuV), beispielsweise in Anleitungssituationen, in denen du deine erworbenen Kenntnisse vertiefen und praktisch umsetzen kannst, zu begleiten.
    Dein Ausbildungsträger ist laut Gesetz dazu verpflichtet, ein „angemessenes Verhältnis“ zwischen der Zahl der Auszubildenden und der Zahl der Praxisanleiter_innen sicherzustellen.
    Die Festlegung von Rahmenvorgaben für ein „angemessenes Verhältnis“ ist Sache der Bundesländer. Um eine ständige Aufsicht und Anleitung zu gewährleisten, sollte unserer Meinung nach auf sieben Auszubildende mindestens ein/e PraxisanleiterIn kommen.
    Die Praxisbegleitung erfolgt durch die Lehrkräfte der Schule. Ihre Aufgabe ist es, dich während deiner praktischen Ausbildung in den jeweiligen Einrichtungen zu betreuen.
    Die Betreuung kann beispielsweise gewährleistet werden durch Gespräche mit dir und den anderen Auszubildenden über eure Ausbildungssituation, aber auch durch Anleitungssituationen (klinischer Unterricht).
    Praxisbegleitung erfordert die regelmäßige Anwesenheit der Lehrkräfte in den Einrichtungen. Nur gelegentliche Besuche der Lehrkräfte in den Praxiseinrichtungen sind nicht ausreichend.
  • Praxisbegleitung

    siehe Praxisanleitung (Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen)

  • Probearbeit

    Du sollst erst mal ein paar Tage, manchmal auch Wochen „zur Probe“ arbeiten, bevor ein Betrieb oder eine Dienststelle entscheidet, ob sie dich ausbilden? Da bist du leider kein Einzelfall.

    Probearbeit ist höchst umstritten: Hohe Leistung, wenig oder gar kein Lohn, beliebige Einstellungen und Kündigungen – auch das kann mit dem Begriff „Probearbeit“ geschönt werden.

    Wenn es heißt „erst Probearbeit, dann Ausbildungsvertrag“, lass dich von deiner ver.di Jugend vor Ort beraten und dir genaue Infos zu dieser Ausbildungsstätte geben!

  • Probezeit

    Probezeit ist eine im Ausbildungsvertrag festgeschriebene Zeit von mindestens einem und höchstens vier Monaten. Wenn du ausgelernt und in einem festen Arbeitsverhältnis bist, ist eine Probezeit von bis zu sechs Monaten möglich.

    Während der Probezeit kann dir jederzeit und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Du kannst allerdings auch selbst kündigen, wenn dir z. B. die Tätigkeit nicht gefällt (Stichwort Kündigung).

    Falls du während der Probezeit deine Ausbildung kündigen willst, lass dich vorher unbedingt von deiner JAV, vom Betriebs- oder Personalrat beraten, damit du keine Chancen oder gar Geld verschenkst!

    Hinweise für die Beamtenlaufbahn:
    Bestehst du die Laufbahnprüfung (Stichwort Prüfung), bekommst du eine entsprechende Bescheinigung und eine allgemeine Beurteilung.

    Wenn du übernommen wirst, musst du dich anschließend für das „Beamtenverhältnis auf Lebenszeit“ in einer Probezeit bewähren. In dieser Zeit - in der Regel drei Jahre lang - hast du den Status „Beamter bzw. Beamtin auf Probe“. Unter besonderen Bedingungen kann die Probezeit verkürzt oder auf maximal fünf Jahre ausgedehnt werden.

    Nach erfolgreicher Probezeit wirst du „Beamtin oder Beamter auf Lebenszeit“. Dieses Beamtenverhältnis kann der Dienstherr grundsätzlich nicht mehr lösen – außer auf dem Disziplinarweg (Stichwort Disziplinarrecht), z. B. bei einer groben Verletzung der dienstlichen Pflichten.

  • Prüfung

    Mit der Zwischenprüfung wird dein Ausbildungsstand kontrolliert, das Ergebnis zählt in manchen Ausbildungsberufen auch zur Abschlussnote.

    Zur Abschlussprüfung wirst du zugelassen, wenn du die im Ausbildungsvertrag vereinbarte Ausbildungsdauer hinter dich gebracht, die Zwischenprüfung absolviert und deine Berichtshefte vorschriftsgemäß vorgelegt hast. Du darfst auch vorzeitig deine Abschlussprüfung machen – wenn du besonders gute schulische oder praktische Leistungen vorweisen kannst.

    Zu allen Prüfungen wirst du von deinem Betrieb oder der Dienststelle freigestellt und zur Prüfung angemeldet. Achte darauf, dass diese Anmeldung rechtzeitig erfolgt!

    Falls du nicht bestehst, darfst du bis zu zweimal wiederholen und entsprechend deine Ausbildung verlängern – allerdings höchstens um ein Jahr! Wichtig: Viele Prüfungen werden alle sechs Monate angeboten, manche allerdings nur jährlich. Achte darauf, dass die Wiederholungsprüfung spätestens ein Jahr nach deinem ersten Fehlversuch stattfindet!

    Unter bestimmten Voraussetzungen können auch bestandene Teile der Abschlussprüfung anerkannt werden, die du dann nicht wiederholen musst. Mehr dazu in § 37 BBiG, in den entsprechenden Regelungen der HwO und hier auf www.ausbildung.info.

    Und wie geht’s nach der Abschlussprüfung weiter? Infos dazu unter dem Stichwort Übernahme.

    Hinweise für die Beamtenlaufbahn
    Für die Beamtenlaufbahn musst du am Ende deines Vorbereitungsdienstes eine Laufbahnprüfung ablegen, teilweise wird zuvor eine Zwischenprüfung von dir gefordert. Ob du eine solche Zwischenprüfung ablegen musst, richtet sich nach den Ausbildungsvorschriften der jeweiligen Laufbahn.

    Die Laufbahnprüfung besteht in der Regel aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die Einzelheiten der Prüfung sind in den geltenden Gesetzen und Verordnungen geregelt.

    Falls du nicht bestehst, darfst du wiederholen. Bis dahin muss dein Dienstherr das Ausbildungsverhältnis verlängern.

    Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen
    Die Ausbildungen in den Pflegeberufen und zu Hebammen werden mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen. Es gelten die Vorschriften der Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen zum jeweiligen Beruf.

    Die staatliche Prüfung umfasst einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil.

    Die Prüfung wird bei der Ausbildungsstätte abgelegt, bei der die Ausbildung abgeschlossen wird.

    Zur Prüfung musst du vorlegen:

    • die Geburtsurkunde oder einen Auszug aus dem Familienbuch der Eltern, bei verheirateten die Heiratsurkunde oder einen Auszug aus dem für die Familie geführten Familienbuch.
    • eine Bescheinigung über die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an den Ausbildungsveranstaltungen oder ein entsprechendes Zeugnis (Altenpflege).
      Aus dieser Bescheinigung muss ersichtlich sein, in welcher Zeit du regelmäßig und mit Erfolg am theoretischen und praktischen Teil der Ausbildung teilgenommen hast und dass du deine Ausbildung nicht über die zulässigen Fehlzeiten hinaus unterbrochen hast.

    Die Zulassung zur Prüfung sowie die Prüfungstermine müssen dir spätestens zwei Wochen (KrPflAPrV) bzw. vier Wochen (AltPflAPrV, HebAPrV) vor Prüfungsbeginn schriftlich mitgeteilt werden. Bestehst du die staatliche Prüfung nicht, so verlängert sich auf deinen schriftlichen Antrag hin das Ausbildungsverhältnis bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens jedoch um ein Jahr. Der Träger der Ausbildung kann das nicht ablehnen. Nach dem geltenden Tarifvertrag hast du für die Prüfungsvorbereitung Anspruch auf fünf freie Ausbildungstage, bei einer 6-Tage-Woche entsprechend auf sechs freie Ausbildungstage.

  • Prüfungsausschuss

    Abschlussprüfungen sind für alle anerkannten Ausbildungsberufe zwingend vorgeschrieben. Zur Abnahme von Prüfungen ist jede zuständige Stelle – beispielsweise die IHK oder die HWK nach BBiG bzw. HwO – verpflichtet, sogenannte Prüfungsausschüsse auf Grundlage der Prüfungsordnung einzurichten.

    Diese Prüfungsausschüsse ermitteln und bewerten in erster Linie Prüfungsleistungen, selten entscheiden sie außerdem über eine Prüfungszulassung, falls z.B. die IHK die Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt sieht.

    Auch wir von ver.di sind in den Prüfungsausschüssen vertreten und machen uns stark dafür, dass alle Prüfungen fair und transparent ablaufen. Alle Fragen rund um deine Prüfung beantwortet dir gerne deine ver.di Jugend vor Ort!

    Hinweise zur Beamtenlaufbahn
    Die Laufbahnprüfungen sind für alle Laufbahnen zwingend vorgeschrieben. Zur Abnahme der Prüfungen ist die für die Laufbahn zuständige Behörde verpflichtet, sogenannte Prüfungsausschüsse auf Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsordnung einzurichten. Diese Prüfungsausschüsse ermitteln und bewerten in erster Linie Prüfungsleistungen.

    Alle Fragen rund um deine Prüfung beantwortet dir gerne deine ver.di Jugend vor Ort 

  • Prüfungsverordnung