Arbeitsalltag ohne Abschluss

Du hast unsere Tipps zur Ausbildungsplatzsuche befolgt und findest trotzdem keinen Ausbildungsplatz? Du musst nicht mehr der Schulpflicht nachkommen, weil du bereits volljährig bist?

Dann bleibt der direkte Einstieg in einen Beruf, also die Bewerbung für einen Job!

Ganz ohne Schulabschluss oder abgeschlossene Berufsausbildung sind deine beruflichen Aussichten allerdings stark eingeschränkt!

Falls du es also gerade genießt, deine Schule bzw. Ausbildung ganz bewusst auszusetzen, dann überleg dir bitte sehr genau, was diese Entscheidung für dein späteres Leben bedeuten kann!

Welche Möglichkeiten – und leider auch Probleme – du damit hast, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

  • Dauerhafte Aushilfskraft

    Ohne jeden Abschluss bleiben für dich in Deutschland in der Regel nur Hilfstätigkeiten. Das bedeutet: Möbel bei Umzügen schleppen, Montagearbeiten verrichten, putzen und reinigen, in der Küche aushelfen, Regale einräumen oder am Fließband stehen.

    Diese Tätigkeiten sind völlig in Ordnung, wenn sie dir auch auf Dauer Spaß machen und du von dem Gehalt leben kannst.

    Ausgebildete Arbeitskräfte bekommen allerdings immer mehr Lohn als ungelernte und finden in der Regel leichter einen neuen Job!

  • Schlechte Arbeitsbedingungen

    Leider bekommst du als ungelernte Hilfskraft meist nur einen befristeten Arbeitsvertrag für einen bestimmten Zeitraum.

    Dadurch sitzt dir ständig die drohende Arbeitslosigkeit im Nacken – dieser psychische Druck kann sehr stark werden und macht dich im schlimmsten Fall eine Zeit lang vollkommen arbeitsunfähig!

    Häufig wirst du außerdem während deiner Jobs höheren Risiken ausgesetzt, als ausgebildete Kollegen_innen. Oft musst du schwere körperliche Arbeit erledigen. All das kann auf Dauer gesundheitsschädlich sein!

  • Positiv auffallen!

    Natürlich wäre es super, wenn du allein durch deine Persönlichkeit und deine Talente überzeugst! Leider passiert das ohne Abschlusszeugnis in Deutschland jedoch nur selten. 

    Deine beruflichen Perspektiven kannst du immerhin etwas verbessern, indem du deinem Arbeitgeber durch Zuverlässigkeit, gute Arbeit und Lernbereitschaft positiv auffällst.

    Vielleicht stellt dir der Betrieb daraufhin einen Ausbildungsplatz zur Verfügung.

    Oder du wirst zu einem_r unersetzbaren Mitarbeiter_in, kannst nach einiger Zeit aufsteigen und darfst etwas bessere Arbeiten erledigen.

  • Umwege und Auswege

    Bevor du direkt in einen Beruf einsteigst, kannst du mit einer Schulfremdprüfung jederzeit einen Schulabschluss nachholen.

    Ebenso steht dir ein Praktikum offen, ein Nebenjob,  ein Freiwilligenjahr oder vielleicht sogar ein Ehrenamt – dabei setzt du dich für eine bestimmte Sache deiner Wahl ein, die dir selbst wichtig ist.

    Ganz nebenbei lernst du eine ganze Menge und verbringst sinnvoll deine Zeit.

    Warst du insgesamt volle sieben Jahre erwerbstätig und hast dabei Erfahrung in einem bestimmten Beruf gesammelt? Dann kommst du für ein staatliches Förderprogramm in Frage, worüber du einen vereinfachten Ausbildungsabschluss machen kannst.

    Weiterführende Infos zu diesem Thema erfragst du am besten bei der Agentur für Arbeit in deiner Nähe.