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  • Mitarbeitervertretung

    Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen

    Mitarbeitervertretungen sind betriebliche Interessenvertretungen nach kirchlichem Arbeitsrecht. Sie sind den Betriebsräten ähnlich. 

    In Deutschland unterliegen die Religionsgemeinschaften und ihre Einrichtungen weder dem Betriebsverfassungsgesetz noch den Personalvertretungsgesetzen, unabhängig von der Rechtsform der Einrichtungen.

    Das heißt für dich, wenn du in einem konfessionellen Krankenhaus arbeitest, dass es bei dir eine Mitarbeitervertretung anstelle eines Betriebs- oder Personalsrats gibt.

  • Mitbestimmung

    Dass Chef oder Chefin alles allein entscheiden kann, ist Schnee von gestern. Schon seit Jahrzehnten gibt es nämlich die betriebliche Mitbestimmung. Diese Mitbestimmung bezieht sich zum Beispiel auf die Lohngestaltung oder die Ausstattung von Ausbildungsplätzen, auf UrlaubspläneKündigungen oder Entlassungen.

    Um bei alledem mitbestimmen zu dürfen, haben die Gewerkschaften gesetzliche Regelungen erkämpft. Damit die Beschäftigten und Auszubildenden diese Mitbestimmungsrechte wahrnehmen können, gibt es JAV und Betriebsräte bzw. im öffentlichen Dienst Personalräte.

    Doch leider hat die Mitbestimmung Grenzen. Noch immer kommt nur ein Bruchteil der Entscheidungen in Wirtschaft und Verwaltung auf demokratischem Weg zustande. Noch immer können Dienstherrn, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in vielen Fragen willkürlich bestimmen – und das sogar bei Entscheidungen von weitreichender Tragweite, z.B. bei Investitionen.

    Die Beschäftigten tragen dann die Folgen dieser Entscheidungen, ohne ihre Interessen einbringen zu können. Deshalb fordern die Gewerkschaften weitergehende Mitbestimmungsmöglichkeiten – ganz besonders in der Beamtenlaufbahn. Der öffentliche Dienst darf nicht weiter hinterherhinken!

  • Mittlerer Dienst

    Der mittlere Dienst (kurz mD) ist im Beamtenrecht eine Laufbahn auf mittlerer Ebene, für die bestimmte Einstellungsvoraussetzungen gelten. In einigen Bundesländern wird synonym dazu vom zweiten Einstiegsamt der ersten Laufbahngruppe oder von Qualifikationsebene 2 gesprochen.

  • Mobbing

    Mobbing bezeichnet systematische Schikane und Psychoterror und ist leider gerade am Arbeits- oder Ausbildungsplatz ein ziemlich häufiges Problem. Eine besondere Form des Mobbings ist das Bossing.

    Kriegst du vielleicht auch ständig blöde Sprüche von Ausbildungskräften, anderen Auszubildenden, Anwärterinnen oder Anwärtern zu hören? Erzählt jemand hinter deinem Rücken dauernd Lügengeschichten über dich? Musst du immer die miesen Jobs erledigen? Oder setzt dich womöglich jemand mit sexuellen Angeboten unter Druck?

    Dann geh sofort zu deiner JAV, zum Betriebs- oder Personalrat! Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass Mobbing umso leichter gestoppt werden kann, je früher man etwas dagegen unternimmt.

    Außerdem macht Mobbing krank. Viele Menschen, die gemobbt werden, bekommen Magen- und Darmbeschwerden, Herzschmerzen, Bluthochdruck oder gar chronische Krankheiten.

  • Mobilitätsanforderungen nach der Ausbildung

    Beschäftigte des öffentlichen Dienstes können im Rahmen des bestehenden Arbeits- bzw. Dienstverhältnisses versetzt, abgeordnet oder zugewiesen werden. Das gilt sowohl für Angestellte als auch insbesondere für Beamtinnen und Beamte.

    Das heißt im Klartext, dass du keinen Anspruch auf eine bestimmte Beschäftigung an deinem Wohnort nach deinem Vorbereitungsdienst hast. Bundesbedienstete müssen bereit sein, bundesweit eingesetzt zu werden, Landesbedienstete im Bereich des Landes.

    Vorübergehend dürfen Beschäftigte auch anderen öffentlichen Einrichtungen oder anderen Dienstherrn im europäischen Ausland zugewiesen werden – zum Beispiel zwischen- oder überstaatlichen Organisationen.

  • Mutterschutzgesetz

    Durch dieses Gesetz sollen werdende und bereits „gewordene“ Mütter vor arbeitsbedingten Gesundheitsschädigungen geschützt werden. Weil das Gesetz außerdem die soziale Sicherheit stärken möchte, genießen Schwangere und Mütter (bis vier Monate nach der Entbindung) Kündigungsschutz – auch wenn sie in der Ausbildung oder in der Probezeit sind.
    Bei Schwangerschaft während der Ausbildung sind bis zu insgesamt 14 Wochen Fehlzeit zulässig. 
    Weitere Bestimmungen erfährst du über deinen Betriebs- oder Personalrat bzw. deine Mitarbeitervertretung und natürlich über die JAV.
    Hinweise für Pflegeberufe und Hebammen
    Für Schwangere und Mütter im Krankenhaus gilt außerdem, dass sie
    • keine Mehr- und Nachtarbeit (nach 20.00 Uhr) verrichten dürfen,
    • einmal in der Woche 24 Stunden ununterbrochen Arbeitsruhe einhalten müssen, wenn sie an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden sollen,
    • in den Bereichen, in denen sie oder ihr Kind besonderen Gefahren aus gesetzt sein könnten (z. B. durch Strahlen, Gase, Heben und Tragen, infektiöse Patienten und Patientinnen etc.), nicht mehr eingesetzt werden dürfen.
    • nach der Entbindung acht Wochen überhaupt nicht mehr beschäftigt werden dürfen.
    Trotz der bestehenden Schutzvorschriften werden Schwangere im Krankenhaus weiterhin voll auf die Stellenpläne angerechnet und unterliegen – wie alle anderen auch – den gleichen strengen Schichtdienstzeiten (z. B. auch beim Frühdienstbeginn). Deshalb ist es wichtig, dass die bestehenden Schutzbestimmungen eingehalten werden (Siehe Arbeitsschutz).