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  • Dienstalter

    In der privaten Wirtschaft sprechen wir von Beschäftigungszeit oder Betriebszugehörigkeit, im Beamtenrecht sind das Dienstalter oder Dienstzugehörigkeit. Angerechnet werden können auch Zeiten bei anderen Behörden, wenn du z.B. vorher Wehrdienst geleistet hast und anschließend eine Ausbildung bei der Feuerwehr machst. Das Dienstalter ist maßgeblich für deine Besoldung und dein späteres Dienstjubiläum.

  • Dienstherr

    Aufgrund der staatlichen Gliederung der Bundesrepublik Deutschland können der Bund, das jeweilige Land oder eine Kommune – sogenannte Gebietskörperschaften – dein Dienstherr (Arbeitgeber) sein.

    Daneben können Beamte und Beamtinnen auch bei einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft, Anstalt oder Stiftung tätig sein, die der staatlichen Aufsicht unterstehen.

  • Dienstleistungspflicht

  • Dienstplan

    In Betrieben, in denen im Schichtdienst gearbeitet wird, werden Dienstpläne erstellt, um für jede Schicht die erforderliche Schichtbesetzung sicherzustellen.

    Nicht immer sind diese Dienstpläne gerecht eingeteilt, sondern oft werden bestimmte Kolleginnen und Kollegen bevorzugt oder benachteiligt eingesetzt. Hier einige Kriterien, die einen guten und motivierenden Dienstplan ausmachen:

    • Der Dienstplan muss sich an die Regelungen des Tarif- und Arbeitszeitrechts halten und sollte darüber hinaus möglichst viele Wünsche der Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen und der Auszubildenden berücksichtigen.
    • Der Dienstplan sollte möglichst wenig gesundheitsschädigende Elemente beinhalten, also genügend freie Tage nach dem Nachtdienst, wenig Schichtwechsel, genügend freie Tage am Stück etc.
    • Der Dienstplan sollte Auszubildende so einplanen, dass der Lerneffekt am höchsten ist.
    • Der Dienstplan sollte früh genug erstellt sein, damit die Beschäftigten ihre Freizeit planen können. Bei Dienstplänen für Jugendliche (unter 18 Jahre) müssen die besonderen Regelungen des JarbSchG beachtet und eingehalten werden. 

    Darüber hinaus gibt es zahlreiche Dinge, auf die alle Beschäftigten – nicht nur die Auszubildenden – achten sollten:

    • Ein Dienstplan ist ein arbeitsrechtliches Dokument; entsprechend sollte er ordentlich geführt, unterschrieben und aufbewahrt werden.
    • Entsprechend der geleisteten Sonntagsarbeit (bei einer 5-Tage-Woche: Wochenenddienst) muss Freizeitausgleich geplant sein.
    • Geleistete Überstunden sind im laufenden Dienstplan einzutragen und gegebenenfalls auf den Folgedienstplan zu übertragen.
    • Auszubildende sollten nicht täglich anderen Vollkräften zugeteilt werden, sondern möglichst kontinuierlich mit ihrer Bezugsperson Dienst haben.
  • Dienstvereinbarungen

    Was in der freien Wirtschaft die Betriebsvereinbarungen sind, das sind im öffentlichen Dienst die Dienstvereinbarungen. Sie sollen die Arbeitssituation der Beschäftigten verbessern.

    Dabei kann es um die Ausgestaltung der täglichen Arbeitszeit, um Weiterbildung, Ausbildungsfragen oder die Übernahme der Auszubildenden bzw. Anwärterinnen und Anwärter gehen.

    Dienstvereinbarungen werden zwischen dem Personalrat und der Amts- oder Dienststellenleitung ausgehandelt und dürfen weder tarifliche Regelungen noch Gesetze unterlaufen. Sie gelten nur für die Dienststelle oder Verwaltung, für die sie abgeschlossen wurden.

    Wenn du wissen willst, welche Dienstvereinbarungen für dich zutreffen, frage deine JAV oder den Personalrat.

  • Diskriminierung

    „Leute an der Hauptschule sind dumm“, „Frauen haben keine Ahnung von Technik“, „Menschen aus Brasilien liegt das Tanzen im Blut“. Kommt dir das bekannt vor? Jemandem werden gewisse Fähigkeiten zu- oder abgesprochen, weil er oder sie besondere Merkmale hat (z.B. eine bestimmte Religion oder ein bestimmtes Alter). Diese Fähigkeiten erscheinen dadurch oft als „naturgegeben“ – also unumstößlich.

    Wissen und Know-how lassen sich aber eben nicht an Dingen wie Herkunft oder Geschlecht festmachen. Derartig verallgemeinernde Aussagen bevorzugen bestimmte Menschen, diskriminieren gleichzeitig viele andere und grenzen sie aus.

    Solche Ideologien und Verhaltensweisen stehen im Widerspruch zur Verfassung. Danach darf niemand wegen äußerer Merkmale benachteiligt oder bevorzugt werden. Neben der Verfassung gilt das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), um Benachteiligungen aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Identität oder sexueller Orientierung zu verhindern und zu beseitigen.

    Ebenfalls verboten sind die Belästigung und Verletzung der persönlichen Würde durch Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen, Beleidigungen sowie die sexuelle Belästigung. Auch wegen Mitgliedschaft und Mitwirkung in Gewerkschaften oder bestimmten Berufsgruppenvereinigungen darf niemand diskriminiert oder benachteiligt werden.

    Gibt es bei euch eine Beschwerdestelle, an die sich Beschäftigte, Auszubildende, Anwärterinnen und Anwärter wenden können, wenn sie sich im Zusammenhang mit ihrer Arbeit oder Ausbildung diskriminiert fühlen? Deine JAV, der Betriebs- oder Personalrat wissen Bescheid!

    Wenn du mitbekommst, dass Menschen aus deinem beruflichen oder privaten Umfeld diskriminiert werden: Schau nicht weg, sondern werde aktiv und hol dir Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen, bei deiner Interessenvertretung, im Familien- und Freundeskreis oder bei deiner ver.di Jugend vor Ort!

    Hintergründe und Ideen, wie du auf Diskriminierung aufmerksam machen kannst, findest du auch unter www.aktiv-gegen-diskriminierung.info.

  • Disziplinarrecht

    Das Disziplinarrecht befasst sich mit den Folgen der Verletzung der dienstlichen Pflichten von Beamtinnen und Beamten, Anwärterinnen und Anwärtern.

    Dazu sehen das Bundesdisziplinargesetz bzw. die entsprechenden Landesvorschriften fünf Disziplinarmaßnahmen vor, die je nach Schwere des Dienstvergehens gegen Beamte und Beamtinnen ausgesprochen werden können: Verweis, Geldbuße, Kürzung der Dienstbezüge, Zurückstufung und Entlassung aus dem Beamtenverhältnis.

    In einem Disziplinarfall leistet ver.di für seine Mitglieder Rechtsschutz. Wichtig ist es, in solchen Angelegenheiten die JAV oder den Personalrat zur Unterstützung heranzuziehen.
  • DRG-System

    Mit dem DRG-System wird in vielen Ländern die Finanzierung von Krankenhausbehandlungen geregelt. In Deutschland wird es seit 2003 angewendet. 
    Die DRG (Diagnosis Related Groups, auf deutsch: Diagnosebezogene Fallgruppen) bezeichnen ein Klassifikationssystem, mit dem Patienten aufgrund ihrer Diagnose und der nötigen Behandlungen in Fallgruppen unterteilt werden.
    Diese werden nach dem für die Behandlung erforderlichen ökonomischen Aufwand bewertet.
    Vor 2003 wurden in Deutschland, unabhängig von Diagnose und Behandlungen, Tagespauschalen (Pflegesätze) gezahlt, was dazu führte, dass Patienten oft so lange wie möglich im Krankenhaus behalten wurden.
    Nach dem neuen System der DRGs bekommen die Krankenhäuser einmalig Geld, je nach Klassifizierung. Unabhängig davon, wie lange die Patienten im Krankenhaus bleiben. Das führt leider oftmals dazu, dass Patienten zu früh entlassen werden, weil das dem Krankenhaus viele Kosten spart.
  • Drogenscreening

    Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten: Suchterkrankungen und ihre verheerenden Folgen sind leider auch unter Jugendlichen längst kein Einzelfall mehr.

    Deshalb können Betriebe und Dienststellen vor und während der Ausbildung sogenannte Drogenscreenings durchführen – bei konkretem Verdacht und mit Einverständnis der Auszubildenden bzw. Bewerberinnen und Bewerber. Dabei wird anhand von Blut-, Urin- oder Haarproben untersucht, ob bestimmte Drogen konsumiert wurden.

    Ausführliche Informationen zu diesem Thema findest du hier auf www.ausbildung.info unter dem Stichwort "Drogentest".

  • Duales Ausbildungssystem

    Unter dem dualen Ausbildungssystem versteht man die parallele Ausbildung in Betrieb oder Dienststelle und Berufsschule. Beide Ausbildungspartner arbeiten zusammen. Der praktische Teil der Ausbildung wird dir in deinem Betrieb oder deiner Dienststelle vermittelt, den theoretischen Teil übernimmt die Berufsschule.

    Ausbildungsstätten und Berufsschulen müssen sich an die Ausbildungsstandards halten, die ausgehandelt wurden. Dadurch ermöglicht das duale System eine hochwertige Ausbildung.

  • Duales Studium

    Ein duales Studium kombiniert die Praxisnähe der betrieblichen Berufsausbildung mit dem theoretischen Grundlagenwissen eines Hochschulstudiums. Dual Studierende verfügen dadurch über zwei Lernorte: Der theoretische Teil der Ausbildung findet an einer (Fach-)Hochschule oder Berufsakademie statt, der praktische Teil in einer kooperierenden Ausbildungsstätte. Grundlage für die praktische Ausbildung in Betrieb oder Dienststelle ist ein Praktikums- oder Ausbildungsvertrag.

    Das Studium an einer Berufsakademie ist, gemessen an den Studierendenzahlen, die verbreitetste Form. Daneben bieten aber auch Universitäten, Fachhochschulen und Verwaltungsakademien duale Studiengänge an. Die Zahl der Angebote und auch der dual Studierenden ist in den letzten Jahren stark gestiegen.

    Dual Studierenden stehen bei Problemen gleich mehrere Anlaufstellen zur Verfügung: An der (Fach-)Hochschule bzw. Berufsakademie kümmern sich die Studierendenvertretungen um alle hochschulpolitischen Angelegenheiten. In Betrieb oder Dienststelle sind JAVBetriebs- oder Personalrat die erste Adresse für alle Fragen rund um Arbeit und Ausbildung.

    Dual Studierende an Berufsakademien dürfen sich an den JAV-, Betriebs- oder Personalrats-Wahlen beteiligen. Du darfst dich sogar zur Wahl aufstellen lassen, also selbst kandidieren. Frag deine JAV, den Betriebs- oder Personalrat, wann gewählt wird und wie du aktiv werden kannst (siehe auch Berufsakademie)!

    Übrigens: Nicht alle Landesgesetze sind gleich formuliert und so sind in wenigen Bundesländern dual Studierende bisher noch nicht berechtigt, die JAV zu wählen oder dafür zu kandidieren (z. B. weil sie nur einen Vertrag mit der Hochschule, aber nicht mit Betrieb oder Dienststelle haben oder weil sie nicht als „zu ihrer Berufsausbildung beschäftigte Arbeitskräfte“ geführt werden, sondern als „Auszubildende“). Dieser Missstand ist für uns inakzeptabel, wir von der ver.di Jugend fordern ein bundesweit einheitliches Stimm- und Kandidaturrecht bei JAV-Wahlen für alle dual Studierenden!

    Du machst gerade ein duales Studium oder interessierst dich dafür? Auf www.dualstudierende.verdi.de findest du dazu weitere Infos!