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  • Eignungsprinzip

    Nach dem Eignungsprinzip (auch Idoneitätsprinzip) müssen potentielle Beamte und Beamtinnen deutsche Staats- oder EU-Bürger_innen sein (Ausnahmen sind möglich). Sie müssen für die freiheitliche demokratische Grundordnung einstehen und die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter besitzen.

    Bewerberinnen und Bewerber müssen außerdem körperlich und geistig soweit gesund sein, dass die zukünftige Tätigkeit weder beeinträchtigt wird, noch eine vorzeitige Dienstunfähigkeit zu erwarten ist (Ausnahmen bei Einschränkung und Schwerbehinderung).

  • Einfacher Dienst

    Der einfache Dienst ist die unterste Laufbahn im Beamtenrecht. In einigen Bundesländern wird synonym dazu vom ersten Einstiegsamt der ersten Laufbahngruppe oder von Qualifikationsebene 1 gesprochen.

  • Einstellungsvoraussetzungen

    Wenn du dich für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst in einer Beamtenlaufbahn entscheidest, musst du neben den allgemeinen Kriterien der Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung folgende schulische Voraussetzungen zur Einstellung vorweisen:

    • einen Hauptschul- oder gleichwertigen Bildungsabschluss für den einfachen Dienst
    • einen Real- oder Hauptschulabschluss mit anschließender Berufsausbildung nach BBiG für den mittleren Dienst
    • die Fachhochschulreife oder eine andere zu einem Hochschulstudium berechtigende Schulbildung oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand für den gehobenen Dienst
    • ein für die Laufbahn geeignetes abgeschlossenes Hochschulstudium für den höheren Dienst

     

  • Elternzeit

    Auszubildende, Anwärterinnen und Anwärter, die ein Kind erwarten oder bereits Eltern sind, haben Anspruch auf Elternzeit. Dieser Anspruch besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Pro Kind kann die Dauer der Elternzeit also bis zu 36 Monate betragen. Während dieser Zeit hast du einen besonderen Kündigungsschutz.

    In der Beamtenlaufbahn darfst du während dieser Zeit nicht gegen deinen Willen aus dem Beamtenverhältnis auf Widerruf entlassen werden – es sei denn, es liegt ein Sachverhalt vor, wonach Beamtinnen und Beamte auf Lebenszeit im Wege eines Disziplinarverfahrens aus dem Dienst zu entfernen wären.

    Für die ersten beiden Lebensjahre des Kindes musst du die Dauer deiner Elternzeit verbindlich festlegen. Sie muss nicht am Stück genommen werden. Du kannst deine Wochenarbeitszeit reduzieren, komplett oder immer wieder phasenweise aussetzen. Dein Betrieb bzw. deine Dienststelle ist verpflichtet, sich nach deiner Planung zu richten.

    Wichtig: Spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit musst du den Antrag schriftlich eingereicht haben – per E-Mail muss er allerdings nicht angenommen werden, also besser per Post oder Fax abschicken!

    Die Elternzeit wird nicht auf die Berufsbildungszeit oder deinen Vorbereitungsdienst angerechnet. Das bedeutet, deine Ausbildungsdauer verlängert sich um die in Anspruch genommene Elternzeit – maximal um drei Jahre.

    Wird die Ausbildung während der Elternzeit komplett ausgesetzt, besteht kein Anspruch auf Ausbildungsvergütung bzw. Anwärterbezüge oder Urlaub. Der Ausbildungsvertrag ruht in dieser Zeit. Nach Beendigung der Elternzeit hast du das Recht, deine Ausbildung oder den Vorbereitungsdienst dort weiterzuführen, wo du sie unterbrochen hattest. 

    Eine Ausbildung nach BBiG kannst du auch als Teilzeitausbildung fortsetzen. Dabei gibt es zwei verschiedene Formen:

    • Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungsdauer, die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 25 und maximal 30 Wochenstunden.
    • Teilzeitausbildung mit Verlängerung der Ausbildungsdauer, die Arbeitszeit beträgt einschließlich des Berufsschulunterrichts mindestens 20 Wochenstunden.

    Du musst dich dabei mit Betrieb oder Dienststelle auf eine konkrete Wochenstundenzahl einigen. Außerdem besprecht ihr gemeinsam, zu welchen Zeiten diese Stunden geleistet werden (vormittags, nachmittags oder mit Arbeitszeitkonto). Deinem Ausbildungsvertrag wird ein Zusatz angefügt, in dem die Teilzeitvereinbarung schriftlich festgehalten wird.

    Wende dich für weitergehende Fragen direkt an deine ver.di Jugend vor Ort!

  • Entlassung

    Dein Dienstherr will dich entlassen? Dann müssen schon wirklich gewichtige Gründe angeführt werden, damit eine Entlassung wirksam ist – zum Beispiel, dass du etwas gestohlen hast oder mehrmals unentschuldigt gefehlt – kurz, dass du deine Amtspflichten missachtet hast.

    Wenn eine Entlassung ansteht oder du bereits entlassen wurdest (nur schriftlich möglich), wende dich sofort an deine JAV oder deinen Personalrat – warte damit nicht zu lange, damit du keine Frist verpasst!

    Bei ver.di genießt du übrigens kostenlosen Rechtsschutz– wenn du Mitglied bist. So kannst du ohne Risiko dein Recht vor Gericht erstreiten, zum Beispiel die Rücknahme der Entlassung. 

    Wenn umgekehrt du selbst dein Beamtenverhältnis beenden willst, kannst du jederzeit deine Entlassung beantragen. Der beantragte Entlassungszeitpunkt kann höchstens um drei Monate verschoben werden. Sprich aber auch hier noch mal mit deiner JAV und deinem Personalrat.

  • Erziehungsurlaub

    siehe Elternzeit

  • Europäische Regelungen für Pflegeberufe und Hebammen

    Neben dem jeweils geltenden nationalen Recht gewinnt durch das Zusammenwachsen der EU-Staaten das europäische Recht zunehmend an Bedeutung. 
    Wenn du zum Beispiel nach deiner Ausbildung zur Hebamme oder zum Gesundheits-und Krankenpfleger bzw. zur Gesundheits- und Krankenpflegerin in Frankreich oder Dänemark arbeiten willst, dann kannst du das ohne Probleme tun, weil deine Ausbildung dort automatisch anerkannt wird.
    In der Kinderkrankenpflege und Altenpflege ist die Regelung etwas anders. Bei diesen Berufen musst du, wenn du im Ausland arbeiten möchtest, gegebenenfalls vor Ort noch einen Lehrgang und / oder eine Prüfung absolvieren, bevor du voll in die Arbeit einsteigen kannst.
    Alle Regelungen zur wechselseitigen Anerkennung der Berufsqualifikationen sind in der Richtlinie 2005/36/EG zusammengefasst. Diese kann im Internet im Wortlaut nachgelesen werden.